English Woman's Journal - Schwere Waldbrände in Türkei und Griechenland - Auch Urlaubsorte betroffen

Schwere Waldbrände in Türkei und Griechenland - Auch Urlaubsorte betroffen


Schwere Waldbrände in Türkei und Griechenland - Auch Urlaubsorte betroffen
Schwere Waldbrände in Türkei und Griechenland - Auch Urlaubsorte betroffen / Foto: Murat Kocabas - AFP

Während sich die Lage in Frankreich und Spanien entspannt, sind nun die Türkei und Griechenland von schweren Waldbränden getroffen worden. In der Türkei loderten Regierungsangaben zufolge am Donnerstag 115 Feuer, von denen 110 unter Kontrolle seien. Auf der griechischen Urlaubsinsel Kreta wurden 8000 Menschen in Sicherheit gebracht. Zwei Feuerwehrleute waren dort gestern ums Leben gekommen. Spanien hob derweil den wegen der beispiellosen Brände verhängten Notstand wieder auf.

Textgröße ändern:

69 der 115 Brände seien "außerhalb von Waldgebieten" ausgebrochen, erklärte der türkische Landwirtschaftsminister Ibrahim Yumakli in der Koordinierungszentrale für Waldbrände in der Hauptstadt Ankara am Donnerstag.

Die Forstbehörde der Türkei teilte mit, die am Mittwoch durch starke Winde ausgelösten Brände würden durch "intensive Einsätze aus der Luft und am Boden" bekämpft. Die Behörde erwähnte insbesondere die Gebiete an der Mittelmeerküste zwischen Antalya und Alanya sowie Mugla und Fethiye, wo sich zahlreiche Hotels und Ferienanlagen aneinanderreihen.

Agrarminister Yumakli erklärte im Onlinedienst X, die vier größten Brände in den Regionen Mugla, Antalya und Kas, Balikesir sowie Canakkale an den Dardanellen seien "weitgehend unter Kontrolle". Wie groß die von den Bränden jeweils betroffenen Flächen sind, teilte er nicht mit. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Mittwoch die Zahl der aktiven Brände mit 90 angegeben.

Auf der griechischen Mittelmeerinsel Kreta wurden am Mittwochabend rund 8000 Menschen vor einem Waldbrand in Sicherheit gebracht, sagte eine örtliche Behördenvertreterin am Donnerstag dem Sender ERT. Der Waldbrand südlich der Stadt Rethymno wurde durch starke Winde angefacht und bedrohte vorübergehend den Ferienort Agia Galini.

Später teilte der Bürgermeister der naheliegenden Ortschaft Agios Vassilios, Yiannis Tatarakis, mit, die Ferienanlagen in Agia Galini seien wieder geöffnet und die Besucher dürften zurückkehren. Das bestätigte auch der Hotelier Michalis Christoforakis der Nachrichtenagentur AFP.

Der nationale Wetterdienst in Athen erklärte, durch die starken Winde habe sich eine Feuerfront von über zwölf Kilometern gebildet. Er warnte, dass der Wind im Süden Kretas den ganzen Tag über "sehr stark" bleiben könnte. Mehr als 200 Feuerwehrleute und 53 Löschfahrzeuge wurden eingesetzt. Wegen des Windes war ein Einsatz aus der Luft nicht möglich.

Am Mittwoch waren auf Kreta zwei Feuerwehrleute in den Flammen ums Leben gekommen. Sie wurden auf einer Bergstraße nahe dem Dorf Krya Vrysi von Flammen eingeschlossen, als sich der Wind drehte.

Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis warnte, dem Land würden "schwierige Tage" bevorstehen. Der August sei "traditionell ein komplizierter Monat", sagte er vor der Sitzung des Ministerrats. Die Bürger rief er auf, "größtmögliche Vorsicht" walten zu lassen. Viele Brände seinen auf nachlässige Handlungen zurückzuführen.

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hob unterdessen nach Erfolgen bei der Brandbekämpfung am Donnerstag den Nationalen Notstand wieder auf. Die Behörden hatten zuvor mitgeteilt, im Waldbrandgebiet nahe der Hauptstadt Madrid gebe es "kaum noch Flammen", ein weiteres Feuer in der Region Avila sei stabilisiert.

Die Wetterbedingungen in der Nacht hätten für Abkühlung gesorgt. Einsatzkräfte fänden nur noch wenige Glutstellen, erklärte die Präfektur im Großraum Madrid. Nur für rund tausend Menschen gelte weiter eine Evakuierungsaufforderung, die meisten durften inzwischen in ihre Häuser zurückkehren.

Der wichtigste Brandherd befand sich am Donnerstagmorgen in der Nähe des Naturschutzgebiets San Juan, rund 60 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Auch in der Provinz Avila brannte es weiter. Die Präfektur von Madrid wies darauf hin, dass angesichts der aktuellen Hitzewelle neue Brände drohten.

In der Nähe der Grenze zu Portugal brach derweil ein neues Feuer aus. In der dünn besiedelten und sehr trockenen Region mussten mehr als 800 Menschen in Sicherheit gebracht werden, wie die Behörden in Zamora AFP mitteilten. Im Nachbarland Portugal wurden 800 Feuerwehrleute mobilisiert, um einen Brand im Norden des Landes zu bekämpfen.

Auch im Südwesten Frankreichs standen die Zeichen am Donnerstag weiterhin auf Entspannung: Der Brand in der Nähe von Bordeaux war dank günstiger Wetterbedingungen in der Nacht am Donnerstagmorgen Behörden zufolge "weiterhin stabil". Es bestand Hoffnung, dass die 220.000 vor den Flammen in Sicherheit gebrachten Einwohner bald wieder in ihre Häuser zurückkehren können.

Spanien und Frankreich hatten in den vergangenen Tagen beispiellose Waldbrände erlebt, die zur Evakuierung von Zehntausenden Menschen geführt hatten.

D.Findlay--EWJ

Empfohlen

Herbstferien in zahlreichen Bundesländern: ADAC rechnet mit Staus am Wochenende

Wegen der Herbstferien in zahlreichen Bundesländern rechnet der ADAC mit erhöhtem Staurisiko am kommenden Wochenende. In sechs Bundesländern enden die Herbstferien, während sie in Baden-Württemberg beginnen, wie der Automobilklub am Montag in München mitteilte. In fünf weiteren Bundesländern beginnt am Wochenende die zweite Ferienwoche.

Tierschützer retten dutzende Orang-Utans vor Waldbränden in Indonesien

Naturschützer haben in den vergangenen Wochen dutzende Orang-Utans aus den Waldbrandgebieten in Indonesien in Sicherheit gebracht. Ein Team habe seit dem 6. August mehr als 50 der vom Aussterben bedrohten Menschenaffen vor Rauch und Flammen gerettet, teilten die Naturschutzbehörde der indonesischen Provinz West-Kalimantan und die Umweltschutzorganisation YIARI am Sonntag mit.

Herbstverkehr: Wildwechsel, Nebel und nasses Laub erhöhen Unfallrisiko

Autofahrer müssen im Herbst besonders mit Wildwechsel, schlechter Sicht und rutschigen Straßen rechnen. 2024 meldeten Versicherer mehr als 276.000 Wildunfälle.

Betrunkener will 30 Kilogramm schwere Elefantenstatue aus Hotel in Mainz stehlen

Eine rund 30 Kilogramm schwere Elefantenstatue aus einem Hotel in Mainz hat es einem betrunkenen Mann offenbar angetan. Er versuchte, die Figur aus dem Hotelfoyer nahe des Hauptbahnhofs zu stehlen, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Demnach wurde der Mann am Donnerstagabend dabei beobachtet, wie er die Dickhäuterfigur in Richtung Bahnhofsplatz zog.

Textgröße ändern: