English Woman's Journal - K.o. auf dem Kiez: Wolfsburg schießt St. Pauli in die 2. Liga

K.o. auf dem Kiez: Wolfsburg schießt St. Pauli in die 2. Liga


K.o. auf dem Kiez: Wolfsburg schießt St. Pauli in die 2. Liga
K.o. auf dem Kiez: Wolfsburg schießt St. Pauli in die 2. Liga / Foto: Revierfoto - picture-alliance/Revierfoto/SID

K.o. für den Kiez-Klub, Rettungsanker für die Wölfe: Der VfL Wolfsburg hat im Bundesliga-"Herzschlagfinale" einen kühlen Kopf bewahrt und den FC St. Pauli in die 2. Liga befördert. Während sich die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking durch den verdienten 3:1 (1:0)-Auswärtserfolg in die Relegation rettete, müssen die Hamburger nach einem Gastspiel von nur zwei Jahren wieder zurück in die Zweitklassigkeit.

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Die 20. Saisonniederlage besiegelte das Schicksal des Teams von Coach Alexander Blessin, dessen Sieglos-Serie von zehn Spielen am Ende den Klassenerhalt kostete. Am Samstag nutzte St. Pauli vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntorstadion in der ersten Halbzeit wieder einmal beste Chancen nicht.

Für Wolfsburg trafen Konstantinos Koulierakis per Kopf (37.) und Dzenan Pejcinovic (80.), zudem unterlief St. Paulis bis dahin überragenden Keeper Nikola Vasilj ein Eigentor (64.). Die Hoffnung der Gastgeber nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Abdoulie Ceesay (57.) währte nur kurz. In der Schlussphase schoss Wolfsburgs Christian Eriksen einen Handelfmeter (77.) an die Oberkante der Latte.

Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt den Niedersachsen nicht: Das Relegationshinspiel gegen den Zweitligadritten SV Elversberg, Hannover 96 oder SC Paderborn steigt am kommenden Donnerstag in Wolfsburg, die Entscheidung fällt dann auswärts am Montag drauf (beide 20.30 Uhr/jeweils Sat.1 und Sky).

"Wir fahren da hin und wollen das Spiel gewinnen. Alles andere hat uns nicht zu interessieren", betonte Hecking vor der Partie. Wie Pauli-Coach Blessin mochte auch er sich nicht mit dem Parallelspiel befassen. Zwischenstände aus Heidenheim wurden im Stadion nicht durchgesagt. "Angst hemmt und deshalb wollen wir sie wegschieben", kündigte Blessin an.

Dieses Vorhaben gelang zunächst gut, der Siegzwang schien die Braun-Weißen jedenfalls nicht zu lähmen. In der Anfangsphase stand St. Pauli, das aufgrund der schlechtesten Tordifferenz als Schlusslicht in den letzten Spieltag startete, hinten kompakt und setzte nach vorn vereinzelt Nadelstiche. Nennenswerte Chancen für ein dringend benötigtes Tor blieben allerdings aus.

Bis zur 22. Minute, als sich plötzlich die Ereignisse überschlugen. Zunächst war es St. Paulis Joel Fujita, der das Leder aus rund 25 Metern an die Unterkante der Latte hämmerte - und damit den direkten Gegenzug einleitete. Und so stürmte VfL-Stürmer Adam Daghim im Vollsprint über den halben Platz, um dann zehn Sekunden nach dem Fujita-Wumms völlig frei an Vasilj zu scheitern. Nach der folgenden Ecke stand erneut Vasilj im Brennpunkt, als er einen Daghim-Schuss aus kurzer Distanz an die Latte lenkte.

Das Spiel nahm jetzt mal so richtig Fahrt auf, beide Teams legten die anfängliche Zurückhaltung komplett ab. Für Wolfsburg traf Vinicius Souza per Kopf den linken Außenpfosten (33.), St. Pauli kam durch einen Flachschuss von Connor Metcalfe (34.) beinahe zur Führung. Das Tor fiel dann wenig später auf der Gegenseite. Eine weitere Chance von Daghim konnte Vasilj zwar noch entschärfen, den anschließenden Eckball köpfte Koulierakis über die Linie.

St. Pauli blieb mutig - und hätte wenig später durch Andreas Hountondji ausgleichen müssen. Der Angreifer brachte es allerdings fertig, eine flache Hereingabe aus zwei Metern völlig freistehend zu verstolpern. Besser machte es im zweiten Durchgang Ceesay, der für Hountondji zur Pause eingewechselte Stürmer traf nach einer Ecke. Zur tragischen Figur wurde wenig später Vasilj. Der Bosnier faustete sich einen von Eriksen getretenen Eckball selbst ins Netz. Danach übernahm Wolfsburg das Kommando und siegte verdient.

A.Wallace--EWJ

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