English Woman's Journal - "Feuerland": Papst verurteilt Gleichgültigkeit gegenüber Umweltschäden in Acerra

"Feuerland": Papst verurteilt Gleichgültigkeit gegenüber Umweltschäden in Acerra


"Feuerland": Papst verurteilt Gleichgültigkeit gegenüber Umweltschäden in Acerra
"Feuerland": Papst verurteilt Gleichgültigkeit gegenüber Umweltschäden in Acerra / Foto: Filippo MONTEFORTE - AFP

Papst Leo XIV. hat bei einem Besuch in der unter den Giftmüll-Praktiken der Mafia leidenden Region um Acerra im Süden Italiens die Schäden für die Umwelt verurteilt. Er kritisierte am Samstag eine "tödliche Mischung aus undurchsichtigen Interessen und Gleichgültigkeit gegenüber dem Gemeinwohl an, die die natürliche und soziale Umwelt vergiftet hat".

Textgröße ändern:

Die als "Feuerland" bezeichnete Region im Süden Italiens mit fast drei Millionen Einwohnern liegt zwischen Neapel und Caserta und hat ihren Namen von den zahlreichen illegalen, unter freiem Himmel betriebenen Verbrennungsanlagen für gefährliche Abfälle, die häufig aus dem wohlhabenden Norden des Landes in die Gegend gebracht werden. Teils werden die gefährlichen Abfälle auch vergraben.

Seit Jahrzehnten sind der Boden, das Grundwasser und die Luft durch Schwermetalle, Dioxine und Asbest verseucht. Die Krebsraten in der Region liegen über dem landesweiten Durchschnitt.

Papst Leo sagte bei seinem Besuch, das Land habe einen "hohen Preis" bezahlt. Er dankte den "Pionieren", die "dank ihres mutigen Engagements als Erste die Missstände anprangerten und auf die verschleierte und geleugnete Realität seiner Vergiftung aufmerksam machten". Das Oberhaupt der katholischen Kirche hob dabei die Mitglieder von Umweltverbänden hervor.

"Der Papst ist vielleicht die einzige Person, die das Gewissen all der Menschen ein wenig wecken kann, die diesem Gebiet Schaden zugefügt haben", sagte die Anwohnerin Giuseppina De Francesco der Nachrichtenagentur AFP.

In Italiens "Feuerland" wird seit dem Ende der 1980er Jahre illegal Müll verbrannt oder deponiert. Anstatt hohe Summen für die legale Entsorgung ihrer giftigen Abfälle aufzuwenden, zahlten Unternehmen der örtlichen Mafia einen Bruchteil, um ihren Müll loszuwerden - von zerbrochenen Asbestplatten über Autoreifen bis hin zu Behältern mit Industriekleber. Seit 2013 haben mehrere parlamentarische Untersuchungen ergeben, dass die örtlichen entweder Behörden fahrlässig handelten oder sich in einigen Fällen sogar mitschuldig machten.

M.Stevenson--EWJ

Empfohlen

Nächster IPCC-Bericht: Chef des Weltklimarats drängt zu schneller Einigung bei Termin

Nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen über den Zeitplan für den nächsten großen Sachstandsbericht strebt der Weltklimarat (IPCC) eine rasche Einigung an. Einen Konsens zu erzielen, sei "entscheidend", sagte der Chef des Weltklimarats, Jim Skea, am Montag. Das Gremium der Vereinten Nationen ist die maßgebliche Instanz für Klimawissenschaft.

Geld pro eingesparter Tonne CO2: Staatliche Förderung für Industrieinvestitionen

Das Bundeswirtschaftsministerium setzt 2027 das Förderprogramm für die energieintensive Industrie im Rahmen sogenannter CO2-Differenzverträge fort. Für 2026 sei das Interesse der Unternehmen sehr groß gewesen, es seien "substantiell" mehr Fördermittel als die zur Verfügung stehenden fünf Milliarden Euro beantragt worden, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag. Deshalb werde nun bereits das Verfahren für die nächste Vergaberunde im kommenden Jahr gestartet.

UN-Biodiversitätskonferenz in Eriwan zieht Zwischenbilanz bei Artenschutz-Zusagen

In der armenischen Hauptstadt Eriwan beginnt am Montag die 17. UN-Konferenz zur Umsetzung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD). Bei der sogenannten COP17 beraten Vertreter aus fast 200 Staaten zwei Wochen lang über Maßnahmen gegen den rasanten Rückgang der Biodiversität, die auch für den Klimaschutz eine wichtige Rolle spielt. Das Treffen in Eriwan soll für eine erste Bestandsaufnahme des Globalen Biodiversitätsrahmens von Kunming-Montreal genutzt werden.

Heftige Zusammenstöße bei Protesttag in Frankreich - 166 Festnahmen

Begleitet von heftigen Zusammenstößen mit Sicherheitskräften sind in Frankreich am Samstag zehntausende Menschen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem auf die Straße gegangen. Aus dem Umfeld von Innenminister Laurent Nuñez lagen am Mittag Zahlen vor, wonach an Kundgebungen und Protestaktionen außerhalb von Paris mehr als 32.000 Demonstrierende teilnahmen. In mehreren Städten gab es gewaltsame Auseinandersetzungen; bis zum Mittag wurden 166 Menschen festgenommen.

Textgröße ändern: