English Woman's Journal - Lauterbach will an neuen Regeln für Bürgertests festhalten

Lauterbach will an neuen Regeln für Bürgertests festhalten


Lauterbach will an neuen Regeln für Bürgertests festhalten
Lauterbach will an neuen Regeln für Bürgertests festhalten / Foto: ANDRE PAIN - AFP/Archiv

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will trotz der Kritik der Kassenärzte an den Corona-Bürgertests festhalten. Der Sinn der Tests stehe nicht zur Debatte, sagte Lauterbach am Freitag. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) wolle berechtigterweise Klarheit bei der Abrechnung. "Wir werden in den nächsten Tagen zu guten Regelungen kommen", betonte der Minister.

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Die bislang für alle kostenlosen Bürgertests gibt es seit Donnerstag nur noch für bestimmte Gruppen wie Kinder bis fünf Jahre, Schwangere in den ersten drei Monaten oder Krankenhaus- und Pflegeheimbesucher ohne Zuzahlung. Im Normalfall muss für einen Schnelltest nun eine Selbstbeteiligung von drei Euro gezahlt werden.

KBV-Chef Andreas Gassen hatte eine komplette Einstellung der Corona-Bürgertests gefordert. "Diese unsinnigen Tests müssen abgeschafft werden", sagte er der "Bild"-Zeitung vom Freitag. "Sie sind viel zu teuer, der bürokratische Aufwand ist riesig und die epidemiologische Aussagekraft ist Null."

In einem Brief an Lauterbach hatten die Kassenärztlichen Vereinigungen angekündigt, dass sie fortan keine Corona-Bürgertests mehr "abrechnen und auszahlen können". Sie könnten "nicht verantworten, sehenden Auges Auszahlungen auf Abrechnungen zu leisten, deren Richtigkeit sie nicht ansatzweise prüfen können", heißt es in dem Schreiben.

Lauterbach sagte, die KBV habe hier "ein berechtigtes Anliegen". Sie wolle "einfach Klarheit haben, wie diese Regel umzusetzen ist". Er habe schon am Donnerstag mit Gassen gesprochen.

Der Gesundheitsminister betonte, es ändere sich nichts daran, dass Bürgertests weiter zu Verfügung stünden. Es gehe darum, die Kassenärzte administrativ zu unterstützen. Er verteidigte zugleich das Ende der kostenlosen Tests für alle. Es sei richtig, sich jetzt auf die Gruppen zu konzentrieren, "die besonders im Risiko stehen".

Die Jusos kritisierten die weitgehende Abschaffung der kostenlosen Corona-Schnelltests. Die Bürgertests angesichts einer "ausgewachsenen Sommerwelle" derart zu streichen, sei "aus sozialer und pandemischer Perspektive verantwortungslos", sagte die Chefin der SPD-Nachwuchsorganisation, Jessica Rosenthal, dem Magazin "Spiegel". Es müsse verhindert werden, dass der Schutz vor dem Virus wieder zu einer sozialen Frage werde. Drei Euro pro Test sei "für viele nicht zu leisten".

Der Vorsitzende der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, mahnte insbesondere den Schutz der Hochbetagten, Pflegebedürftigen und Schwerstkranken an - dies gelte auch für "die zu Hause lebenden Betroffenen", sagte er der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe). "Aber schon allein die neue Strategie der Bürgertests macht deutlich, dass Bund und Länder diese Millionen Menschen immer noch vergessen."

D.W.Robertson--EWJ

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