English Woman's Journal - Ärztetag: Länder sollen mehr Medizinstudienplätze zu Verfügung stellen

Ärztetag: Länder sollen mehr Medizinstudienplätze zu Verfügung stellen


Ärztetag: Länder sollen mehr Medizinstudienplätze zu Verfügung stellen
Ärztetag: Länder sollen mehr Medizinstudienplätze zu Verfügung stellen / Foto: Ronny Hartmann - AFP/Archiv

Der Deutsche Ärztetag in Bremen hat an die Bundesländer appelliert, die Zahl der staatlich finanzierten Medizinstudienplätze in Deutschland kurzfristig um mindestens 6000 zu erhöhen. Dies sei notwendig, "um den steigenden Versorgungsbedarf in einer Gesellschaft des langen Lebens zu decken", hieß es am Donnerstag in einer Erklärung. Zudem stehe die Ärzteschaft in Deutschland vor einer enormen Ruhestandswelle.

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Rund 20 Prozent der Ärztinnen und Ärzte scheiden demnach in den kommenden Jahren altersbedingt aus dem Berufsleben aus; unter den Kinder- und Jugendärzten gehen zwischen 2020 und 2025 sogar ein Viertel in den Ruhestand.

"Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine legitime Forderung der jungen Ärztegeneration", sagte die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, Ellen Lundershausen. Insbesondere junge Ärztinnen und Ärzte entschieden sich unter anderem wegen der starken Arbeitsverdichtung für eine Teilzeittätigkeit. "Es reicht deshalb nicht aus, nur die Köpfe zu zählen", sagte Lundershausen. "Entscheidend ist die zur Verfügung stehende ärztliche Arbeitszeit – und die nimmt kontinuierlich ab."

Bundesärztekammer-Vize Günther Matheis betonte: "Ärztinnen und Ärzte brauchen mehr Zeit, um ihren Patientinnen und Patienten Gelegenheit zu geben, Sorgen und Nöte zu artikulieren und Fragen zu stellen." Er verwies auf das Vorhaben der Ampel-Koalition, die Arbeitsbedingungen der Gesundheitsberufe und Pflegekräfte zu verbessern. "An diesem Versprechen werden wir die Bundesregierung messen."

Die Teilnehmer des Ärztetags betonten in ihrer Aussprache zu diesem Schwerpunktthema, dass neben einer konsequenten Nachwuchsförderung auch die Rahmenbedingungen für ärztliche Arbeit neu gestaltet werden müssten. Dies sei Voraussetzung dafür, um möglichst viele Ärztinnen und Ärzte in der Patientenversorgung zu halten. Dafür sei es erforderlich, die Zusammenarbeit von Praxen, Kliniken und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens neu zu gestalten und enger zu vernetzen.

Das im Koalitionsvertrag angekündigte "Bürokratieabbaupaket" sei zügig umzusetzen und eine Digitalstrategie für das Gesundheitswesen zu schaffen. Zudem seien finanzielle und strukturelle Unterstützungsangebote bei einer Niederlassung und für den Praxisbetrieb in ländlichen und strukturschwachen Regionen notwendig, heißt es in einem Beschluss des Ärzteparlaments.

P.Smid--EWJ

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