English Woman's Journal - WM-Fehlstart: Kreis "genauso frustriert" wie die Mannschaft

WM-Fehlstart: Kreis "genauso frustriert" wie die Mannschaft


WM-Fehlstart: Kreis "genauso frustriert" wie die Mannschaft
WM-Fehlstart: Kreis "genauso frustriert" wie die Mannschaft / Foto: Hafner - picture-alliance/nordphoto GmbH/SID

Nach dem kapitalen Fehlstart in die Eishockey-WM saß die Enttäuschung tief. "Genauso frustriert wie ich hier stehe, sitzt die Mannschaft in der Kabine", sagte Bundestrainer Harold Kreis nach der ernüchternden 0:2-Pleite gegen Lettland. Die Bilanz nach den ersten beiden Spielen in Zürich ist niederschmetternd: null Punkte, ein Tor in 120 Minuten, drei Gegentore in vier Unterzahlsituationen, kein einziger Powerplay-Treffer.

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Schon ganz früh im Turnier ist die Viertelfinalteilnahme in großer Gefahr. Denn nun würden Pflichtsiege gegen die "Kleinen" Österreich, Ungarn und Großbritannien nicht zum Weiterkommen reichen, die deutsche Mannschaft muss auch einen der "Großen" schlagen - am Montag den Gastgeber Schweiz oder am Mittwoch (beide 20.20 Uhr/ProSieben und MagentaTV) den Olympiasieger und Titelverteidiger USA.

Warum hakt es derart in der Offensive? "Wir hatten keinen Verkehr vor dem Tor", erklärte Kreis, man habe es dem Bremerhavener DEL-Torhüter Kristers Gudlevskis "zu einfach gemacht". Wie es besser funktioniert, zeigten die Letten beim ersten Gegentor durch Martins Dzierkals (19.), als NHL-Goalie Philipp Grubauer völlig auf dem falschen Fuß erwischt wurde: "Grubi hat überhaupt nichts gesehen, er konnte die Scheibe nicht finden." Man habe eigentlich "wirklich viel Zeit in der Offensivzone verbracht, aber ohne Ertrag", bemängelte Kreis.

Erschreckend war aber auch nach dem zweiten Spiel die Bilanz der "Special Teams". In 14 Minuten Powerplay hat das DEB-Team noch nicht einmal getroffen, obwohl in Joshua Samanski und Nachzügler Lukas Reichel inzwischen zwei NHL-Stürmer auf dem Eis stehen. Dagegen erzielten die Gegner bei deutscher Unterzahl in drei von vier Fällen Tore, diesmal war Rudolfs Balcers (25.) erfolgreich. Obwohl Kreis mit Kapitän Moritz Seider einen der besten NHL-Verteidiger und aus der DEL ausgesprochene Spezialisten im Team hat. Null Prozent Powerplay-Quote bedeuten ebenso den letzten Platz unter den 16 WM-Teams wie 25 Prozent im Penalty-Kill.

"Es ist kein Mangel an System oder Verständnis, wie wir spielen wollen", meinte der Bundestrainer, "glaubt mir, die Jungs sind am meisten frustriert." Im Powerplay meint Kreis, das Problem erkannt zu haben: "Die Spieler möchten unbedingt eine gute spielerische Lösung suchen, anstatt einfach aufs Tor zu ballern, auf den Nachschuss zu gehen und die Unterzahlmannschaft ein bisschen aus dem Konzept zu bringen, um dann noch eine zweite Chance zu kreieren."

N.M.Shaw--EWJ

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