English Woman's Journal - Nach Karl-Schock: DFB-Elf mit gelungener WM-Generalprobe

Nach Karl-Schock: DFB-Elf mit gelungener WM-Generalprobe


Nach Karl-Schock: DFB-Elf mit gelungener WM-Generalprobe
Nach Karl-Schock: DFB-Elf mit gelungener WM-Generalprobe / Foto: Markus Gilliar - picture-alliance/GES-Sportfoto/SID

Der Karl-Schock ist verdaut, die deutsche Nationalmannschaft startet mit einer historischen Siegesserie im Rücken in die WM: Einen Tag nach dem Turnier-Aus für den Jungstar bezwang der viermalige Weltmeister Co-Gastgeber USA in Chicago mit 2:1 (1:1). Eine gute Woche vor dem WM-Auftakt gegen Außenseiter Curacao bleibt für Julian Nagelsmann aber noch Arbeit.

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"Neuner" Kai Havertz bescherte der DFB-Elf mit seinem Treffer nach 100 Sekunden einen Blitzstart. Die USA kamen durch ein Traumtor von Antonee Robinson (37.) zurück. Karl-Ersatz Leroy Sané (57.) machte den neunten Sieg in Folge perfekt - mit einer solch langen Serie ging eine deutsche Mannschaft noch nie in eine Weltmeisterschaft.

63.636 Fans im ausverkauften Soldier Field sahen einen echten Härtetest - auch vom Wetter her: Zum Anstoß um 13.30 Uhr Ortszeit war es schwül-warm und regnete. "Das ist ein guter Einstieg in die klimatischen Bedingungen", sagte Bundestrainer Nagelsmann.

Obwohl Chicago kein Turnierstandort ist, fühlte es sich für ihn "schon ein bisschen nach WM an". Auch, was die typisch amerikanische Show betraf, inklusive leicht verspätetem Fliegergeschwader über der Arena.

Auf dem Rasen standen vier Personalien im Fokus: Oliver Baumann vertrat im Tor erneut Rückkehrer Manuel Neuer, der noch immer nicht voll belastbar ist. Auf der Position des Linksverteidigers hat Nathaniel Brown seinem Konkurrenten David Raum offenbar den Rang abgelaufen, auf der Doppelsechs Felix Nmecha den Platz neben Aleksandar Pavlovic erobert. Und Sané ist rechts vorne der Ersatz für Karl.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf erhoffte sich nach dessen Ausfall eine "Trotzreaktion", Sportdirektor Rudi Völler, "dass wir noch mehr Sympathiepunkte sammeln. Die Spieler müssen einfach brennen." Das taten sie - Havertz, nach dem Champions-League-Finale verspätet zur Mannschaft gestoßen, traf nach einer Freistoßflanke von Joshua Kimmich per Kopf.

Nur vier Minuten später fiel das vermeintliche 2:0 durch Havertz, doch der Ball war bei Sanés Flanke zuvor im Toraus gewesen. Dann kam die Sonne zurück, das DFB-Feuer aber glimmte nur noch, ein ums andere Mal brannte es im deutschen Strafraum.

Größter Hingucker blieb einstweilen aber der T-Shirt-Wechsel von Nagelsmann - bis Robinson zuschlug. Nachdem Jonathan Tah einen Eckball in die Mitte geklärt hatte, hämmerte der Amerikaner die Kugel aus 18 Metern volley unter die Latte. Angetrieben von Christian Pulisic wurden die Gastgeber stärker und stärker, Tah (44.) verhinderte gegen den Ex-Dortmunder das 1:2.

"Zeitumstellung, Witterung - nach drei, vier Tagen ist es nicht möglich, in den Rhythmus zu kommen", zeigte sich RTL-Experte Lothar Matthäus gnädig, monierte aber "zu viele Fehler im Aufbau". Der bis dahin nicht überzeugende Sané leitete immerhin mal eine Chance ein, die Nmecha (49.) vergab. Sanés Freistoß (54.) ging weiter über das Tor. "Passt zu seinem Spiel", sagte Matthäus streng, "aber vielleicht kommt er noch."

Und er kam, trat den Ball nach Jamal Musialas und Havertz' Vorbereitung ins linke Toreck. Die letzte halbe Stunde nutzte Nagelsmann, um weitere Alternativen zu testen - unter anderem Waldemar Anton rechts hinten für Kimmich.

Das Spiel verflachte zusehends, und die USA waren kaum mehr in der Lage, die deutsche Mannschaft in Verlegenheit zu stürzen. Der eingewechselte Jamie Leweling (73.) vergab nach einem feinen Pass von Musiala, der sich im Verlauf der Partie steigerte, eine weitere Gelegenheit. Baumann (87.) verhinderte mit einer Flugparade den Ausgleich, ehe Nico Schlotterbeck in einer hitzigen Nachspielzeit noch eine Rudelbildung provozierte.

B.Mclean--EWJ

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