English Woman's Journal - Mordfall Hanna: Landgericht Traunstein hebt Haftbefehl gegen Verurteilten auf

Mordfall Hanna: Landgericht Traunstein hebt Haftbefehl gegen Verurteilten auf


Mordfall Hanna: Landgericht Traunstein hebt Haftbefehl gegen Verurteilten auf
Mordfall Hanna: Landgericht Traunstein hebt Haftbefehl gegen Verurteilten auf / Foto: INA FASSBENDER, - - AFP/Archiv

Der im Mordfall Hanna in Bayern wegen Mordes verurteilte Sebastian T. kommt vorerst wieder auf freien Fuß. Die zuständige Kammer des Landgerichts Traunstein hob den Haftbefehl gegen den Angeklagten am Freitag auf, weil sie derzeit keinen dringenden Tatverdacht mehr sieht, wie das Gericht mitteilte. Ihren Beschluss begründete die Kammer damit, dass aufgrund der Aussagen eines forensisch-psychologischen Sachverständigen "nach vorläufiger Würdigung der Sach- und Rechtslage" davon auszugehen sei, dass den Angaben des Hauptbelastungszeugen die Glaubhaftigkeit fehle.

Textgröße ändern:

Das Landgericht Traunstein hatte T. im März vergangenen Jahres wegen Mordes zu einer neunjährigen Jugendstrafe verurteilt. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hob das Urteil im April dieses Jahres auf und verwies den Fall zurück an das bayerische Landgericht, wo er nun erneut verhandelt werden muss.

Die 23 Jahre alte Studentin war nach einem Besuch des Musikklubs "Eiskeller" in Aschau Anfang Oktober 2022 tot aus dem Fluss Prien geborgen worden. Der damals 20-jährige Angeklagte war zur nächtlichen Tatzeit als Jogger vorbeigekommen. Die Vorsitzende Richterin am Landgericht Traunstein sprach damals von einer "Spontantat".

Die Richter am Landgericht Traunstein kamen in dem Indizienprozess zu dem Schluss, dass der Tod der jungen Frau kein Unfall, sondern Mord war. Das Gericht folgte damit der Auffassung der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte selbst schwieg im Prozess. Dem damaligen Urteilsspruch zufolge sollte er die Tat aber gegenüber Freunden und einem Mithäftling gestanden haben. Das Gericht hielt diese Geständnisse auch für glaubwürdig.

Nach Überzeugung des Gerichts sollte der als verschlossen geltende junge Mann, der noch keine sexuellen Erfahrungen hatte, Hanna aus sexuellen Motiven überfallen und in den Fluss geworfen haben, wo sie ertrank. Zu einer Vergewaltigung Hannas kam es nicht. Nach Ansicht der Verteidigung könnte Hanna hingegen in den Fluss gefallen und ertrunken sein. Sie plädierte in dem Indizienprozess auf Freispruch.

O.Wood--EWJ

Empfohlen

Papst Leo XIV. hat seine Stimme bei den Kongresswahlen in den USA abgegeben

Der in den USA geborene Papst Leo XIV. hat nach Angaben des Vatikans seine Stimme bei den Kongresswahlen in seinem Heimatland per Briefwahl abgegeben. Der Pontifex habe "sein Wahlrecht als US-Bürger wahrgenommen", erklärte der Vatikan am Freitag. "Im Einklang mit dieser langjährigen Praxis bürgerlichen Engagements" habe der Papst "seinen Briefwahlzettel in Chicago eingereicht", hieß es weiter.

Landesweite Proteste in Italien gegen hohe Preise

Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot haben in Italien zahlreiche Menschen gegen steigende Lebenshaltungskosten und für mehr Geld für Bildung demonstriert. An den Protesten in landesweit dutzenden Städten nahmen am Freitag unter anderem Schüler, Studenten, Arbeiter, Landwirte und Rentner teil. Die Gewerkschaft USB hatte zu einem Generalstreik aufgerufen.

Kryptobörse Binance meldet massiven Hackerangriff - Höhe des Schadens unklar

Die weltgrößte Kryptowährungsplattform Binance ist nach eigenen Angaben Ziel eines schweren Hackerangriffs geworden. Die Höhe des Schadens blieb aber zunächst unklar: Binance erklärte am Donnerstag, Kundenkonten seien "vollkommen sicher" - aber auch, dass die Plattform alle Verluste ersetzen werde. Vermutet hinter dem Angriff werden Hacker aus Nordkorea. Die Kurse von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether fielen.

Strafbefehl erlassen: Berliner Polizist soll Interna weitergegeben haben

Das Amtsgericht Tiergarten hat gegen einen Berliner Polizisten Strafbefehl wegen des Verdachts der Korruption und des Geheimnisverrats erlassen. Verhängt wurde eine Bewährungsstrafe von einem Jahr, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte.

Textgröße ändern: