English Woman's Journal - UN-Bericht: Wasserkreislauf wegen extremer Klima-Schwankungen immer unberechenbarer

UN-Bericht: Wasserkreislauf wegen extremer Klima-Schwankungen immer unberechenbarer


UN-Bericht: Wasserkreislauf wegen extremer Klima-Schwankungen immer unberechenbarer
UN-Bericht: Wasserkreislauf wegen extremer Klima-Schwankungen immer unberechenbarer / Foto: - - AFP

Mehr Dürren und zugleich mehr Überschwemmungen: Der globale Wasserkreislauf wird laut einem UN-Bericht angesichts extremer Schwankungen infolge des Klimawandels immer unberechenbarer. Im vergangenen Jahr wies nur ein Drittel der weltweiten Flussgebiete "normale" Bedingungen auf, wie die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am Donnerstag bei der Vorstellung ihres Jahresberichts zum Wasserkreislauf in Genf erklärte. Gletscher seien vielerorts dramatisch geschmolzen, während zugleich Dürren und Flutkatastrophen verheerende Schäden anrichteten.

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"Die weltweiten Wasservorräte stehen unter zunehmendem Druck", erklärte WMO-Chefin Celeste Saulo. "Zugleich haben extremere wasserbedingte Gefahren immer größere Auswirkungen auf Leben und Lebensgrundlagen", warnte sie.

Laut dem WMO-Jahresbericht war das vergangene Jahr das heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen. Hohe Temperaturen und weit verbreitete Trockenheit führten demnach zu anhaltenden Dürren im Norden Südamerikas, im Amazonasbecken und im südlichen Afrika. Große Teile Zentral- und Westafrikas, Mitteleuropas und Asiens dagegen waren von überdurchschnittlich hoher Feuchtigkeit und zahlreichen schweren Überschwemmungen betroffen.

Wie zudem aus dem Bericht hervorgeht, fiel 2024 in der tropischen Zone Afrikas ungewöhnlich viel Regen - infolge der Überflutungen starben rund 2500 Menschen, vier Millionen Menschen mussten fliehen. Durch tropische Wirbelstürme und Rekordregenfälle in Asien und im Pazifikraum kamen mehr als tausend Menschen ums Leben. Europa wiederum erlebte die schwersten Überschwemmungen seit mehr als einem Jahrzehnt - dem Bericht zufolge überschritt ein Drittel aller Flussläufe die Hochwassergrenze.

2024 sei das sechste Jahr in Folge mit einem "deutlichen Ungleichgewicht" in den Flussgebieten der Welt gewesen, heißt es in dem Bericht. Zwei Drittel der Flüsse haben demnach "zu viel oder zu wenig" Wasser. Zugleich lagen die Temperaturen von fast allen der weltweit untersuchten 75 großen Seen im Juli vergangenen Jahres über oder weit über dem Normalwert - was sich erheblich auf die Wasserqualität auswirkte.

Besonders alarmierend ist laut dem Bericht der dramatische Massenverlust in allen Gletscherregionen der Welt - bereits das dritte Jahr in Folge. Weltweit gingen insgesamt 450 Gigatonnen Eis verloren - dies entspricht einem riesigen Eisblock von sieben Kilometern Höhe, sieben Kilometern Breite und sieben Kilometern Tiefe.

Das dadurch entstandene Schmelzwasser entspreche der Füllung von 180 Millionen olympischen Schwimmbecken und habe den weltweiten Meeresspiegel in einem einzigen Jahr um 1,2 Millimeter steigen lassen, erklärte die WMO. Mit der Gletscherschmelze geht demnach ein erhöhtes Hochwasserrisiko für hunderte Millionen Menschen in Küstengebieten einher. Besonders stark schmolzen dem Bericht zufolge Gletscher in Skandinavien und Nordasien, andere Regionen erlebte demnach weniger starke Verluste bei den wichtigen Wasserspeichern.

Die WMO forderte angesichts der Entwicklung mehr Überwachung und verstärkten Datenaustausch, um das Verständnis für die Wasserressourcen und die Wasserextreme sowie deren Bewertung "auf globaler, regionaler und lokaler Ebene" zu verbessern. Dies sei "von entscheidender Bedeutung für das Management der Risiken, die durch Dürren, Überschwemmungen und den Verlust der Kryosphäre" entstehen, die das Eis der Pole und Gletscher, aber auch Permafrostböden umfasst.

R.Sutherland--EWJ

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