English Woman's Journal - 18 Monate Haft für französische Jäger nach tödlichem Unfall gefordert

18 Monate Haft für französische Jäger nach tödlichem Unfall gefordert


18 Monate Haft für französische Jäger nach tödlichem Unfall gefordert
18 Monate Haft für französische Jäger nach tödlichem Unfall gefordert / Foto: Valentine CHAPUIS - AFP/Archiv

Ein junger Mann war in Südfrankreich auf seinem eigenen Grundstück von einem Jäger erschossen worden - nun hat die Staatsanwaltschaft für den Todesschützen 18 Monate Haft, davon sechs ohne Bewährung, gefordert. "Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht daran denke, (...) es tut mir leid", sagte der 35 Jahre alte angeklagte Jäger am Donnerstag vor dem Gericht im südfranzösischen Cahors.

Textgröße ändern:

Der Todesschütze räumte ein, sein Ziel "nicht eindeutig identifiziert" zu haben. Er sei eigentlich überzeugt gewesen, auf ein Wildschwein zu schießen. Der Fall vom Dezember 2020 hatte die Debatte über eine Verschärfung der Jagdvorschriften in Frankreich neu angefacht.

Der 25 Jahre alte Morgan Keane war in einem kleinen Ort im Département Lot durch einen Fehlschuss getötet worden, als er auf seinem Grundstück Bäume beschnitt. Die Kugel traf ihn im Oberkörper.

Der Vorsitzende Richter erinnerte vor Gericht daran, dass es bislang keine landesweit geltenden Sicherheitsvorschriften für die Jagd gebe. Der Anwalt eines Nebenklägers, der in derselben Gegend aufgewachsen war, erwähnte vor Gericht eine Kindheitserfahrung: Er habe als Kind im Wald immer gesungen, um Jäger auf sich aufmerksam zu machen. "Dieses Gefühl der Bedrohung, das ist doch nicht normal", sagte er.

Freunde des Getöteten hatten eine Gruppe gebildet, um Jagdunfälle besser zu dokumentieren und schärfere Regeln zu fordern. Sie setzen sich unter anderem für ein Jagdverbot an Sonntagen und mittwochs ein, wenn viele Kinder in Frankreich frei haben.

Neben dem Todesschützen, der erst wenige Monate zuvor seinen Jagdschein bekommen hatte, ist auch der Vorsitzende des örtlichen Jagdvereins angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm mangelhafte Organisation der Wildschweinjagd vor und forderte für ihn ebenfalls 18 Monate Haft, davon sechs ohne Bewährung. Beide Männer sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Die Forderung der Staatsanwaltschaft bleibt deutlich hinter der möglichen Höchststrafe zurück, die bei drei Jahren Haft liegt. Sie forderte zudem ein lebenslanges Jagdverbot für beide Angeklagte. Das Urteil soll am 12. Januar bekannt gegeben werden.

Die französische Regierung will für Jäger bis Ende des Jahres dieselbe Promillegrenze wie für das Autofahren einführen. Im Gespräch sind auch ein Jagdverbot an Sonntagnachmittagen und ein landesweites Verbot, zur Seite zu schießen.

O.Wood--EWJ

Empfohlen

Herbststurm "Luise" sorgt für Zugausfälle und Feuerwehreinsätze

Der Herbststurm "Luise" hat am Freitag im Westen und Südwesten Deutschlands für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. In Nastätten in Rheinland-Pfalz kippte auf einem Stadtfest ein Gestell um, dabei wurden ein 58-Jähriger und ein 72-Jähriger schwer verletzt. Beide wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wie die Polizei in Koblenz mitteilte.

Zehntausende in Taiwan nach Durchzug von Taifun "Champi" ohne Strom

Hunderte Verletzte, entwurzelte Bäume, zehntausende Haushalte ohne Strom: Der Taifun "Champi" ist über Taiwan hinweggefegt und hat dabei erhebliche Schäden in dem Inselstaat angerichtet. Zahlreiche Einsatzkräfte arbeiteten nach Angaben der Behörden am Samstag daran, die Stromversorgung für rund 56.000 Haushalte wiederherzustellen. Seit Donnerstag, als die ersten Warnungen vor dem Taifun ausgegeben wurden, kam ein Mensch ums Leben und etwa 500 weitere wurden verletzt.

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Medienbericht: Weitere Anklage im Fall Wirecard

Im Wirecard-Skandal hat die Staatsanwaltschaft München I einem Medienbericht zufolge eine weitere Anklage erhoben. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Freitag berichtete, handelt es sich dabei um eine frühere Mitarbeiterin, die von Dezember 2019 bis zur Wirecard-Insolvenz im Juni 2020 im Zuständigkeitsbereich von Vorstand Jan Marsalek arbeitete. Zuvor war sie demnach in der Konzernbuchhaltung beschäftigt.

Textgröße ändern: