English Woman's Journal - Menschenrechtler ernüchtert: "WM für ein paar Glückliche"

Menschenrechtler ernüchtert: "WM für ein paar Glückliche"


Menschenrechtler ernüchtert: "WM für ein paar Glückliche"
Menschenrechtler ernüchtert: "WM für ein paar Glückliche" / Foto: Molly Darlington - GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

Kurz vor dem Ende der Fußball-WM haben Menschenrechtsorganisationen dem Weltverband FIFA ein äußerst schlechtes Zeugnis ausgestellt. "Diese Weltmeisterschaft fand vor dem Hintergrund des repressiven Vorgehens der US-Regierung gegen Einwanderer statt", sagte Minky Worden von Human Rights Watch am Donnerstag in New York. Die FIFA habe es versäumt, gegenüber der US-Regierung von Donald Trump ihre eigenen Menschenrechtsstandards einzuhalten.

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Von der vermeintlich "inklusivsten WM der Geschichte" könne daher keine Rede sein. "Die FIFA hatte versprochen, dass sich jeder sicher fühlen kann. Die Wahrheit ist eine andere. ICE etwa hat die Zahl der Verhaftungen verdoppelt", sagte Daniel Noroña von Amnesty International USA bei einer Medienrunde. Die "demokratische Kraft" des Fußballs habe die FIFA zu keiner Zeit genutzt.

Die französische Nationalmannschaft sei sogar in einem Flugzeug zum WM-Halbfinale gereist, das einen Tag zuvor zur Abschiebung von Menschen nach Nicaragua genutzt worden sei. "Die Grausamkeit geht weiter - und sie hört nicht auf", sagte Noroña.

Ronan Evain von der Fanvereinigung Football Supporters Europe kritisierte zudem die undurchsichtige Vergabe von Visa an Fans gerade aus nichteuropäischen Ländern. "Unsere Beobachtungen haben kaum oder gar keine Hinweise darauf ergeben, dass Ticketinhaber aus Afrika und Asien tatsächlich Visa für die Einreise in die USA erhalten haben", sagte Evain.

Die Fans dieser Länder in den Stadien seien meist US-Bürger gewesen. "Wir haben Anhänger aus Ägypten, Senegal, Kap Verde und vielen anderen Ländern interviewt. Wir haben nur welche gefunden, die in den USA leben oder eine andere Nationalität haben als die der Teams, die sie unterstützten. Es war eine WM für ein paar Glückliche", sagte er.

Kritisch äußerte sich auch Gypsy Guillen Kaiser vom "Committee to Protect Journalists" über den Umgang mit kritischen Pressevertretern und Lily Dong Li Rosengard vom weltweiten Dachverband von Organisationen für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Intergeschlechtliche Menschen. "Das war keine inklusive WM", sagte sie, Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft hätten sich nicht willkommen gefühlt.

L.MacDonald--EWJ

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