English Woman's Journal - Streit um Babypuder: J&J schließt 700-Millionen-Dollar-Vergleich mit US-Staaten

Streit um Babypuder: J&J schließt 700-Millionen-Dollar-Vergleich mit US-Staaten


Streit um Babypuder: J&J schließt 700-Millionen-Dollar-Vergleich mit US-Staaten
Streit um Babypuder: J&J schließt 700-Millionen-Dollar-Vergleich mit US-Staaten / Foto: FREDERIC J. BROWN - AFP/Archiv

Im jahrelangen Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken eines Babypuders hat der Pharmakonzern Johnson & Johnson einen Vergleich im Volumen von 700 Millionen Dollar (rund 650 Millionen Euro) mit mehr als 40 US-Bundesstaaten geschlossen. Im Gegenzug für die Zahlungen stellen die Bundesstaaten ihre Strafverfolgung des Unternehmens ein, wie die Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, am Dienstag mitteilte.

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Die Ermittlungsbehörden der 42 Bundesstaaten sowie des Hauptstadtbezirks District of Columbia hatten J&J in ihrer Klage vorgeworfen, in einer Werbekampagne für das Talkumpuder dessen angebliche Gesundheitsrisiken verschleiert zu haben. Das Puder soll Spuren von krebserregendem Asbest enthalten haben, was J&J allerdings bis heute bestreitet. Das Unternehmen hatte das Produkt gleichwohl bereits im Jahr 2020 vom nordamerikanischen Markt genommen.

Die Vereinbarung mit den Bundesstaaten sieht nicht vor, dass der Konzern ein Schuldeingeständnis ablegt. Das Unternehmen will aber eine "umfassende und abschließende Beilegung" der Rechtsstreitigkeiten um das Talkum-Puder erreichen, wie der J&J-Manager Erik Haas am Dienstag erklärte.

Gegen den Konzern sind noch zehntausende Klagen von Privatpersonen anhängig, die den Konzern für Krebserkrankungen verantwortlich machen. In den allermeisten Fällen geht es um Eierstockkrebs. Eine im Januar 2020 veröffentlichte Zusammenfassung einer Reihe von Studien mit den Daten von insgesamt 250.000 Frauen hatte allerdings keinen statistischen Zusammenhang zwischen des Anwendung des Talkumpuders im Genitalbereich und dem Risiko von Eierstockkrebs aufgezeigt.

Eine Grundsatzvereinbarung mit den 42 Bundesstaaten sowie dem Bezirk der Hauptstadt Washington erreichte J&J bereits im Januar, der Vergleich wurde nach Angaben von Generalstaatsanwältin James aber erst jetzt unter Dach und Fach gebracht. Die 700 Millionen Dollar soll der Konzern in vier Raten über einen Zeitraum von drei Jahren zahlen.

"Keine Summe von Geld kann den Schmerz ungeschehen machen, den die mit Talkum versetzten Produkte von Johnson & Johnson verursacht haben, aber die Familien können heute versichert sein, dass das Unternehmen für den von ihm verursachten Schaden zur Rechenschaft gezogen wird", erklärte James.

Zur Beilegung der Privatklagen hatte J&J Anfang Mai einen Vergleich in Höhe von 6,5 Milliarden Dollar angeboten. Der Plan sieht eine Phase von drei Monaten vor, in denen die Klägerinnen und Kläger über das Angebot informiert werden. Stimmen 75 Prozent von ihnen zu, soll es als angenommen gelten. Das Geld soll dann über einen Zeitraum von 25 Jahren hinweg ausgezahlt werden.

L.Scott--EWJ

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