English Woman's Journal - Barry Gibb wird 80: Der letzte Bee Gee und sein musikalisches Vermächtnis

Barry Gibb wird 80: Der letzte Bee Gee und sein musikalisches Vermächtnis


Barry Gibb wird 80: Der letzte Bee Gee und sein musikalisches Vermächtnis
Barry Gibb wird 80: Der letzte Bee Gee und sein musikalisches Vermächtnis

Barry Gibb feiert am 1. September seinen 80. Geburtstag. Als letztes lebendes Mitglied der Bee Gees gehört er mit mehr als 220 Millionen verkauften Alben zu den erfolgreichsten Musikern seiner Generation.

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Barry Gibb, prägende Stimme und Songwriter der Bee Gees, wird am 1. September 80 Jahre alt. Sein Falsett wurde mit Liedern wie „Stayin’ Alive“ zu einem Kennzeichen der Disco-Ära. Gibb ist das letzte lebende Mitglied des Brüdertrios und zählt bis heute zu den erfolgreichsten Komponisten der Popmusik.

Geboren wurde Sir Barry Gibb 1946 auf der Isle of Man als zweites von fünf Kindern. Er wuchs mit drei Brüdern und einer Schwester in einer musikalischen Familie auf. Bereits als Kind trat er gemeinsam mit seinen drei Jahre jüngeren Zwillingsbrüdern Robin und Maurice auf.

1958 zog die Familie nach Australien. Weil das Geld knapp war, sangen die Brüder in Hotels, Klubs und auf Rennbahnen, teilweise zwischen Hunde-Shows und Auftritten von Jongleuren. Gibb erinnerte sich später an diese Zeit vor dem Ruhm als besonders unbeschwerte Phase, in der es noch keine Konkurrenz zwischen den Brüdern gegeben habe.

Als die Familie 1967 nach England zurückkehrte, hatten sich die Bee Gees in Australien bereits einen Namen gemacht. Titel wie „Massachusetts“, „To Love Somebody“ und „Words“ brachten der Gruppe internationale Erfolge. Beim ersten Konzert der Band in Bern 1968 stand „Words“ an der Spitze der Schweizer Hitparade.

Nach einer längeren kreativen Krise folgte 1977 der größte kommerzielle Durchbruch. Die Bee Gees steuerten den Soundtrack zum Film „Saturday Night Fever“ mit John Travolta bei und wurden weltweit mit der Disco-Welle verbunden. Der extreme Ruhm brachte nach Gibbs späteren Aussagen zugleich Kontrollverlust und Orientierungslosigkeit mit sich.

Ende der 1970er-Jahre änderte sich die öffentliche Stimmung. Disco geriet in die Kritik, Radiosender nahmen Lieder der Bee Gees aus dem Programm und die Gruppe wurde häufig verspottet. Gibb verlagerte einen Teil seiner Arbeit daraufhin auf das Schreiben für andere Künstlerinnen und Künstler. Barbra Streisand machte „Woman in Love“ 1980 zum Welthit, Dionne Warwick sang 1982 „Heartbreaker“, Kenny Rogers und Dolly Parton veröffentlichten 1983 „Islands in the Stream“.

Privat fand Gibb nach eigener Darstellung Stabilität in seiner Ehe mit Linda Gray, einer früheren Miss Edinburgh. Das Paar heiratete 1970, hat fünf Kinder und lebt heute im Raum Miami in Florida. Gibb würdigte wiederholt den Humor und die Unterstützung seiner Frau. Sie habe auch konsequent reagiert, wenn er Drogen nach Hause gebracht habe.

Die Familie musste mehrere frühe Todesfälle verkraften. Der jüngste Bruder Andy, selbst ein erfolgreicher Sänger, kämpfte mit Kokainsucht und starb 1988 im Alter von 30 Jahren an einer Herzmuskelentzündung. Maurice starb 2003 mit 53 Jahren an den Folgen eines Darmverschlusses; er hatte lange unter Alkoholsucht gelitten. Robin erlag 2012 im Alter von 62 Jahren einer Krebserkrankung.

Barry Gibb sagte später, besonders schwer wiege für ihn, dass er sich zum Zeitpunkt des Todes jedes Bruders mit dem jeweiligen Angehörigen nicht verstanden habe. Nach Robins Tod verlor er zeitweise die Freude an der Musik. Bei späteren Tourneen standen sein Sohn Stephen und Maurices Tochter Samantha mit ihm auf der Bühne, sodass die Familie weiterhin Teil seiner Auftritte blieb.

Das Werk der Bee Gees umfasst mehr als 220 Millionen verkaufte Alben. Regisseur Ridley Scott arbeitet derzeit an einem Biopic über die Brüder; Barry Gibb ist als Executive Producer beteiligt. Sein eigenes Nachleben bewertet er zurückhaltend. Ob man sich später an ihn oder die Bee Gees erinnere, sei für ihn nicht entscheidend.

D.Findlay--EWJ

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