English Woman's Journal - TK-Chef schlägt Radikalreform vor: "Private und gesetzliche Kassen abschaffen"

TK-Chef schlägt Radikalreform vor: "Private und gesetzliche Kassen abschaffen"


TK-Chef schlägt Radikalreform vor: "Private und gesetzliche Kassen abschaffen"
TK-Chef schlägt Radikalreform vor: "Private und gesetzliche Kassen abschaffen" / Foto: Charly TRIBALLEAU - AFP/Archiv

Der Chef der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas, spricht sich für einen Umbau des dualen Systems in der Krankenversicherung aus. "Wir sollten die private Krankenversicherung abschaffen, die gesetzliche aber auch", sagte Baas dem "Spiegel" laut Meldung vom Freitag. Die TK ist mit mehr als zwölf Millionen Versicherten die größte Krankenkasse in Deutschland. Baas schlägt ein System vor, in dem das Beste aus beiden Welten genutzt werden könnte.

Textgröße ändern:

Aus der gesetzlichen Krankenversicherung sei das etwa "der Verzicht auf eine Risikoselektion". Auch die Möglichkeit, jederzeit die Kasse wechseln zu können, müsse übernommen werden, fordert Baas. "Das ist in der PKV kaum möglich." Gewinne aus der Krankenversicherung dürften nicht abgeschöpft werden. Zudem müsse es bestimmte Standards geben, welche Leistungen von der Kasse abgedeckt werden.

Als Vorteile aus der privaten Krankenversicherung nennt Baas die Staatsferne. "An die Altersrückstellungen der Privaten kommt der Staat nicht ran", sagte der TK-Chef. Dass der Staat Rücklagen nicht angreifen könne, müsste man in einem neuen System übernehmen. Ein weiterer Pluspunkt seien vertragliche Gestaltungsmöglichkeiten. "Eine PKV kann Verträge mit Ärzten, Krankenhäusern und Therapeuten in der Theorie viel freier gestalten als wir", sagte Baas. "Sie schaffen das aber meist nicht, weil sie zu klein sind. In einem gemeinsamen System könnten wir das umsetzen."

O.Wood--EWJ

Empfohlen

Facharzttermine: Koalition will bei Wartezeiten für Kassenpatienten handeln

Die schwarz-rote Koalition will bei der Vergabe von Facharztterminen an gesetzlich Versicherte mehr Gerechtigkeit schaffen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) kündigte am Wochenende Vorschläge von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) an, die für kürzere Wartezeiten sorgen sollen. Der Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Oliver Blatt, kritisierte die bisherige Bevorzugung von Privatpatienten als "himmelschreiende Ungerechtigkeit".

Facharzttermine: Unionsfraktionschef Frei will kürzere Wartezeiten für Kassenpatienten

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei, dringt auf kürzere Wartezeiten auf einen Facharzttermin für gesetzlich Versicherte. Manches im Gesundheitssystem werde als ungerecht empfunden oder sei tatsächlich ungerecht, sagte Frei dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montagausgabe). "Darum müssen wir uns kümmern. Ein Beispiel sind die oft langen Wartezeiten für Facharzttermine."

Nach Lungenkrebs-OP: Papst Leo XIV. wird am Samstag aus Klinik entlassen

Vier Tage nach seiner Lungenkrebsoperation kann Papst Leo XIV. am Samstag das Gemelli-Krankenhaus in Rom verlassen. "Unter Berücksichtigung der Blutuntersuchungen, des heute Morgen angefertigten Röntgenbildes des Brustkorbs und der klinischen Gesamtbewertung ist der Heilige Vater als entlassungsfähig eingestuft worden", hieß es in einer vom Vatikan verbreiteten Mitteilung der behandelnden Ärzte. Der Papst werde am frühen Nachmittag in den Vatikan zurückkehren.

GKV-Chef kritisiert Benachteiligung gesetzlich Versicherter bei Arztterminen

Der Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, Oliver Blatt, hat gefordert, gesetzlich Versicherte bei der Vergabe von Arztterminen besserzustellen. Die 75 Millionen gesetzlich Versicherten finanzierten den allergrößten Teil der ärztlichen Honorare, sagte Blatt den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. Trotzdem würden sie bei der Terminvergabe häufig gegenüber Privatpatienten benachteiligt. Das sei eine "himmelschreiende Ungerechtigkeit".

Textgröße ändern: