English Woman's Journal - Frühere Lebensgefährtin von Dieter Wedel in Berlin freigesprochen

Frühere Lebensgefährtin von Dieter Wedel in Berlin freigesprochen


Frühere Lebensgefährtin von Dieter Wedel in Berlin freigesprochen
Frühere Lebensgefährtin von Dieter Wedel in Berlin freigesprochen / Foto: INA FASSBENDER, - - AFP/Archiv

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat die ehemalige Lebensgefährtin Dieter Wedels, Dominique Voland, vom Vorwurf der versuchten Erpressung des inzwischen gestorbenen Regisseurs freigesprochen. Es habe kein Tatnachweis erbracht werden können, sagte die Vorsitzende Richterin Franziska Wagner am Montag.

Textgröße ändern:

Die Anklage hatte der 45-Jährigen vorgeworfen, sich im Januar 2018 bei dem Regisseur gemeldet und Geld gefordert zu haben. Voland soll von Wedel zwischen 150.000 und 300.000 Euro dafür verlangt haben, dass sie in der #MeToo-Debatte verschiedenen Zeitungen keine negativen Tatsachen über ihn berichtet. Der Fernsehregisseur zahlte demnach nicht, erstattete hingegen Anzeige gegen Voland, mit der er bis 2009 zusammen war und einen gemeinsamen Sohn hatte.

Die 45-Jährige bestritt in ihrer Einlassung am Montag die Vorwürfe, den Sachverhalt schilderte sie ganz anders: Wedel habe sie mehrmals angerufen und sie gebeten, sich positiv in der Presse über ihn zu äußern, sagte Voland. "Er hatte offenbar Angst" vor einem von ihr geplanten Buch sowie einem Interview, das sie der Zeitschrift "Gala" gab. Zuerst überwies er ihr deshalb 10.000 Euro, wie Dokumente belegen. Später habe er ihr über einen gemeinsamen Freund 300.000 Euro geboten.

"Es liegt eine Aussage-gegen-Aussage-Konstellation vor", sagte Staatsanwältin Kimberly Seifer in ihrem Plädoyer. Zudem könnten die Hauptbelastungszeugen, Wedel und seine Ehefrau Ursula Wolters, nicht mehr gehört werden. Beide hatten zu dem Vorfall bei der Polizei ausgesagt, starben jedoch im Juli. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung beantragten deshalb einen Freispruch. Die Vorsitzende Richterin folgte dem und sprach Voland frei. "Wenn wir Zweifel an Ihrer Schuld haben, müssen wir Sie freisprechen", sagte Wagner an die Angeklagte gerichtet.

2018 hatten mehrere Schauspielerinnen öffentlich den Vorwurf sexueller Übergriffe und demütigender Behandlungen gegen den Regisseur erhoben. Der Vorgang wurde zu einem Symbol der sogenannten #MeToo-Debatte um Sexismus in der Filmindustrie. Die Vorwürfe mündeten schließlich in einer Vergewaltigungsanklage der Staatsanwaltschaft in München. Wedel hatte die Vorwürfe stets als Teil einer Verleumdungskampagne zurückgewiesen. Mit seinem Tod war zugleich auch das Verfahren gegen ihn beendet.

Das Amtsgericht hatte in der nun verhandelten Sache bereits 2019 einen Strafbefehl gegen Voland erlassen. Gegen diesen legte die 45-Jährige Widerspruch ein, weshalb es zum Prozess kam. Der Beginn der Hauptverhandlung war dabei in der Zwischenzeit mehrfach angesetzt worden, musste aber aus unterschiedlichen Gründen jeweils verschoben werden.

M.Campbel--EWJ

Empfohlen

Herbststurm "Luise" sorgt für Zugausfälle und Feuerwehreinsätze

Der Herbststurm "Luise" hat am Freitag im Westen und Südwesten Deutschlands für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. In Nastätten in Rheinland-Pfalz kippte auf einem Stadtfest ein Gestell um, dabei wurden ein 58-Jähriger und ein 72-Jähriger schwer verletzt. Beide wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wie die Polizei in Koblenz mitteilte.

Zehntausende in Taiwan nach Durchzug von Taifun "Champi" ohne Strom

Hunderte Verletzte, entwurzelte Bäume, zehntausende Haushalte ohne Strom: Der Taifun "Champi" ist über Taiwan hinweggefegt und hat dabei erhebliche Schäden in dem Inselstaat angerichtet. Zahlreiche Einsatzkräfte arbeiteten nach Angaben der Behörden am Samstag daran, die Stromversorgung für rund 56.000 Haushalte wiederherzustellen. Seit Donnerstag, als die ersten Warnungen vor dem Taifun ausgegeben wurden, kam ein Mensch ums Leben und etwa 500 weitere wurden verletzt.

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Medienbericht: Weitere Anklage im Fall Wirecard

Im Wirecard-Skandal hat die Staatsanwaltschaft München I einem Medienbericht zufolge eine weitere Anklage erhoben. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Freitag berichtete, handelt es sich dabei um eine frühere Mitarbeiterin, die von Dezember 2019 bis zur Wirecard-Insolvenz im Juni 2020 im Zuständigkeitsbereich von Vorstand Jan Marsalek arbeitete. Zuvor war sie demnach in der Konzernbuchhaltung beschäftigt.

Textgröße ändern: