English Woman's Journal - Studie: Neue Alzheimer-Wirkstoffe haben keinen Zusatznutzen

Studie: Neue Alzheimer-Wirkstoffe haben keinen Zusatznutzen


Studie: Neue Alzheimer-Wirkstoffe haben keinen Zusatznutzen
Studie: Neue Alzheimer-Wirkstoffe haben keinen Zusatznutzen / Foto: PHILIPPE LOPEZ - AFP/Archiv

Zwei neuere Alzheimer-Medikamente, in die Forschung und Patienten große Hoffnungen setzten, haben sich weniger wirksam erwiesen als erwartet. Die sogenannten Anti-Amyloid-Medikamente, die bereits in einer frühen Phase das Fortschreiten der Krankheit abbremsen sollen, stellen für Patienten nach einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Cochrane-Organisation keine Verbesserung dar. Unterdessen bescheinigte in Deutschland der Gemeinsame Bundesausschuss nach dem ersten auch dem zweiten der Wirkstoffe, dass er "keinen Zusatznutzen" habe.

Textgröße ändern:

Konkret geht es um die Wirkstoffe Lecanemab und Donanemab. Bei Letzterem war der Bundesausschuss bereits im Januar zu dem Ergebnis gekommen, dass er keinen Zusatznutzen gegenüber der bisherigen Standardtherapie habe. Nun wurde dies auch für Lecanemab entschieden. Im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) sind Kassen, Ärzte und Krankenhäuser vertreten. Die entsprechenden Arzneimittel, darunter Leqembi und Kinsula, dürfen in Deutschland aber weiter verordnet werden.

Leqembi war im September 2025 in Deutschland zugelassen worden, Donanemab zwei Monate später. Die Bewertung des Bundesausschusses dient nun als Basis für die Preisverhandlungen für das Medikament zwischen dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung und dem Hersteller.

Für die Cochrane-Studie werteten die Autoren sieben klinische Versuche mit etwa 20.000 Patienten aus, die mit insgesamt sieben verschiedenen Medikamenten behandelt wurden. Die Studie verlief über anderthalb Jahre. Die neuen Wirkstoffe sollen Ablagerungen im Gehirn, sogenannte Amyloid-Plaques, verhindern. Aber: "Unsere Ergebnisse widerlegen die Annahme, dass die Beseitigung von Amyloiden den Patienten zugutekäme", erklärte der niederländische Neurologe und Mitautor der Studie, Edo Richard. Er plädierte dafür, dass die Alzheimerforschung sich anderen Mechanismen zuwende.

International gehen die Einschätzungen der Gesundheitsbehörden zu den Anti-Amyloid-Medikamenten auseinander. Während die USA und die EU die Medikamente zugelassen haben, entschieden Frankreich und Großbritannien, die Kosten nicht durch die Krankenkassen zu erstatten.

In Deutschland leben mehr als 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Ungefähr zwei Drittel von ihnen haben Alzheimer.

B.Mclean--EWJ

Empfohlen

Kassenärzte sagen deutlich längere Termin-Wartezeiten ab 2027 voraus

Die Kassenärzte in Deutschland erwarten, dass gesetzlich Versicherte ab kommendem Jahr deutlich länger auf einen Arzttermin als bisher warten müssen. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, verwies dazu in der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe) auf die Kürzung von Mitteln für die ambulante Versorgung. Dadurch seien "mehr als 50 Millionen Termine" gestrichen worden. Die Terminnot werde sich daher weiter verschärfen, sagte Gassen.

Facharzttermine: Koalition will bei Wartezeiten für Kassenpatienten handeln

Die schwarz-rote Koalition will bei der Vergabe von Facharztterminen an gesetzlich Versicherte mehr Gerechtigkeit schaffen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) kündigte am Wochenende Vorschläge von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) an, die für kürzere Wartezeiten sorgen sollen. Der Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Oliver Blatt, kritisierte die bisherige Bevorzugung von Privatpatienten als "himmelschreiende Ungerechtigkeit".

Facharzttermine: Unionsfraktionschef Frei will kürzere Wartezeiten für Kassenpatienten

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei, dringt auf kürzere Wartezeiten auf einen Facharzttermin für gesetzlich Versicherte. Manches im Gesundheitssystem werde als ungerecht empfunden oder sei tatsächlich ungerecht, sagte Frei dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montagausgabe). "Darum müssen wir uns kümmern. Ein Beispiel sind die oft langen Wartezeiten für Facharzttermine."

Nach Lungenkrebs-OP: Papst Leo XIV. wird am Samstag aus Klinik entlassen

Vier Tage nach seiner Lungenkrebsoperation kann Papst Leo XIV. am Samstag das Gemelli-Krankenhaus in Rom verlassen. "Unter Berücksichtigung der Blutuntersuchungen, des heute Morgen angefertigten Röntgenbildes des Brustkorbs und der klinischen Gesamtbewertung ist der Heilige Vater als entlassungsfähig eingestuft worden", hieß es in einer vom Vatikan verbreiteten Mitteilung der behandelnden Ärzte. Der Papst werde am frühen Nachmittag in den Vatikan zurückkehren.

Textgröße ändern: