English Woman's Journal - Impfstoff-Hersteller Sanofi muss Verunglimpfung von Konkurrenz richtigstellen

Impfstoff-Hersteller Sanofi muss Verunglimpfung von Konkurrenz richtigstellen


Impfstoff-Hersteller Sanofi muss Verunglimpfung von Konkurrenz richtigstellen
Impfstoff-Hersteller Sanofi muss Verunglimpfung von Konkurrenz richtigstellen / Foto: ALAIN JOCARD - AFP/Archiv

Der Impfstoff-Hersteller Sanofi muss auf Anweisung aus Brüssel verunglimpfende Behauptungen über einen Konkurrenten richtigstellen. Die EU-Kommission teilte am Mittwoch mit, Sanofi habe sich bereit erklärt, auf seiner Internetseite klarzustellen, dass der Grippeimpfstoff Fluad vom Konkurrenten CSL Seqirus ebenso wirksam ist wie der Sanofi-Impfstoff Efluelda. Die Kommission hatte zuvor befunden, dass Sanofi in Deutschland und Frankreich mutmaßlich eine Schmutzkampagne gefahren hatte.

Textgröße ändern:

Brüssel warf dem Hersteller vor, irreführende Informationen über den Konkurrenten verbreitet zu haben. Sanofi habe etwa behauptet, für den Impfstoff Fluad gebe es weniger wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit als für sein eigenes Vakzin, obwohl die deutschen Behörden beide Impfstoffe als gleichwertig ansehen.

Solche Behauptungen schickte Sanofi nach Angaben der Kommission an zahlreiche Ärzte und medizinisches Fachpersonal in Deutschland und Frankreich. In beiden Ländern hat Sanofi demnach ohnehin schon eine marktbeherrschende Stellung. Der Konzern muss allen Ärzten, denen er die irreführenden Angaben geschickt hat, nun eine Richtigstellung senden. Die vorherigen Behauptungen darf Sanofi nicht mehr wiederholen.

Das Unternehmen teilte mit, "in vollem Umfang mit der Kommission zusammengearbeitet" zu haben und sich an "die höchsten Transparenzstandards" halten zu wollen. Zuvor hatte Sanofi bestritten, gegen EU-Recht verstoßen zu haben. Mit den Zusagen an die EU-Kommission entgeht der französische Konzern nun vorerst einem Bußgeld.

Grippeimpfstoffe sind ein wichtiges Geschäftsfeld für Sanofi, dessen Produkte insbesondere in Frankreich im Rahmen der jährlichen nationalen Impfkampagnen in großem Umfang verabreicht werden. Der Konzern erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen weltweiten Umsatz von gut 44 Milliarden Euro. In Deutschland hat Sanofi einen Standort in Frankfurt-Höchst, wo hauptsächlich Diabetes-Medikamente hergestellt werden.

O.Jonstone--EWJ

Empfohlen

Facharzttermine: Koalition will bei Wartezeiten für Kassenpatienten handeln

Die schwarz-rote Koalition will bei der Vergabe von Facharztterminen an gesetzlich Versicherte mehr Gerechtigkeit schaffen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) kündigte am Wochenende Vorschläge von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) an, die für kürzere Wartezeiten sorgen sollen. Der Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Oliver Blatt, kritisierte die bisherige Bevorzugung von Privatpatienten als "himmelschreiende Ungerechtigkeit".

Facharzttermine: Unionsfraktionschef Frei will kürzere Wartezeiten für Kassenpatienten

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei, dringt auf kürzere Wartezeiten auf einen Facharzttermin für gesetzlich Versicherte. Manches im Gesundheitssystem werde als ungerecht empfunden oder sei tatsächlich ungerecht, sagte Frei dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montagausgabe). "Darum müssen wir uns kümmern. Ein Beispiel sind die oft langen Wartezeiten für Facharzttermine."

Nach Lungenkrebs-OP: Papst Leo XIV. wird am Samstag aus Klinik entlassen

Vier Tage nach seiner Lungenkrebsoperation kann Papst Leo XIV. am Samstag das Gemelli-Krankenhaus in Rom verlassen. "Unter Berücksichtigung der Blutuntersuchungen, des heute Morgen angefertigten Röntgenbildes des Brustkorbs und der klinischen Gesamtbewertung ist der Heilige Vater als entlassungsfähig eingestuft worden", hieß es in einer vom Vatikan verbreiteten Mitteilung der behandelnden Ärzte. Der Papst werde am frühen Nachmittag in den Vatikan zurückkehren.

GKV-Chef kritisiert Benachteiligung gesetzlich Versicherter bei Arztterminen

Der Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, Oliver Blatt, hat gefordert, gesetzlich Versicherte bei der Vergabe von Arztterminen besserzustellen. Die 75 Millionen gesetzlich Versicherten finanzierten den allergrößten Teil der ärztlichen Honorare, sagte Blatt den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. Trotzdem würden sie bei der Terminvergabe häufig gegenüber Privatpatienten benachteiligt. Das sei eine "himmelschreiende Ungerechtigkeit".

Textgröße ändern: