English Woman's Journal - Goldschakal auf Sylt darf wieder gejagt werden: Gericht lehnt Eilantrag ab

Goldschakal auf Sylt darf wieder gejagt werden: Gericht lehnt Eilantrag ab


Goldschakal auf Sylt darf wieder gejagt werden: Gericht lehnt Eilantrag ab
Goldschakal auf Sylt darf wieder gejagt werden: Gericht lehnt Eilantrag ab / Foto: JOSEPH EID - AFP/Archiv

Auf der Nordseeinsel Sylt darf der zum Abschuss freigegebene wilde Goldschakal, der für die Tötung von fast 80 Lämmern verantwortlich gemacht wird, wieder gejagt werden. Das schleswig-holsteinische Verwaltungsgericht lehnte am Donnerstag einen Eilantrag gegen die Entnahme des Tiers ab. Es liege eine "zulässige Ausnahme zum Tötungsverbot" vor, argumentierte das Gericht. Die Jagd auf den Schakal war wegen des Eilverfahrens ausgesetzt worden. (Az. 8 B 16/25)

Textgröße ändern:

Das Tier hatte nach Angaben des Landesumweltministeriums im Mai auf Sylt innerhalb weniger Tage 76 Lämmer gerissen. Zum Schutz der unter anderem für den Küstenschutz wichtigen Deichschäferei auf der Insel folgte daher Anfang Juni die Ausnahmegenehmigung für einen Abschuss des üblicherweise streng geschützten Raubtiers. Die dauerhafte Anwesenheit des Schakals sei nicht tragbar, hieß es zur Begründung.

Jagdberechtigte auf der Nordseeinsel hätten den Schakal bei Sichtung seither erschießen dürfen. Wenige Tage nach der erteilten Genehmigung ging jedoch ein Widerspruch dagegen bei Gericht ein - die Jagd wurde daher vorerst ausgesetzt.

Das Gericht stufte die Genehmigung aber nun als rechtens ein. Sie diene der "Abwendung eines ernsten landwirtschaftlichen Schadens". Durch das Tier habe eine "Übertötung" stattgefunden. Eine zumutbare Alternative zur Tötung des Goldschakals, etwa ihn einzufangen, sei "nicht gegeben". Im Ergebnis überwiege das öffentliche Interesse am Vollzug der Ausnahmegenehmigung. Gegen den Gerichtsbeschluss kann Beschwerde beim Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.

Goldschakale sind streng geschützt und dürfen normalerweise nicht gejagt werden. Ausnahmen sind dem Landesministerium zufolge nur in Sonderfällen unter strengen Voraussetzungen möglich. Goldschakale sind größer als Füchse, aber deutlich kleiner als Wölfe. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südostasien bis nach Südosteuropa, seit einigen Jahrzehnten breiteten sich allerdings auch in Mitteleuropa aus. In Deutschland wurde erstmals 2017 ein Tier nachgewiesen.

Die nachtaktiven Goldschakale leben ähnlich wie Füchse meist in kleinen Familienverbänden. Sie sind anpassungsfähige Allesfresser, die sich etwa von kleineren bis mittelgroßen Säugetieren, Vögeln, Insekten, Aas und Beeren ernähren. Genproben bestätigten, dass ein Goldschakal die Lämmer auf Sylt gerissen hatte.

M.Campbel--EWJ

Empfohlen

23-Jähriger entführt in Bayern Kind aus Standesamt

Ein 23-Jähriger hat in Bayern ein Kind aus einem Standesamt entführt. Das Kleinkind wurde später wohlbehalten gefunden, wie die Polizei in Nürnberg am Donnerstag mitteilte. Der 23-Jährige flüchtete. Der Mann war demnach am Mittag in Lauf an der Pegnitz zusammen mit seiner 19 Jahre alten Lebensgefährtin und ihrem Kind zum Heiraten beim Standesamt.

Thüringen: Arbeiter wird zwischen Lastwagen und Laderampe eingequetscht und stirbt

Im thüringischen Ilmenau ist ein Mann zwischen einem Lastwagen und einer Laderampe eingequetscht und dabei getötet worden. Der 36-Jährige war der Beifahrer des Lastwagens, mit dem am frühen Donnerstagmorgen Ware für einen Supermarkt geliefert werden sollte, wie die Polizei in Gotha mitteilte. Er stieg aus dem Fahrzeug aus und wies den 48-jährigen Fahrer ein.

Schockanruf in Bayern: Betrüger erbeuten Schmuck für mehrere hunderttausend Euro

Mit einem Schockanruf haben Betrüger eine Seniorin aus dem bayerischen Fürth um mehrere hunderttausend Euro gebracht. Die 82-Jährige erhielt am Mittwochabend einen Anruf von einem angeblichen Arzt, wie die Polizei am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Er berichtete der Frau, dass ihr Sohn einen tödlichen Unfall verursacht habe und sie nun eine Kaution in Form von Geld, Schmuck oder anderen Wertgegenständen hinterlegen müsse.

Bayern: Lebenslange Haft nach Todesschüssen auf Hochzeitsfeier in Fürth

Ein Jahr nach tödlichen Schüssen auf einer Hochzeitsfeier im bayerischen Fürth hat das Landgericht Nürnberg-Fürth den Todesschützen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann als "Akt der Selbstjustiz" auf der Feier den Vater seiner früheren Lebensgefährtin erschossen hatte, wie eine Gerichtssprecherin am Donnerstag mitteilte. Der Vater und die beiden Brüder des Angeklagten müssen sich demnach ab Ende April wegen gemeinschaftlichen Mordes verantworten.

Textgröße ändern: