English Woman's Journal - Regierung will Grundsatzentscheidungen in Massen-Rechtsstreits erleichtern

Regierung will Grundsatzentscheidungen in Massen-Rechtsstreits erleichtern


Regierung will Grundsatzentscheidungen in Massen-Rechtsstreits erleichtern
Regierung will Grundsatzentscheidungen in Massen-Rechtsstreits erleichtern / Foto: INA FASSBENDER, - - AFP/Archiv

Die Bundesregierung will in Rechtsstreitigkeiten mit sehr vielen Betroffenen höchstrichterliche Grundsatzentscheidungen erleichtern. Das Bundesjustizministerium veröffentlichte am Mittwoch einen Referentenentwurf zur Einführung eines sogenannten Leitentscheidungsverfahrens beim Bundesgerichtshof (BGH). Damit soll das BGH für solche Fälle neue Befugnisse bekommen.

Textgröße ändern:

Der Entwurf bezieht sich auf Vorgänge mit zahlreichen gleichgelagerten Gerichtsverfahren - etwa Klagen gegen Autohersteller wegen des Dieselskandals oder gegen Banken wegen unzulässiger Klauseln in Kreditverträgen. Solche Rechtsstreitigkeiten hätten in den vergangenen Jahren stark zugenommen, erläuterte das Bundesjustizministerium. "Die daraus entstehenden Massenverfahren, in denen sich meist dieselben grundsätzlichen Rechtsfragen stellen, sind eine Herausforderung für die Justiz", erklärte Minister Marco Buschmann (FDP).

Solange diese Grundsatzfragen nicht durch den BGH geklärt sind, laufen nämlich die zahlreichen Klagen in den unteren Instanzen weiter. Eine Befassung des BGH wiederum wird teilweise dadurch verhindert oder verzögert, dass sich die beteiligten Parteien auf einen Vergleich einigen oder ihre Revision schlicht zurückziehen. Ohne höchstrichterliche Klärung werden "die Instanzgerichte daher immer wieder mit neuen Verfahren zu gleichgelagerten Sachverhalten belastet", erklärte das Ministerium.

Der BGH soll deshalb die Möglichkeit bekommen, ein einzelnes Gerichtsverfahren, in dem Revision eingelegt wurde, zum Leitentscheidungsverfahren zu erklären. Er kann dann grundsätzliche Rechtsfragen entscheiden, die für alle gleichgelagerten Fälle relevant sind - und er kann dies auch tun, wenn die Revision zurückgenommen oder ein Vergleich geschlossen wird.

Gleichzeitig können Gerichte der unteren Instanzen die bei ihnen anhängigen, ähnlichen Verfahren aussetzen, um zunächst die BGH-Leitentscheidung abzuwarten. Voraussetzung ist, dass die Streitparteien damit einverstanden sind.

"Die Leitentscheidung entfaltet dabei keinerlei formale Bindungswirkung und hat auch keine Auswirkungen auf das der Leitentscheidung zugrundeliegende konkrete Revisionsverfahren", erläuterte das Ministerium. Sie diene jedoch "den Instanzgerichten und der Öffentlichkeit als Richtschnur und Orientierung dafür, wie die Entscheidung der Rechtsfragen gelautet hätte". Dies sorge für mehr Rechtssicherheit und entlaste die Gerichte.

St.Reid--EWJ

Empfohlen

Explosion in Mehrfamilienhaus in Regensburg: Mehrere Verletzte und Vermisste

Bei einer Explosion in einem Wohnhaus im bayerischen Regensburg sind am Mittwoch fünf Menschen verletzt worden. Zwei Menschen galten auch Stunden nach der Detonation noch als vermisst, wie das Polizeipräsidium Oberpfalz mitteilte. Sie wurden in dem schwer beschädigten Gebäude vermutet. Bewohner konnten inzwischen das Notwendigste aus ihren Wohnungen holen.

Geldwäsche: Klingbeil plant leichteren Zugang zu Konto- und Immobiliendaten

Im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sollen die Behörden leichteren Zugriff auf Konto- und Immobiliendaten bekommen. Das sieht ein Gesetzentwurf aus dem Bundesfinanzministerium vor, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Demnach sollen künftig verdächtige Geldflüsse schneller gestoppt und Konten vorübergehend gesperrt werden können. Die Geldwäsche-Aufsichtsbehörden sollen mehr Befugnisse bekommen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gestärkt werden.

Mindestens 68 Tote bei Zugunglück in Spanien – Ursache wohl menschliches Versagen

Beim zweiten schweren Zugunglück in Spanien innerhalb eines Jahres sind mindestens 68 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 100 Menschen wurden laut Behördenangaben verletzt, als zwei Hochgeschwindigkeitszüge am Mittwochmorgen südlich von Madrid auf gerader Strecke kollidierten. Als Ursache vermutet die spanische Regierung menschliches Versagen. Auf der gleichen Strecke waren erst im Januar 46 Menschen bei einer Zugkollision gestorben.

Mutmaßliche Saboteure aus Belarus festgenommen: Brandanschläge in Bayern geplant

In Bayern sind zwei aus Belarus stammende Männer festgenommen worden, die im Raum Nürnberg Brandanschläge geplant haben sollen. Die Generalstaatsanwaltschaft München bestätigte am Mittwoch die Festnahme der 39 und 50 Jahre alten Männer vor drei Wochen. Einem Bericht des Magazins "Spiegel" zufolge sollen sie als Saboteure im Auftrag Russlands im Einsatz gewesen sein.

Textgröße ändern: