English Woman's Journal - Gidsels Final-Plan: "Zeigen, dass ich auch hier war"

Gidsels Final-Plan: "Zeigen, dass ich auch hier war"


Gidsels Final-Plan: "Zeigen, dass ich auch hier war"
Gidsels Final-Plan: "Zeigen, dass ich auch hier war" / Foto: RONNY HARTMANN - SID

Beim Blick auf den ultimativen Königsklassen-Showdown gewann Mathias Gidsel seiner unfreiwilligen Zuschauerrolle im Halbfinale doch etwas Positives ab. "Ich habe natürlich ein bisschen mehr Energie für morgen. Und ich will zeigen, dass ich an diesem Wochenende auch hier war - mehr als zehn Minuten", sagte der Weltmeister von den Füchsen Berlin lachend. Aus dem Mund des Welthandballers, der gegen den HBC Nantes bereits in der neunten Minute vom Feld geflogen war, klang das wie eine Drohung.

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Im ersten deutschen Champions-League-Endspiel seit elf Jahren brennt der Däne mit den Füchsen darauf, gegen den Rivalen SC Magdeburg am Sonntag (18.00 Uhr/DAZN, Dyn und DF1) erstmals den europäischen Handball-Thron zu besteigen. Eine Woche nach der ersten deutschen Meisterschaft der Vereinsgeschichte wäre es das i-Tüpfelchen auf einer ohnehin schon historischen Saison - und auch für Ausnahmekönner Gidsel ein weiterer Premierentitel in seiner Trophäensammlung.

Im bemerkenswert deutlichen Champions-League-Halbfinale gegen den französischen Vizemeister (34:24) war der Bundesliga-MVP bereits in der neunten Minute weggerutscht und hatte für sein unglückliches Foulspiel die Rote Karte gesehen - es war der erste Platzverweis in der Laufbahn des 26-Jährigen. "Ich bin extrem stolz, wie es das Team gemacht hat - auch ohne mich", sagte Gidsel, der seinen Mannschaftskollegen nach Spielende erleichtert um den Hals gefallen war.

Während die Füchse die Last auf alle Schultern verteilen konnten, mussten die Magdeburger Mentalitätsmonster im Duell mit dem Titelverteidiger FC Barcelona alle Kräfte mobilisieren, um das insgesamt dritte deutsche Endspiel um Europas Krone perfekt zu machen. Beim packenden 31:30 (18:18)-Krimi, in dem gleich drei Profis des katalanischen Rekordsiegers Platzverweise erhielten und der SCM nach einem Vier-Tore-Rückstand große Moral bewies, erzielte Tim Hornke mit der Schlusssirene in doppelter Überzahl den Siegtreffer des deutschen Vizemeisters. Nun winkt dem Team aus Sachsen-Anhalt der dritte Königsklassen-Titel nach 2023 und 2002.

Trainer Bennet Wiegert beschrieb die Willensleistung mit einem Wort: "Believe!" Der Glaube habe sein Team wie schon beim jüngsten Triumph vor zwei Jahren ins Endspiel getragen. Linksaußen Lukas Mertens blickte auf ein "total offenes Duell" voraus und versicherte, dass ein Titel für den Rivalen aus Berlin genüge. "Wir wissen, wie Finals gehen."

Allerdings: In den bislang drei Duellen beider Teams in dieser Saison - zwei in der Bundesliga, eines im Supercup - kassierte der SCM bei einem Remis zwei Niederlagen. Die Füchse sind seit Februar ungeschlagen, der SCM wiederum gewann nun zwölf Pflichtspiele in Folge. Ein Spektakel zum Saisonfinale scheint garantiert.

Gidsel hofft derweil, dass dann der Hallenboden nicht so rutschig ist wie am Samstag. Der Linkshänder war bei Weitem nicht der einzige Profi, der in den Halbfinals mit der Standfestigkeit zu kämpfen hatte. "Das war wirklich eine Katastrophe. Man hat schon beim Warm-up und im gesamten Spiel gesehen, dass hier etwas ganz falsch ist", moserte Gidsel: "Ich hoffe, dass man eine Lösung findet. Wir spielen ein Final Four, da sollten die Spieler nicht wegrutschen. Das war nicht optimal."

B.Mclean--EWJ

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