English Woman's Journal - Copernicus: Oberflächentemperaturen der Meere steuern auf neuen Höchstwert zu

Copernicus: Oberflächentemperaturen der Meere steuern auf neuen Höchstwert zu


Copernicus: Oberflächentemperaturen der Meere steuern auf neuen Höchstwert zu
Copernicus: Oberflächentemperaturen der Meere steuern auf neuen Höchstwert zu / Foto: DESIREE MARTIN - AFP/Archiv

Die Oberflächentemperaturen der Meere steuern dem monatlichen Klimabericht des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus zufolge auf einen neuen Höchststand zu. Es sei "nur eine Frage von Tagen", bis der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2024 erreicht werde, sagte Samantha Burgess vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

Textgröße ändern:

Schon im April seien die Oberflächentemperaturen der Meere die zweithöchsten seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen, erklärte das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus. Copernicus sammelt unter anderem Daten und gibt regelmäßig Klimaberichte heraus, das EZMW ist daran beteiligt. Besonders warm war es Copernicus zufolge im Pazifischen Ozean zwischen Neuseeland, Südamerika und den USA.

Dies lässt der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zufolge darauf schließen, dass sich bereits jetzt Vorläufer des Wetterphänomens El Niño zusammenbrauen. El Niño ist ein natürlich auftretendes Phänomen, bei dem sich die Wasseroberfläche im Pazifik erwärmt, was zu weltweiten Veränderungen der Winde, des Luftdrucks und der Niederschläge führt. In der Folge steigt das Risiko für Wetterextreme.

Das Phänomen tritt alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert normalerweise zwischen neun und zwölf Monate. Der letzte El Niño trug dazu bei, dass 2023 und 2024 die wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen waren. Der WMO zufolge könnte der sich nun zusammenbrauende El Niño aber noch stärker ausfallen als die vorherigen.

Burgess sagte dazu, dass es noch zu früh sei, zuverlässige Vorhersagen über die Intensität des bevorstehenden El Niño zu treffen. Dennoch würden die Temperaturen 2027 "wahrscheinlich" über das Niveau des bisherigen Rekordjahres 2024 hinausgehen, vermutete die Forscherin. Sie verwies darauf, dass die Auswirkungen von El Niño auf die globalen Temperaturen typischerweise ein Jahr nach seinem Höhepunkt am größten seien.

Copernicus zufolge war der Monat April der drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Die globalen Temperaturen lagen demnach 1,43 Grad über dem vorindustriellen Referenzwert. Dies führe zu Bedingungen, die die Voraussetzungen für einen heißen und trockenen Sommer mit zahlreichen Waldbränden in Europa schaffen, hieß es weiter.

D.W.Robertson--EWJ

Empfohlen

Nächster IPCC-Bericht: Chef des Weltklimarats drängt zu schneller Einigung bei Termin

Nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen über den Zeitplan für den nächsten großen Sachstandsbericht strebt der Weltklimarat (IPCC) eine rasche Einigung an. Einen Konsens zu erzielen, sei "entscheidend", sagte der Chef des Weltklimarats, Jim Skea, am Montag. Das Gremium der Vereinten Nationen ist die maßgebliche Instanz für Klimawissenschaft.

Geld pro eingesparter Tonne CO2: Staatliche Förderung für Industrieinvestitionen

Das Bundeswirtschaftsministerium setzt 2027 das Förderprogramm für die energieintensive Industrie im Rahmen sogenannter CO2-Differenzverträge fort. Für 2026 sei das Interesse der Unternehmen sehr groß gewesen, es seien "substantiell" mehr Fördermittel als die zur Verfügung stehenden fünf Milliarden Euro beantragt worden, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag. Deshalb werde nun bereits das Verfahren für die nächste Vergaberunde im kommenden Jahr gestartet.

UN-Biodiversitätskonferenz in Eriwan zieht Zwischenbilanz bei Artenschutz-Zusagen

In der armenischen Hauptstadt Eriwan beginnt am Montag die 17. UN-Konferenz zur Umsetzung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD). Bei der sogenannten COP17 beraten Vertreter aus fast 200 Staaten zwei Wochen lang über Maßnahmen gegen den rasanten Rückgang der Biodiversität, die auch für den Klimaschutz eine wichtige Rolle spielt. Das Treffen in Eriwan soll für eine erste Bestandsaufnahme des Globalen Biodiversitätsrahmens von Kunming-Montreal genutzt werden.

Heftige Zusammenstöße bei Protesttag in Frankreich - 166 Festnahmen

Begleitet von heftigen Zusammenstößen mit Sicherheitskräften sind in Frankreich am Samstag zehntausende Menschen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem auf die Straße gegangen. Aus dem Umfeld von Innenminister Laurent Nuñez lagen am Mittag Zahlen vor, wonach an Kundgebungen und Protestaktionen außerhalb von Paris mehr als 32.000 Demonstrierende teilnahmen. In mehreren Städten gab es gewaltsame Auseinandersetzungen; bis zum Mittag wurden 166 Menschen festgenommen.

Textgröße ändern: