English Woman's Journal - Deutschland: Konferenz in Santa Marta ist "Meilenstein" für Ausstieg aus fossilen Energien

Deutschland: Konferenz in Santa Marta ist "Meilenstein" für Ausstieg aus fossilen Energien


Deutschland: Konferenz in Santa Marta ist "Meilenstein" für Ausstieg aus fossilen Energien
Deutschland: Konferenz in Santa Marta ist "Meilenstein" für Ausstieg aus fossilen Energien / Foto: Raul ARBOLEDA - AFP

Zum Abschluss der internationale Konferenz für einen Ausstieg aus den fossilen Energien in Kolumbien hat ein Vertreter der Bundesregierung eine positive Bilanz gezogen. Die Konferenz sei ein "Meilenstein", da sich erstmals "über 50 Staaten aus allen Regionen der Welt in dieser Breite und Intensität zusammengefunden (haben), um konkrete Schritte für den Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle zu beraten", erklärte Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth (SPD) am Donnerstag aus der kolumbianischen Küstenstadt.

Textgröße ändern:

Diese "neue Qualität der internationalen Zusammenarbeit" zeige, dass die Abkehr von fossilen Energieträgern "kein Nischenthema mehr sei, sondern zum globalen Konsens werde", fügte Flasbarth hinzu.

In der karibischen Hafenstadt hatten sich seit Dienstag auf Einladung Kolumbiens und der Niederlande Regierungsvertreter aus mehr als 50 Staaten versammelt, um über den globalen Ausstieg aus den Fossilen zu beraten. Laut Flasbarth stehen die Teilnehmer für ein Drittel des globalen Verbrauchs und ein Fünftel der globalen Produktion fossiler Energien.

"Von Santa Marta geht damit ein starkes Signal aus: Die Zukunft der Energieversorgung ist erneuerbar – und ein großer Teil der internationalen Gemeinschaft geht diese jetzt, gemeinsam und entschlossen an", erklärte Flasbarth weiter.

Auch Vertreter der Zivilgesellschaft hatten in Santa Marta über den Ausstieg aus fossilen Energien unter dem Eindruck der gegenwärtigen Ölkrise diskutiert.

Das katholische Hilfswerk Misereor, WWF Deutschland und Germanwatch äußerten sich zum Abschluss der Konferenz positiv: Misereor hob hervor, in Santa Marta seien "zentrale Dimensionen eines gerechten Übergangs" in der Energiewende zusammengeführt worden. Dazu gehörten demnach Menschenrechte, soziale Folgen auch mögliche Investorenklagen sowie die historische Verantwortung reicher Staaten.

Germanwatch teilte mit, schon die Tatsache, dass diese Konferenz überhaupt stattgefunden habe, sei angesichts des "massiven Drucks der von der fossilen Lobby dominierten Staaten rund um die USA ein großer Erfolg". WWF Deutschland bezeichnete die Konferenz als "ermutigendes Signal", die "den Grundstein für eine neue, umsetzungsorientierte Initiative gelegt" habe.

Die Konferenz-Ausrichter Kolumbien und Niederlande wollten explizit Staaten miteinander vernetzen, die beim Klimaschutz vorangehen wollen. Die Initiative zu den Beratungen ambitionierter Länder ist auch eine Reaktion auf die oftmals langwierigen und zähen Verhandlungen auf UN-Ebene, bei denen die mehr als 190 Mitgliedstaaten einen Konsens finden müssen. Öl-Länder wie Saudi-Arabien blockieren dabei immer wieder ehrgeizige Beschlüsse für den Klimaschutz.

R.Mcintosh--EWJ

Empfohlen

Nächster IPCC-Bericht: Chef des Weltklimarats drängt zu schneller Einigung bei Termin

Nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen über den Zeitplan für den nächsten großen Sachstandsbericht strebt der Weltklimarat (IPCC) eine rasche Einigung an. Einen Konsens zu erzielen, sei "entscheidend", sagte der Chef des Weltklimarats, Jim Skea, am Montag. Das Gremium der Vereinten Nationen ist die maßgebliche Instanz für Klimawissenschaft.

Geld pro eingesparter Tonne CO2: Staatliche Förderung für Industrieinvestitionen

Das Bundeswirtschaftsministerium setzt 2027 das Förderprogramm für die energieintensive Industrie im Rahmen sogenannter CO2-Differenzverträge fort. Für 2026 sei das Interesse der Unternehmen sehr groß gewesen, es seien "substantiell" mehr Fördermittel als die zur Verfügung stehenden fünf Milliarden Euro beantragt worden, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag. Deshalb werde nun bereits das Verfahren für die nächste Vergaberunde im kommenden Jahr gestartet.

UN-Biodiversitätskonferenz in Eriwan zieht Zwischenbilanz bei Artenschutz-Zusagen

In der armenischen Hauptstadt Eriwan beginnt am Montag die 17. UN-Konferenz zur Umsetzung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD). Bei der sogenannten COP17 beraten Vertreter aus fast 200 Staaten zwei Wochen lang über Maßnahmen gegen den rasanten Rückgang der Biodiversität, die auch für den Klimaschutz eine wichtige Rolle spielt. Das Treffen in Eriwan soll für eine erste Bestandsaufnahme des Globalen Biodiversitätsrahmens von Kunming-Montreal genutzt werden.

Heftige Zusammenstöße bei Protesttag in Frankreich - 166 Festnahmen

Begleitet von heftigen Zusammenstößen mit Sicherheitskräften sind in Frankreich am Samstag zehntausende Menschen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem auf die Straße gegangen. Aus dem Umfeld von Innenminister Laurent Nuñez lagen am Mittag Zahlen vor, wonach an Kundgebungen und Protestaktionen außerhalb von Paris mehr als 32.000 Demonstrierende teilnahmen. In mehreren Städten gab es gewaltsame Auseinandersetzungen; bis zum Mittag wurden 166 Menschen festgenommen.

Textgröße ändern: