English Woman's Journal - SPD-Fraktion: Triage-Gesetz bringt Rechtssicherheit für alle Beteiligten

SPD-Fraktion: Triage-Gesetz bringt Rechtssicherheit für alle Beteiligten


SPD-Fraktion: Triage-Gesetz bringt Rechtssicherheit für alle Beteiligten
SPD-Fraktion: Triage-Gesetz bringt Rechtssicherheit für alle Beteiligten / Foto: KEVIN TRISTAN ESPIRITU - AFP/Archiv

Vor der Bundestagsabstimmung zur Triage bei knappen Behandlungskapazitäten hebt die SPD-Fraktion die Bedeutung der Neuregelung hervor. "Alle Menschen in Deutschland müssen sich jederzeit darauf verlassen können, dass sie diskriminierungsfrei in unserem Gesundheitssystem versorgt werden", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Heike Baehrens, der Nachrichtenagentur AFP. "Darum schaffen wir heute mit dem Triage-Gesetz Rechtssicherheit für alle Beteiligten", sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für Ärztinnen und Ärzte.

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Der Begriff der Triage bezeichnet ein System der Kategorisierung von Patienten, bei dem die hoffnungslosesten Fälle nicht mehr behandelt werden. Es kommt zum Tragen, wenn die Behandlungskapazitäten begrenzt sind und Ärzte eine Auswahl darüber treffen müssen, wen sie behandeln.

Das Bundesverfassungsgericht hatte der Regierung im Dezember vergangenen Jahres auferlegt, unverzüglich Vorkehrungen zum Schutz behinderter Menschen bei der pandemiebedingten Triage zu treffen. Andernfalls sei zu befürchten, dass diese bei der Zuteilung intensivmedizinischer Behandlungsressourcen benachteiligt würden, erklärten die Richter. Geklagt hatten mehrere Menschen mit Behinderungen und Vorerkrankungen. Der Gesetzentwurf legt nun fest, dass Ärzte nur anhand der aktuellen und kurzfristigen Überlebenswahrscheinlichkeit der betroffenen Patienten entscheiden dürfen.

Über das "schwierige Gesetz" sei "intensiv" beraten worden, berichtete Baehrens. "Mit dem Ergebnis können wir sehr zufrieden sein, weil wir die notwendigen Schutzvorkehrungen, die Karlsruhe angemahnt hat, ausgewogen und zielgerichtet treffen und deren Wirkungen evaluieren werden."

Besonders wichtig sei gewesen, "neben dem Kriterium 'Behinderung' alle Fragen der Diskriminierung - zum Beispiel auch Alter, Hautfarbe oder Ähnliches - einzubeziehen", führte die Gesundheitspolitikerin aus.

Der Bundestag stimmt am Nachmittag über den Gesetzentwurf ab. Es handele sich um "das erste Gesetz, das wir im Deutschen Bundestag voraussichtlich beschließen werden, von dem wir hoffen, dass es niemals zur Anwendung kommt", sagte Baehrens mit Blick auf Notlagen in denen es zur Triage kommen könnte. "Unser Ziel ist es, alles dafür zu tun, dass solche Engpässe in der intensivmedizinischen Versorgung gar nicht erst entstehen und somit keine Zuteilungsentscheidungen getroffen werden müssen", fügte die Sozialdemokratin hinzu.

Ch.Anderson--EWJ

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