English Woman's Journal - Tränen statt Triumph: Sabalenka und die neue Tennisordnung

Tränen statt Triumph: Sabalenka und die neue Tennisordnung


Tränen statt Triumph: Sabalenka und die neue Tennisordnung
Tränen statt Triumph: Sabalenka und die neue Tennisordnung / Foto: Sarah Stier - SID

Aryna Sabalenka fühlte sich sichtlich unwohl. Die langjährige Hartplatz-Dominatorin und einst unangefochtene Nummer eins im Damentennis hielt ihren Silberteller fest umklammert und suchte nach der obligatorischen Siegerehrung sofort das Weite. Ihren Schläger hatte die Belarussin nach dem 4:6, 7:5, 2:6 im US-Open-Finale gegen Jelena Rybakina im Affekt zerschlagen, untröstlich, wütend und ratlos suchte sie nach den passenden Worten.

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"Ich bin natürlich sehr enttäuscht, aber ich möchte Jelena zu einem unglaublichen Jahr und Turnier gratulieren", sagte Sabalenka unter Tränen. Den ersten Platz in der Weltrangliste hatte die 28-Jährige bereits durch Rybakinas Halbfinaleinzug in New York eingebüßt, am Samstag stürmte die ein Jahr jüngere Kasachin mit äußerlicher Ruhe und Konstanz in ihrem Spiel endgültig ihr Reich: Sabalenka ist nicht mehr die Königin der Hartplätze, nach den Australien Open ging in diesem Jahr auch der Siegerpokal der US Open im Finalduell an Rybakina.

Die gebürtige Russin, ein Gegenpol zur von ihren Emotionen lebenden und teils auch an ihnen scheiternden Sabalenka, wirkte fast ein wenig verloren im hellen Licht der Pyro-Fontänen. "Ich hatte das nicht erwartet, als ich zu diesem Turnier kam", sagte sie und bezeichnete Sabalenka demütig als "großen Champion".

Die Tenniswelt sieht aber momentan zumindest anders aus. Wenn am Montag die neue WTA-Rangliste erscheint, steht Rybakina an der Spitze - und Sabalenka, die seit März auf einen Turniersieg wartet nach drei erfolgreichen Jahren erstmals eine Saison ohne Grand-Slam-Titel beenden wird, muss sich wieder herankämpfen.

"Ich wünschte, ich hätte besser gespielt. Hoffentlich im nächsten Jahr", sagte Sabalenka und verschwand bald darauf in den Katakomben des riesigen Arthur Ashe Stadium, das sie 2024 und 2025 als Turniersiegerin verlassen hatte.

D.Findlay--EWJ

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