English Woman's Journal - Niroomand: Olympia-Evaluierung "nur eine Empfehlung"

Niroomand: Olympia-Evaluierung "nur eine Empfehlung"


Niroomand: Olympia-Evaluierung "nur eine Empfehlung"
Niroomand: Olympia-Evaluierung "nur eine Empfehlung" / Foto: Sebastian Christoph Gollnow - (picture alliance/dpa)/SID

Kaweh Niroomand, der Olympiabeauftragte Berlins, misst dem Bericht der zuständigen Evaluierungskommission keine große Bedeutung für die Entscheidung über den deutschen Bewerber für die Sommerspiele bei. "Die Bewertung ist nur eine Empfehlung. Ich habe von vielen Verbandspräsidenten vor Monaten schon gehört: Die Bewertung ist für sie nicht ausschlaggebend. Wenn das so wäre, müsste man ja jetzt schon sagen: München ist der Sieger. Und das ist bei Weitem noch nicht so", sagte Niroomand dem SID am Mittwoch.

Textgröße ändern:

Die Hauptstadt hatte in der Analyse der Kommission, der Vertreter aus dem Deutschen Olympischen Sportbund, Politik und Fachverbänden angehören, klar das Nachsehen gegenüber den Mitbewerbern München und Rhein-Ruhr. In den bepunkteten Kategorien "sportfachliche und operative Eignung" sowie "internationale Wettbewerbsfähigkeit und nationale Akzeptanz" entfallen 87,03 von 100 möglichen Bewertungspunkten auf München und 85,02 auf Köln/Rhein-Ruhr; Berlin (74,64) liegt klar zurück. Laut DOSB gelten in der Bewertungsmatrix 100 bis 80 Punkte als "sehr gut", 79 bis 60 als "gut".

Berlin ragt erwartungsgemäß bei der internationalen Strahlkraft mit dem Höchstwert von 100 Punkten heraus, wurde aber in einigen Detailkategorien und insbesondere bei der Stabilität (50) dramatisch schlechter bewertet als die Kontrahenten. Gerade erst hatte die Linkspartei, Siegerin der Abgeordnetenhauswahl, Olympischen Spielen in Berlin eine Absage erteilt.

Niroomand befand: "Das Entscheidende, was in diesem Bericht steht, ist die internationale Strahlkraft einer Stadt. Und da ist Berlin nach wie vor an oberster Stelle. Was uns punktuell Abzug gebracht hat, ist, dass wir das Referendum nicht gehabt haben und die mangelnde politische Stabilität." Alles andere sei "wirklich Formalität" und gerade im internationalen Vergleich "sogar völlig unwichtig".

Kritik äußerte Niroomand an der bei der Erstellung des Berichts angewandten Methodik: "Ich hätte das ganze Verfahren nicht so kompliziert gemacht. Man hat es von Anfang an so kompliziert gemacht, deswegen kommt man auch in Erklärungsnot. Sie können ja in einem Verfahren die Bewertungskriterien nicht festlegen, nachdem die Konzepte eingereicht sind. Das ist das eine. Und wir haben auf vielen Seiten schriftlich dargelegt, wo wir viele Fragezeichen sehen, bevor das Ergebnis bekannt war. Man hat sich bemüht, diese Fragen zu beantworten, aber ich bin mit den Antworten nicht einverstanden gewesen. Das habe ich auch denjenigen vor zwei Wochen schon gesagt."

Am kommenden Samstag wird in Baden-Baden über den deutschen Bewerber entschieden; Hamburg war nach einem negativen Bürgerentscheid bereits ausgeschieden. Im Raum steht eine Kandidatur für die Spiele 2036, 2040 oder 2044.

Ch.Thomson--EWJ

Empfohlen

Kane überragt im Rekordspiel: England besiegt Tschechien

Harry Kane hat sein Rekordspiel für Englands Fußball-Nationalmannschaft vergoldet. Beim 3:0 (2:0) in der Nations League gegen Tschechien stellte der Stürmerstar des FC Bayern mit seinem 125. Länderspiel nicht nur den Uralt-Rekord von Torhüter Peter Shilton ein, sondern schoss die Three Lions mit einem Doppelpack (40./57.) und einem erzwungenen Eigentor (27.) auch noch im Alleingang zum hochverdienten Sieg.

Ronaldo klagt an: "Der Trainer hat sein Wort gebrochen"

Cristiano Ronaldo hat einen Rücktritt aus der portugiesischen Nationalmannschaft ausgeschlossen, macht eine Fortsetzung seiner Karriere in der Selecao aber offenbar von einer Ablösung von Nationaltrainer Jorge Jesus abhängig. "Der Trainer hat sein Wort mir gegenüber gebrochen", behauptete der 41-Jährige in seinem längst erwarteten Statement, in dem er wie angekündigt "die Wahrheit" über seine überstürzte Abreise von der Selecao in der vergangenen Woche ans Licht bringen wollte.

Doppelpack Pejcinovic: U21 löst das EM-Ticket

Die deutschen U21-Fußballer haben sich für die Europameisterschaft 2027 in Albanien und Serbien qualifiziert. Das Team von DFB-Trainer Antonio Di Salvo feierte mit dem 2:0 (1:0) in Bielefeld gegen Georgien den neunten Sieg im zehnten Qualifikationsspiel und hielt der Drucksituation im Fernduell mit Griechenland um den Gruppensieg zum Abschluss der Gruppe F stand.

Messi vor Abschiedsspiel: "Ich gehe in Frieden"

Superstar Lionel Messi (39) hat sich vor seinem Abschiedsspiel für die argentinische Fußball-Nationalmannschaft mit einem emotionalen Statement an seine Fans gewandt. "Der Moment ist gekommen. Ich gehe in Frieden, ich habe alles gegeben. Dieses Trikot war mein Traum, mein Stolz und mein Leben", sagte Messi in einem Video, das von Adidas Football in den Sozialen Medien veröffentlicht wurde. Messi bestreitet in der Nacht auf Mittwoch (1.00 Uhr MESZ) in Buenos Aires gegen den Benin sein 208. und letztes Länderspiel für Argentinien.

Textgröße ändern: