English Woman's Journal - Das Formel-1-Reife(n)zeugnis: Madrid

Das Formel-1-Reife(n)zeugnis: Madrid


Das Formel-1-Reife(n)zeugnis: Madrid
Das Formel-1-Reife(n)zeugnis: Madrid / Foto: Thomas COEX - SID

Es muss nicht immer die ganz große Glanzvorstellung sein. Manchmal genügt es, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Und so feierte Kimi Antonelli den nächsten Sieg auf dem langen Weg zur Formel-1-Weltmeisterschaft eher unverhofft. Doch am Ende war der Erfolg - wenn auch durch einen günstigen Rennverlauf - souverän. Bereits 81 Punkte liegt Antonelli nun vor seinem Mercedes-Teamkollegen George Russell. Dies und weitere Erkenntnisse aus Madrid.

Textgröße ändern:

KIMI ANTONELLI: Mercedes-Teamchef Toto Wolff winkte rasch ab. "Wir hatten bislang gar kein Glück in dieser Saison, jetzt haben wir profitiert", sagte er, schob aber hinterher, dass der Sieg aufgrund von "Kimis Speed schon okay" sei. Weil zu einem sehr günstigen Zeitpunkt eine Virtual-Safety-Car-Phase ausgerufen wurde, konnte Antonelli an die Box kommen und den bis dahin überlegen führenden Lando Norris überflügeln. Es war also anders als zuletzt in Monza keine Gala, mit der Antonelli zum nächsten Sieg stürmte, aber der Italiener verwandelte diese Steilvorlage eben auch eiskalt. Auf dem anspruchsvollen Kurs blieb der 20-Jährige fehlerfrei, obwohl ihm der viermalige Weltmeister Max Verstappen und der aktuelle Champion Lando Norris auf den Fersen waren. "Wir haben den Sieg nicht verdient, Lando hätte ihn verdient", sagte er später und gelobte Besserung für die Zukunft.

LANDO NORRIS: Hätte der Weltmeister nicht so einen schlechten Saisonstart gehabt, könnte er sich vielleicht einen Titelkampf mit Überflieger Antonelli liefern. In dieser Phase ist der Brite im McLaren einer der schnellsten Fahrer im Feld, feierte jüngst zwei Siege und lag auch in Madrid zunächst auf Kurs. Doch dann wendete sich das Blatt. "Das Glück war nicht auf unserer Seit", sagte er: "Ich konnte nichts machen. Es ist frustrierend." Nach 14 von 23 WM-Rennen liegt er 106 Punkte hinter Antonelli. Doch es bleibt das Gefühl, dass noch etwas möglich ist.

FERRARI: Das Rennen für Lewis Hamilton war bereits in der sechsten Runde vorbei, technische Probleme mit der Bremse zwangen den Rekordweltmeister zum frühen Aus. Bei Charles Leclerc pokerte Ferrari: In der Hoffnung auf eine späte Safety-Car-Phase zögerte der Kommandostand den Boxenstopp lange heraus, doch der Plan ging nicht auf. Leclerc kam als Vierter ins Ziel. Eine Wiedergutmachung für das Heimdebakel in Monza war Madrid wahrlich nicht. Immerhin: Diesmal kamen sich Leclerc und Hamilton nicht in die Quere.

MAX VERSTAPPEN: Mit seinem zweiten Platz war der Niederländer sichtlich zufrieden. "Ich hatte nicht das Tempo von Kimi, und ich hatte erst recht nicht das Tempo von Lando", sagte er: "Wir haben das Maximum herausgeholt." In dieser Saison wartet Verstappen noch auf seinen ersten Sieg. Hinter Mercedes, Ferrari und McLaren ist Red Bull nur die vierte Kraft. Das ist dem Niederländer bewusst. "In dieser Saison wird es definitiv kein Comeback von mir im Titelrennen geben", meinte er grinsend.

NICO HÜLKENBERG: Am Ende war es "ein Pünktchen", doch das hatte sich der Deutsche als Zehnter redlich verdient. Für den Routinier läuft es in Premierensaison von Audi langsam besser, zuletzt punktete das Team regelmäßig. Zufrieden ist Hülkenberg aber längst noch nicht. Beim Großen Preis von Aserbaidschan in zwei Wochen wartet eine ganz andere Aufgabe: Der Stadtkurs in Baku mit einer über zwei Kilometer langen Geraden ist der Gegenentwurf zum kurvenreichen Madring.

L.Paterson--EWJ

Empfohlen

Kane überragt im Rekordspiel: England besiegt Tschechien

Harry Kane hat sein Rekordspiel für Englands Fußball-Nationalmannschaft vergoldet. Beim 3:0 (2:0) in der Nations League gegen Tschechien stellte der Stürmerstar des FC Bayern mit seinem 125. Länderspiel nicht nur den Uralt-Rekord von Torhüter Peter Shilton ein, sondern schoss die Three Lions mit einem Doppelpack (40./57.) und einem erzwungenen Eigentor (27.) auch noch im Alleingang zum hochverdienten Sieg.

Ronaldo klagt an: "Der Trainer hat sein Wort gebrochen"

Cristiano Ronaldo hat einen Rücktritt aus der portugiesischen Nationalmannschaft ausgeschlossen, macht eine Fortsetzung seiner Karriere in der Selecao aber offenbar von einer Ablösung von Nationaltrainer Jorge Jesus abhängig. "Der Trainer hat sein Wort mir gegenüber gebrochen", behauptete der 41-Jährige in seinem längst erwarteten Statement, in dem er wie angekündigt "die Wahrheit" über seine überstürzte Abreise von der Selecao in der vergangenen Woche ans Licht bringen wollte.

Doppelpack Pejcinovic: U21 löst das EM-Ticket

Die deutschen U21-Fußballer haben sich für die Europameisterschaft 2027 in Albanien und Serbien qualifiziert. Das Team von DFB-Trainer Antonio Di Salvo feierte mit dem 2:0 (1:0) in Bielefeld gegen Georgien den neunten Sieg im zehnten Qualifikationsspiel und hielt der Drucksituation im Fernduell mit Griechenland um den Gruppensieg zum Abschluss der Gruppe F stand.

Messi vor Abschiedsspiel: "Ich gehe in Frieden"

Superstar Lionel Messi (39) hat sich vor seinem Abschiedsspiel für die argentinische Fußball-Nationalmannschaft mit einem emotionalen Statement an seine Fans gewandt. "Der Moment ist gekommen. Ich gehe in Frieden, ich habe alles gegeben. Dieses Trikot war mein Traum, mein Stolz und mein Leben", sagte Messi in einem Video, das von Adidas Football in den Sozialen Medien veröffentlicht wurde. Messi bestreitet in der Nacht auf Mittwoch (1.00 Uhr MESZ) in Buenos Aires gegen den Benin sein 208. und letztes Länderspiel für Argentinien.

Textgröße ändern: