English Woman's Journal - Lauterbachs Warnung vor "Killer-Variante" des Coronavirus sorgt für breite Kritik

Lauterbachs Warnung vor "Killer-Variante" des Coronavirus sorgt für breite Kritik


Lauterbachs Warnung vor "Killer-Variante" des Coronavirus sorgt für breite Kritik
Lauterbachs Warnung vor "Killer-Variante" des Coronavirus sorgt für breite Kritik / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat mit seiner Warnung vor einer im Herbst drohenden "Killer-Variante" des Coronavirus breite Kritik in Politik und Fachkreisen ausgelöst. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sprach von "düsteren Prophezeiungen", mit denen die Menschen verunsichert würden. Der Virologe Hendrik Streeck nannte eine solche Varianten-Entwicklung in der "Bild"-Zeitung vom Dienstag sehr unwahrscheinlich.

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"Wir brauchen einen Plan der Politik, wie wir sicher durch Herbst und Winter kommen werden", erklärte Gassen. "Bei der Ausarbeitung sollte der Bundesgesundheitsminister federführend sein." Zu der Planung gehöre auch, "dass idealerweise bereits jetzt die jährlichen Impfkampagnen zum Schutz gegen Grippe und Covid-19 inklusive notwendiger Auffrischungsimpfungen in den Praxen abgestimmt werden".

Die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen haben mehrfach bewiesen, "dass die Praxen der richtige Ort sind, um Impfungen schnell und verlässlich durchzuführen", sagte Gassen weiter.

Der Bonner Virologe Streeck sagte, eine Variante so ansteckend wie Omikron und so gefährlich wie Delta sei zwar "nicht unmöglich", doch sei dies "noch lange keine 'Killer-Variante’". Die hohe Immunitäts-Quote in Deutschland widerspreche Lauterbachs Prognose. Es gebe hierzulande eine hohe Impfquote sowie etliche Genesene und "damit einen guten Basis-Schutz".

Von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hieß es, niemand könne "derzeit sicher sagen, welche Variante wir im Herbst bekommen". Divi-Präsidiumsmitglied Stefan Kluge sagte der Funke Mediengruppe, zwar sei nicht auszuschließen, "dass im Herbst wieder Varianten kommen, die schwerer krankmachen".

Eine Corona-Mutante als "Killer-Variante" zu bezeichnen, sei jedoch "unpassend", sagte Kluge. Es gebe Infektionen, bei denen die Sterblichkeit deutlich höher liege als dies bei Covid-19 bisher der Fall gewesen sei. Dazu zähle etwa eine schwere bakterielle Sepsis.

Auch die FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus sagte, sie halte es für "nicht zielführend, bereits jetzt die Möglichkeit einer schwerwiegenderen Virus-Variante zu diskutieren". Zwar sei wissenschaftlich belegt, dass das Coronavirus schnell mutiere. Ob neue Mutationen eine gefährliche Variante hervorbringen könnten, könne aber "heute niemand prognostizieren".

Lauterbach hatte der "Bild am Sonntag" gesagt, es "durchaus möglich, dass wir eine hochansteckende Omikron-Variante bekommen, die so tödlich wie Delta ist". Dies wäre "eine absolute Killer-Variante", warnte er.

P.Smid--EWJ

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