English Woman's Journal - WM-Revolution: DSV reagiert zurückhaltend, ÖSV ablehnend

WM-Revolution: DSV reagiert zurückhaltend, ÖSV ablehnend


WM-Revolution: DSV reagiert zurückhaltend, ÖSV ablehnend
WM-Revolution: DSV reagiert zurückhaltend, ÖSV ablehnend / Foto: Ulrich Wagner - picture-alliance/SID

Zurückhaltende Zustimmung beim DSV, harsche Kritik vom ÖSV: Die revolutionären Pläne des Weltverbandes FIS für jährliche Weltmeisterschaften haben bei den mächtigen Ski-Landesverbänden aus Deutschland und Österreich nicht unbedingt ganz große Gegenliebe erzeugt. Der Deutsche Skiverband zeigte sich dabei zugänglicher für die geplanten Änderungen als die Nachbarn in Österreich.

Textgröße ändern:

"Wir stehen einem zusätzlichen WM-Zyklus grundsätzlich offen gegenüber, sehen aber durchaus kritische Punkte, die in einer solchen Entscheidung sorgfältig abgewogen werden müssen. Von der sportlichen Wertigkeit und der Wirtschaftlichkeit bis hin zu den Auswirkungen auf den Weltcup und den ohnehin anspruchsvollen internationalen Kalender", sagte DSV-Vorstand Stefan Schwarzbach dem SID.

Man solle "Alpin und Nordisch nicht zwangsläufig über einen Kamm scheren, da die wirtschaftlichen, medialen und vermarktungsbezogenen Rahmenbedingungen unterschiedlich sind", sagte Schwarzbach: "Entscheidend ist für uns daher der tatsächliche Mehrwert für den Skisport insgesamt. Eine zusätzliche Weltmeisterschaft kann Chancen bieten, sollte aber nicht lediglich zusätzliche Belastungen für Athleten, Veranstalter und Verbände erzeugen."

Konsequenz für Schwarzbach: "Deshalb halten wir es für wichtig, das Konzept der FIS auf Basis belastbarer sportlicher und wirtschaftlicher Analysen offen und sachlich weiter zu diskutieren."

Österreichs Skiverband stellte klar, dass er das geplante Modell eines nahezu jährlichen WM-Zyklus "aus sportlicher und strategischer Sicht" für "nicht sinnvoll" erachte: "Eine nahezu jährliche Austragung birgt aus ÖSV-Sicht die große Gefahr einer Inflationierung und damit einer schleichenden Entwertung des sportlichen Stellenwerts einer Weltmeisterschaft und eines WM-Titels."

Die Österreicher befürchten eine Entwertung der Weltcups, in denen der ÖSV mit Topveranstaltungen wie den Alpin-Rennen in Kitzbühel und Wengen oder den Tourneespringen vertreten ist: "Wenn es in nahezu jeder Saison entweder Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften gibt, besteht die Gefahr, dass die Bedeutung einzelner Weltcup-Saisonen und Weltcup-Veranstaltungen geschwächt wird."

Der derzeit wohl beste Wintersportler der Welt reagierte zwiegespalten. "Mir gefällt, dass etwas Neues gewagt wird und normalerweise unterstütze ich Änderungen, dennoch bin ich hier erstmal skeptisch", sagte Norwegens Langlauf-Star Johannes Hösflot Kläbo. Eine WM müsse etwas "Besonderes" bleiben, wie Olympia oder Fußball-WM mit vierjährigem Rhythmus. Teilnehmen würde Kläbo aber.

Das FIS-Council hatte am Donnerstag im Schweizer Thun beschlossen, nur noch in olympischen Jahren auf Weltmeisterschaften zu verzichten. Begonnen werden soll der neue WM-Rhythmus bereits 2032, womöglich sogar schon 2028.

Bislang finden alpine und nordische Weltmeisterschaften oder die Titelkämpfe der Snowboarder und Skifreestyler nur in ungeraden Jahren, also alle zwei Jahre statt. In anderen Wintersportarten wie Biathlon oder Bob/Rodeln ist der "3 von 4"-Modus, also Weltmeisterschaften in allen nichtolympischen Jahren, seit langer Zeit Standard.

O.Wood--EWJ

Empfohlen

Pokal-Ausschreitungen: Zuschauer-Teilausschluss für Mannheim

Drittligist Waldhof Mannheim ist nach den massiven Ausschreitungen im DFB-Pokalspiel gegen den Lokalrivalen 1. FC Kaiserslautern zu einem Zuschauer-Teilausschluss sowie einer Geldstrafe verurteilt worden. Dies entschied das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Demnach müssen die Mannheimer im kommenden Drittliga-Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II am 25. Oktober ohne Teile ihrer Fans auskommen, eine weitere Partie wurde bis Ende 2028 zur Bewährung ausgesetzt.

FIFA-Sitzung: Infantino-Entschuldigung, aber offene Fragen

FIFA-Chef Gianni Infantino hat bei der mit Spannung erwarteten Council-Sitzung des Fußball-Weltverbandes um Entschuldigung gebeten, aber wichtige Fragen offengelassen. "Wir haben sehr viele kritische Fragen gestellt, befriedigende Antworten hat es aus meiner Sicht nicht gegeben", sagte DFB-Chef Bernd Neuendorf nach dem rund dreistündigen Treffen am Donnerstag.

Achillessehnenriss: Ski-Star Kilde wieder schwer verletzt

Der norwegische Alpin-Superstar Aleksander Aamodt Kilde hat sich erneut schwer verletzt. Wie der norwegische Skiverband am Donnerstag mitteilte, war der 34 Jahre alte Speed-Spezialist am Mittwoch während eines Abfahrtstrainings in Chile gestürzt und erlitt einen Riss der Achillessehne. Der Verband machte keine Angaben zur Dauer seiner Ausfallzeit, der Winter 2026/27 könnte für Kilde allerdings schon vorbei sein, bevor er begonnen hat.

Bahnrad-WM: Frauen-Vierer gewinnt Bronze

Der deutsche Frauen-Vierer hat bei der Bahnrad-WM in Shanghai Bronze gewonnen und damit für die dritte Medaille des deutschen Teams gesorgt. Im kleinen Finale setzten sich die die Tokio-Olympiasiegerinnen Franziska Brauße, Lisa Klein und Mieke Kröger sowie Messane Bräutigam in 4:10,554 Minuten gegen die Niederlande (4:10,803) durch.

Textgröße ändern: