English Woman's Journal - Justizminister wollen Lagebild zu Messerangriffen an öffentlichen Orten

Justizminister wollen Lagebild zu Messerangriffen an öffentlichen Orten


Justizminister wollen Lagebild zu Messerangriffen an öffentlichen Orten
Justizminister wollen Lagebild zu Messerangriffen an öffentlichen Orten / Foto: Gregor Fischer - AFP/Archiv

Die Justizministerinnen und -minister von Bund und Ländern wollen ein bundesweites Lagebild zu Messerangriffen an öffentlichen Orten erstellen lassen. Das beschloss die Justizministerkonferenz am Freitag in Berlin bei ihrer Frühjahrstagung, wie das Vorsitzland Berlin mitteilte. Demnach soll die von Bund und Ländern gemeinsam betriebene Kriminologische Zentralstelle die Entwicklung des Geschehens sowie den Umgang der Justiz mit derartigen Taten untersuchen.

Textgröße ändern:

Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (parteilos) erklärte, wiederholte Messerattacken in der Öffentlichkeit hätten zuletzt "das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung beeinträchtigt". Insgesamt habe die Konferenz "wichtige Impulse" für einen "starken und widerstandsfähigen Rechtsstaat" gesetzt.

Im Mittelpunkt der turnusmäßigen Beratungen standen verschiedene Themen und Aspekte der Kriminalitätsbekämpfung. So befassten sich die Ministerinnen und Minister auch mit der zunehmenden Zahl von Geldautomatensprengungen. Nach Angaben des bayerischen Ressortchefs Georg Eisenreich (CSU) sprachen sie sich unter anderem für den Einsatz von Farbpatronen aus, die das Geld bei Sprengungen für Kriminelle wertlos machen. Zudem soll Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) prüfen, ob das Strafrecht verschärft werden sollte.

Als Konsequenz aus der tödlichen Messerattacke eines 33-Jährigen in einem Regionalzug in Brokstedt in Schleswig-Holstein im Januar sprach sich die Konferenz zudem für Maßnahmen zu einem besseren Informationsaustausch bei ausländer- und asylrechtlichen Sachverhalten zwischen Behörden und Justiz aus. So soll eine zentrale bundesweite Eingangsstelle für Mitteilungen eingerichtet werden, die Straf- und Bußgeldsachen von Ausländern betreffen.

Der mutmaßliche Angreifer von Brokstedt ist Palästinenser, er saß bis kurz vor der Tat in Hamburg in Untersuchungshaft und war bereits zuvor mehrfach polizeilich und strafrechtlich in Erscheinung getreten. Zugleich gab es Lücken im Informationsfluss zwischen den für ihn zuständigen Behörden.

Darüber hinaus befasste sich die Justizministerkonferenz unter anderem auch mit der Bekämpfung sexuellen Kindesmissbrauchs. Sie forderte eine längere Aufbewahrungsfrist für Ermittlungsakten im Fall von eingestellten Verfahren, die künftig zehn Jahren lang archiviert werden sollen. Dies soll die Strafverfolgung in Konstellationen erleichtern, in denen über einen längeren Zeitraum hinweg unabhängig voneinander Vorwürfe gegen Verdächtige auftauchen.

L.McKay--EWJ

Empfohlen

Mutmaßliche Saboteure aus Belarus festgenommen: Brandanschläge in Bayern geplant

In Bayern sind zwei aus Belarus stammende Männer festgenommen worden, die im Raum Nürnberg Brandanschläge geplant haben sollen. Die Generalstaatsanwaltschaft München bestätigte am Mittwoch die Festnahme der 39 und 50 Jahre alten Männer vor drei Wochen. Einem Bericht des Magazins "Spiegel" zufolge sollen sie als Saboteure im Auftrag Russlands im Einsatz gewesen sein.

Gefängnismitarbeiter in NRW nach Verkauf von Handys an Häftlinge in Untersuchungshaft

Nach dem mutmaßlichen Verkauf von Mobiltelefonen an Häftlinge in Nordrhein-Westfalen sitzt ein Gefängnismitarbeiter in Untersuchungshaft. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden unter anderem zahlreiche Handys beschlagnahmt, wie die Polizei Essen am Mittwoch mitteilte. Der Mann soll Handys und andere Waren in die Haftanstalt geschmuggelt und an Häftlinge verkauft haben.

Brandenburg: Kind in Wildpark von Wolf attackiert und schwer verletzt

In einem Wildpark in Brandenburg ist ein Mädchen von einem Wolf attackiert worden. Das achtjährige Kind sei am Mittwochmorgen von mindestens einem Wolf angegriffen und schwer verletzt worden, teilte die Polizei in Brandenburg an der Havel mit. Zunächst hatten die Behörden lediglich von einem Wildtier gesprochen.

Verheerendes Zugunglück in Spanien: Mindestens 64 Todesopfer

Verheerendes Zugunglück in Spanien: Bei der Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge sind mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt, als die Züge am Mittwochmorgen in der Provinz Toledo rund 150 Kilometer südlich von Madrid auf gerader Strecke zusammenstießen. Die Unglücksursache war zunächst unklar. Auf der gleichen Strecke waren erst im Januar 46 Menschen bei einer Zugkollision ums Leben gekommen.

Textgröße ändern: