English Woman's Journal - Penalty-Drama: DEB-Team verliert auch gegen USA

Penalty-Drama: DEB-Team verliert auch gegen USA


Penalty-Drama: DEB-Team verliert auch gegen USA
Penalty-Drama: DEB-Team verliert auch gegen USA / Foto: ENNIO LEANZA - SID

Ein Start nach Maß, zweimal geführt, doch die Sieglos-Serie nimmt kein Ende: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft schlittert bei der WM in der Schweiz weiter von einer Pleite zur nächsten, hat aber noch immer eine Chance auf das Viertelfinale. Das Team von Bundestrainer Harold Kreis verlor auch gegen den stark dezimierten Olympiasieger und Titelverteidiger USA mit 3:4 (1:1, 2:1, 0:1, 0:0, 0:1) nach Penaltyschießen und kassierte die insgesamt achte WM-Niederlage in Folge - erstmals seit 1990.

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Dabei hatte NHL-Star Moritz Seider die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) vor 8000 Zuschauern schon nach 60 Sekunden erstmals in Führung gebracht, nach dem zweiten Turniertor von Frederik Tiffels an seinem 31. Geburtstag (30.) und dem zwischenzeitlichen 3:2 durch Marc Michaelis (33.) lagen die Deutschen auch im Schlussdrittel vorn. Für die USA waren Isaac Howard (15.) und Max Sasson (26.) erfolgreich, Tommy Novak (55.) rettete den Weltmeister in die Verlängerung. Im Penaltyschießen traf dann lediglich Joshua Samanski, die vierte deutsche Pleite im vierten Spiel in Zürich war besiegelt.

Trotz nur einem Punkt ist ein Weiterkommen noch möglich. Das DEB-Team müsste jedoch nicht nur die restlichen Vorrundenspiele am Freitag (16.20 Uhr) gegen Ungarn, am Samstag gegen Österreich und am Montag (beide 20.20 Uhr/alle ProSieben und MagentaTV) gegen Aufsteiger Großbritannien gewinnen, sondern auch Schützenhilfe erhalten.

Bei den Amerikanern, die zuvor nur die Briten besiegt hatten, gab Matthew Tkachuk sein WM-Debüt. Der zweimalige Stanley-Cup-Sieger mit den Florida Panthers hatte die ersten Spiele verpasst, weil er zum ersten Mal Vater geworden war. Der 28-Jährige war der einzige Olympiasieger von Mailand im US-Team, von den Weltmeistern des vergangenen Jahres standen nur noch zwei auf dem Eis.

"Wir stehen mit dem Rücken an der Wand", hatte Seider vor dem ersten Bully bei MagentaTV gesagt: "Wir haben jetzt vier K.o.-Spiele." Seine wichtigste Forderung: "Wir müssen endlich Tore schießen wollen, das muss das Mindset sein."

Der Kapitän nahm sich selbst beim Wort und brachte das deutsche Team früh zum ersten Mal bei diesem Turnier in Führung. Auf dem Eis stand dabei die Paradereihe mit den beiden NHL-Stürmern Lukas Reichel und Samanski sowie dem Berliner Geburtstagskind Tiffels, die bislang fast alleine für die deutsche Offensive zuständig war.

Tkachuk und Co. kamen nur langsam in Schwung, zudem parierte Grubauer zunächst alle Schüsse auf sein Tor. Bis die DEB-Auswahl mal wieder dem Gegner half: Tiffels passte vors eigene Tor, wo Fabio Wagner die Scheibe verlor, Howard nahm das Geschenk zum Ausgleich für das Team USA, das die WM-Generalprobe gegen Deutschland in Mannheim mit 5:2 gewonnen hatte, dankend an.

Die Powerplay-Misere ging weiter: Auch im zehnten Versuch gelang kein Tor. Auf der Gegenseite verhinderte Grubauer mit starken Paraden einen Rückstand. Zu Beginn des zweiten Drittels überstand die deutsche Mannschaft erst zum vierten Mal eine Unterzahlsituation unbeschadet, doch kurz danach nutzte Sasson einen Fehler von Leon Hüttl zum 1:2. Dann schoss Kai Wissmann zwar den Puck ins Tor, aber der Treffer wurde wegen Abseits zurückgenommen.

Der Ausgleich durch Tiffels zählte dagegen. Dann traf der bislang völlig enttäuschende Michaelis mit seinem ersten Torschuss im ganzen Turnier. Daniel Fischbuch musste derweil in die Kabine, der Stürmer verfolgte mit Verdacht auf Handbruch die restlichen Minuten auf der Tribüne. Er sah, wie Grubauer beim 3:3-Ausgleich bedrängt wurde, die Schiedsrichter aber gaben den Treffer. Von einer Challenge sahen Kreis und sein Trainerteam ab. Nach einer nervösen Verlängerung fiel die Entscheidung im Shootout.

R.Mcintosh--EWJ

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