English Woman's Journal - Weniger Bürokratie für Landwirte: Bundesregierung bringt neues Düngerecht auf den Weg

Weniger Bürokratie für Landwirte: Bundesregierung bringt neues Düngerecht auf den Weg


Weniger Bürokratie für Landwirte: Bundesregierung bringt neues Düngerecht auf den Weg
Weniger Bürokratie für Landwirte: Bundesregierung bringt neues Düngerecht auf den Weg / Foto: Ina FASSBENDER - AFP

Bei der Düngung von Äckern und Feldern soll es nach dem Willen der Bundesregierung künftig weniger Bürokratie für die Landwirte geben. Das Bundeskabinett in Berlin beschloss hierfür am Mittwoch einen Gesetzentwurf des Landwirtschaftsministeriums, der auf eine Stärkung des Verursacherprinzips bei der Düngung abzielt. Betriebe, die besonders wasserschonend wirtschaften, sollten hingegen "von unnötiger Schreibtischarbeit befreit werden", erklärte Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU).

Textgröße ändern:

Der Einsatz von Düngemitteln in der Landwirtschaft sei "wichtig, um die Bodenfruchtbarkeit, die Bereitstellung von Nährstoffen für die Pflanzen und damit die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln in Deutschland zu sichern", erklärte das Ministerium. Gleichwohl seien die Gewässer "in einigen Regionen Deutschlands weiterhin durch hohe Nitratgehalte belastet". Deshalb solle das Düngerecht künftig "zielgenauer, einfacher und praxistauglicher ausgestaltet" werden.

Konkret will die Bundesregierung ein bundesweites Monitoring einführen. Dabei soll möglichst auf Daten zurückgegriffen werden, die bereits erhoben wurden oder die von den landwirtschaftlichen Betrieben ohnehin zu dokumentieren sind, um zusätzlichen Aufwand zu vermeiden. Mit dem Monitoring will die Bundesregierung auch ihren Zusagen gegenüber der Brüsseler EU-Kommission nachkommen, die jahrelang wegen der teils hohen Nitratbelastung in Deutschland gegen die Bundesrepublik mit einem Vertragsverletzungsverfahren vorgegangen war.

"Diejenigen, die das Grundwasser belasten, nehmen wir stärker in die Pflicht", erklärte Agrarminister Rainer. "Mit dem geplanten Monitoring schaffen wir die nötige Datenbasis, um endlich ein System zur Stärkung des Verursacherprinzips bei der Düngung in Deutschland zu etablieren." Zugleich werde damit ein System beedent, "das viele Betriebe unnötig belastet hat", betonte der Minister.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der in der Vergangenheit wiederholt steigende Kosten bei der Trinkwasseraufbereitung durch die Nitratbelastung kritisiert hatte, bemängelte am Mittwoch, dass das geplante Monitoring zu kurz greife, da "keine systematische Erfassung betrieblicher Nährstoffflüsse" vorgesehen sei.

Nitrat gelangt vor allem über das Düngen ins Grundwasser. Laut deutschem Nitratbericht 2024 wurden in den Jahren 2020 bis 2022 an jeder vierten Messstelle die EU-weit festgelegten Grenzwerte überschritten.

O.Wood--EWJ

Empfohlen

Nächster IPCC-Bericht: Chef des Weltklimarats drängt zu schneller Einigung bei Termin

Nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen über den Zeitplan für den nächsten großen Sachstandsbericht strebt der Weltklimarat (IPCC) eine rasche Einigung an. Einen Konsens zu erzielen, sei "entscheidend", sagte der Chef des Weltklimarats, Jim Skea, am Montag. Das Gremium der Vereinten Nationen ist die maßgebliche Instanz für Klimawissenschaft.

Geld pro eingesparter Tonne CO2: Staatliche Förderung für Industrieinvestitionen

Das Bundeswirtschaftsministerium setzt 2027 das Förderprogramm für die energieintensive Industrie im Rahmen sogenannter CO2-Differenzverträge fort. Für 2026 sei das Interesse der Unternehmen sehr groß gewesen, es seien "substantiell" mehr Fördermittel als die zur Verfügung stehenden fünf Milliarden Euro beantragt worden, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag. Deshalb werde nun bereits das Verfahren für die nächste Vergaberunde im kommenden Jahr gestartet.

UN-Biodiversitätskonferenz in Eriwan zieht Zwischenbilanz bei Artenschutz-Zusagen

In der armenischen Hauptstadt Eriwan beginnt am Montag die 17. UN-Konferenz zur Umsetzung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD). Bei der sogenannten COP17 beraten Vertreter aus fast 200 Staaten zwei Wochen lang über Maßnahmen gegen den rasanten Rückgang der Biodiversität, die auch für den Klimaschutz eine wichtige Rolle spielt. Das Treffen in Eriwan soll für eine erste Bestandsaufnahme des Globalen Biodiversitätsrahmens von Kunming-Montreal genutzt werden.

Heftige Zusammenstöße bei Protesttag in Frankreich - 166 Festnahmen

Begleitet von heftigen Zusammenstößen mit Sicherheitskräften sind in Frankreich am Samstag zehntausende Menschen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem auf die Straße gegangen. Aus dem Umfeld von Innenminister Laurent Nuñez lagen am Mittag Zahlen vor, wonach an Kundgebungen und Protestaktionen außerhalb von Paris mehr als 32.000 Demonstrierende teilnahmen. In mehreren Städten gab es gewaltsame Auseinandersetzungen; bis zum Mittag wurden 166 Menschen festgenommen.

Textgröße ändern: