English Woman's Journal - Bund will NS- und SED-Gedenkstätten stärker fördern

Bund will NS- und SED-Gedenkstätten stärker fördern


Bund will NS- und SED-Gedenkstätten stärker fördern
Bund will NS- und SED-Gedenkstätten stärker fördern / Foto: JENS SCHLUETER - AFP/Archiv

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) will den Gedenkstätten zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur im kommenden Jahr zusätzlich zehn Millionen Euro zur Verfügung stellen. Davon entfallen fünf Millionen Euro auf Projektförderungen und weitere fünf Millionen Euro auf die institutionelle Stärkung der vom Bund geförderten Gedenkstätten, wie die Regierung am Montag in Berlin mitteilte. Berücksichtigt sind auch Kosten für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen.

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"Gedenkstätten sind die Gedächtnisstützen unserer Gesellschaft. Sie bewahren die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur und machen unsere Geschichte erfahrbar", erklärte Weimer in Berlin. "Gerade in einer Zeit, in der Desinformation und Geschichtsverfälschung zunehmen und die Stimmen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen verstummen, braucht unsere Erinnerungskultur starke Erinnerungsorte". Mit der Aufstockung der Förderung setzt die Bundesregierung den Angaben zufolge die im November 2025 beschlossene Gedenkstättenkonzeption um.

Für Projektförderungen stehen einschließlich der zusätzlichen Mittel demnach nun insgesamt zehn Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert würden Projekte zum Erhalt der historischen Orte, zur Digitalisierung und digitalen Lebenswelt sowie zur Vermittlung und anwendungsbezogenen Forschung.

Bei der institutionellen Stärkung gehe es um die Finanzierung gestiegener Personalausgaben sowie um zunehmende Bewachungskosten aufgrund der verschärften Bedrohungslage. Davon profitierten unter anderem die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora durch zusätzliche Mittel in Höhe von 842.000 Euro, die Bayerischen KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg mit 497.000 Euro zusätzlich, die Gedenkstätte Topographie des Terrors mit 447.000 Euro sowie die Stiftung Sächsische Gedenkstätten mit 222.000 Euro.

"Die Gedenkstätten in Deutschland stehen heute vor erheblichen Herausforderungen", erklärte die Regierung. Neben dem Generationenwechsel, dem digitalen Wandel und der zunehmenden Verbreitung von Desinformation hätten auch die physischen und digitalen Angriffe auf Gedenkstätten in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. "Angriffe auf Gedenkstätten sind Angriffe auf unsere Erinnerungskultur und auf die Grundlagen unserer Demokratie", erklärte dazu Weimer. "Wer historische Fakten leugnet oder Erinnerungsorte angreift, relativiert unsere Geschichte und diffamiert die Opfer von Gewalt und Unterdrückung."

Die Aufstockungen stehen unter dem Vorbehalt der weiteren Haushaltsaufstellung, insbesondere der parlamentarischen Beratungen über den Etat des Bundes für 2027.

N.Steward--EWJ

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