English Woman's Journal - Welt-Artenschutzkonferenz: Forderung nach neuen Schutzmaßnahmen für Aale abgelehnt

Welt-Artenschutzkonferenz: Forderung nach neuen Schutzmaßnahmen für Aale abgelehnt


Welt-Artenschutzkonferenz: Forderung nach neuen Schutzmaßnahmen für Aale abgelehnt
Welt-Artenschutzkonferenz: Forderung nach neuen Schutzmaßnahmen für Aale abgelehnt / Foto: Philip FONG - AFP/Archiv

Bei der Welt-Artenschutzkonferenz im usbekischen Samarkand sind Bemühungen um einen stärkeren Schutz für Aale gescheitert. Die EU konnte sich mit ihrer Forderung, alle Aal-Arten in den Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (Cites) aufzunehmen, am Donnerstag nicht durchsetzen. In einer geheimen Abstimmung sprachen sich fast 75 Prozent der Teilnehmerstaaten dagegen aus.

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Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) gilt als vom Aussterben bedroht und unterliegt seit 2009 einem Handelsverbot. Die EU und Panama pochten darauf, den Schutz auf die übrigen Aal-Arten auszuweiten. Sie argumentieren, dass Aale als Jungfische - dem Zeitpunkt, an dem sie üblicherweise gehandelt werden - praktisch nicht voneinander zu unterscheiden sind. Dies birgt die Gefahr, dass stark gefährdete Europäische Aale versehentlich als wenig bedrohte Aal-Art verkauft werden.

EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall sagte am Donnerstag in Brüssel, es sei trotz des Scheiterns der Abstimmung "wichtig, weiterzumachen". Die EU sei weiterhin davon überzeugt, "dass die Situation der Aale schlecht und die Lage dringend ist", betonte Roswall. Brüssel werde daher weiter mit internationalen Partnern zusammenarbeiten, "um Lösungen zu finden".

Japan, wo besonders viel Aal gegessen wird, lehnte den Vorschlag ab, weitere Aal-Arten unter Schutz zu stellen und betrieb intensiv Lobby-Arbeit. In einer mehr als 100-seitigen Stellungnahme warnten japanische Vertreter, ein solcher Schritt drohe "die Glaubwürdigkeit" der Artenschutzkonferenz zu untergraben und könne "Wilderei und Schmuggel" Tür und Tor öffnen, zudem würden die Preise für Aale steigen. Mehrere afrikanische Staaten lehnten die Maßnahme ebenfalls ab und warnten vor einem unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand.

Das Abstimmungsergebnis sei "nicht sehr überraschend", sagte Oliver Tallowin von der Weltnaturschutzunion (IUCN). Andrew Kerr von der NGO Sustainable Eel Group beklagte, dass "die kurzfristigen kommerziellen und finanziellen Aspekte" die Debatte dominiert hätten. Der Handel mit Aalen sei das "größte Verbrechen gegen Wildtiere" weltweit. Es sei aber ein Erfolg, dass in Samarkand weitere Diskussionen über Datenerhebungen zum Aal und den Schutz dieser Fischart geplant seien.

Bei dem Treffen in Usbekistan beraten seit Montag Experten aus mehr als 180 Ländern über Schutzbestimmungen für zahlreiche Tierarten. Die Konferenz bringt die Unterzeichnerstaaten des Artenschutzübereinkommens Cites zusammen, das den internationalen Handel mit Wildtieren und -pflanzen regelt und derzeit rund 36.000 Arten umfasst.

Bei der bis zum 5. Dezember dauernden Konferenz soll unter anderem das umstrittene Vorhaben diskutiert werden, Regierungen den Verkauf von Elfenbein und Rhinozeros-Hörnern zu erlauben. Die Befürworter argumentieren, durch den Verkauf von Vorräten könnten Regierungen Artenschutzbemühungen finanzieren. Tierschutzorganisationen warnen dagegen, damit könne auch der illegale Handel befeuert werden.

Auch Forderungen nach einem besseren Schutz für mehrere Hai- und Rochenarten stehen auf der Agenda der Konferenz. Der Weißspitzen-Hochseehai soll als vom Aussterben bedroht eingestuft und damit unter die höchste Schutzstufe gestellt werden. Experten erwarten, dass dieser Vorschlag die notwendige Zweidrittelmehrheit bekommt. Geforderte Handelsbeschränkungen für Walhaie und Schlinghaie dürften dagegen für Streit sorgen.

Die Umweltorganisation WWF erklärte am Donnerstag, es sei "dringend notwendig, die bestehenden aber teils erfolglosen Handelsbeschränkungen für Walhaie, Weißspitzen-Hochseehaie sowie Manta- und Teufelsrochen durch ein Handelsverbot zu ersetzen". Bei der Artenschutzkonferenz seien aber "zähe Verhandlungen und Diskussionen" zu erwarten.

O.Jonstone--EWJ

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