English Woman's Journal - Neuer Friedenspreisträger Sands kritisiert deutsches Schweigen zu Vorgehen Israels

Neuer Friedenspreisträger Sands kritisiert deutsches Schweigen zu Vorgehen Israels


Neuer Friedenspreisträger Sands kritisiert deutsches Schweigen zu Vorgehen Israels
Neuer Friedenspreisträger Sands kritisiert deutsches Schweigen zu Vorgehen Israels / Foto: Thomas Lohnes - POOL/AFP

Der neue Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, der Jurist und Autor Philippe Sands, hat der deutschen Bundesregierung ein unanständiges Schweigen zum Vorgehen Israels im Gazastreifen und gegen Palästinenser vorgeworfen. Bei der Verleihung des Friedenspreises am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche sagte Sands, Deutschland habe in der Vergangenheit viele Gräuel angeprangert und sei aktiv geworden. "Doch zu Israel, zum Gazastreifen und zum Westjordanland ist das deutsche Schweigen bis heute laut."

Textgröße ändern:

Sands verwies auf das Beispiel anderer Staaten wie Großbritannien und Frankreich, die anders als Deutschland Palästina als Staat anerkannt haben. Der britische Außenminister habe Israels Handlung in den besetzten Gebieten auch als "ethnische Säuberung" bezeichnet, sagte Sands. Mit Blick auf die deutschen Verbrechen an Juden im Nationalsozialismus sagte der neue Friedenspreisträger weiter, "Deutschland kennt sich aus mit ethnischer Säuberung. Warum also das Schweigen?"

Es könne schwierig sein, die Wahrheit zu sagen. Aber auch für Kritik an Israel müsse gelten, "es ist nicht antisemitisch, es ist nicht Anti-Israel, es ist die Wahrheit." Eine nicht rassistische Staatsräson für Deutschland, 80 Jahre nach den Nürnberger Prozessen, müsse doch wohl das Schweigen über Völkerstraftaten brechen, wo auch immer sie geschehen. "Auch wenn es Freunde sind, vor allem wenn es Freunde sind."

Sands sprach in Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der Jurist und Schriftsteller nannte dabei seiner Meinung nach in Deutschland existierende "Debattenbeschränkungen" zum Vorgehen Israels "beunruhigend".

Sands ist Experte für internationales Recht und wirkt etwa am Internationalen Gerichtshof im niederländischen Den Haag, außerdem veröffentlichte er zahlreiche Bücher. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Intellektuelle im deutschen Kulturbetrieb.

T.Wright--EWJ

Empfohlen

Herbstferien in zahlreichen Bundesländern: ADAC rechnet mit Staus am Wochenende

Wegen der Herbstferien in zahlreichen Bundesländern rechnet der ADAC mit erhöhtem Staurisiko am kommenden Wochenende. In sechs Bundesländern enden die Herbstferien, während sie in Baden-Württemberg beginnen, wie der Automobilklub am Montag in München mitteilte. In fünf weiteren Bundesländern beginnt am Wochenende die zweite Ferienwoche.

Tierschützer retten dutzende Orang-Utans vor Waldbränden in Indonesien

Naturschützer haben in den vergangenen Wochen dutzende Orang-Utans aus den Waldbrandgebieten in Indonesien in Sicherheit gebracht. Ein Team habe seit dem 6. August mehr als 50 der vom Aussterben bedrohten Menschenaffen vor Rauch und Flammen gerettet, teilten die Naturschutzbehörde der indonesischen Provinz West-Kalimantan und die Umweltschutzorganisation YIARI am Sonntag mit.

Herbstverkehr: Wildwechsel, Nebel und nasses Laub erhöhen Unfallrisiko

Autofahrer müssen im Herbst besonders mit Wildwechsel, schlechter Sicht und rutschigen Straßen rechnen. 2024 meldeten Versicherer mehr als 276.000 Wildunfälle.

Betrunkener will 30 Kilogramm schwere Elefantenstatue aus Hotel in Mainz stehlen

Eine rund 30 Kilogramm schwere Elefantenstatue aus einem Hotel in Mainz hat es einem betrunkenen Mann offenbar angetan. Er versuchte, die Figur aus dem Hotelfoyer nahe des Hauptbahnhofs zu stehlen, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Demnach wurde der Mann am Donnerstagabend dabei beobachtet, wie er die Dickhäuterfigur in Richtung Bahnhofsplatz zog.

Textgröße ändern: