English Woman's Journal - TK-Chef erwartet steigende Krankenkassenbeiträge für Versicherte

TK-Chef erwartet steigende Krankenkassenbeiträge für Versicherte


TK-Chef erwartet steigende Krankenkassenbeiträge für Versicherte
TK-Chef erwartet steigende Krankenkassenbeiträge für Versicherte / Foto: FRANCK FIFE - AFP/Archiv

Die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung werden nach Einschätzung des Chefs der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, für viele Versicherte im kommenden Jahr weiter steigen. "Realistisch müssen wir schon im nächsten Jahr leider mit einer Beitragssatzerhöhung rechnen im Durchschnitt", sagte Baas am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Im übernächsten Jahr werde es dann "noch schlimmer weitergehen", prognostizierte Baas. Er verwies dabei darauf, dass im kommenden Jahr den Kassen bereits rund zehn Milliarden Euro fehlten.

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Pläne von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die Beiträge für das kommende Jahr stabil bleiben sollen, hält der Techniker-Chef für unrealistisch. "Was Frau Warken dort sehr optimistisch gesagt hat, wird leider nicht eintreten", sagte Baas. Er verwies darauf, dass ein von Warken geplantes Sparpaket zur Verhinderung von Beitragssatzsteigerung im Bundesrat vorerst gestoppt und in den Vermittlungsausschuss verwiesen wurde.

Die Kassen müssten aber jetzt ihre Haushalte aufstellen, betonte Baas. Selbst wenn das Sparpaket bis Ende Dezember doch noch durch den Bundesrat komme, sei dies "eigentlich für uns zu spät".

Derzeit liegt der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung, der zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern geteilt wird, bei 14,6 Prozent. Hinzu kommt ein Zusatzbeitrag, der von jeder Kasse individuell festgelegt wird. Warken wollte diesen mit einem zwei Milliarden Euro schweren Sparpaket im Schnitt im kommenden Jahr 2,9 Prozent begrenzen.

Baas ging aber davon aus, dass er Anfang des Jahres bereits "leicht über drei Prozent" liegen werde. Und es sei absehbar, dass die ein oder andere Krankenkasse diesen auch wieder im Laufe des Jahres erhöhen müsse.

Als Gründe für die Kostensteigerung nannte der Techniker-Chef ineffiziente Abläufe im Gesundheitssystem. Er plädierte für Änderungen in allen Bereichen: "Von den Krankenkassen über die ambulanten Ärzte bis zu den Krankenhäusern müssen wir eine grundsätzliche Systemänderung vornehmen." Sollte die Bundesregierung bei der Kostenentwicklung nicht stark gegensteuern, sieht Bass die Abgaben für Krankenversicherung bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2029 bei "über 20 Prozent". Hinzu komme dann noch die Pflegeversicherung. Dann wären es insgesamt "über 25 Prozent".

D.Findlay--EWJ

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