English Woman's Journal - Katarischer WM-Botschafter bezeichnet Homosexualität als "geistigen Schaden"

Katarischer WM-Botschafter bezeichnet Homosexualität als "geistigen Schaden"


Katarischer WM-Botschafter bezeichnet Homosexualität als "geistigen Schaden"
Katarischer WM-Botschafter bezeichnet Homosexualität als "geistigen Schaden" / Foto: Gabriel BOUYS - AFP/Archiv

Der katarische WM-Botschafter und Ex-Fußballnationalspieler Khalid Salman hat mit Äußerungen über Homosexualität für Empörung gesorgt. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte am Dienstag in Berlin, Salmans Äußerungen seien "furchtbar". Der Lesben- und Schwulenverband forderte von der Bundesregierung eine Reisewarnung und eine Absage aller offiziellen Reisen zur WM. Salman hatte Homosexualität in einer ZDF-Dokumentation als "geistigen Schaden" bezeichnet.

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"Während der WM werden viele Dinge hier ins Land kommen. Lass uns zum Beispiel über Schwule reden", sagte Salman in einem Interview in der ZDF-Dokumentation "Geheimsache Katar", das am Montagabend in Auszügen im "heute journal" ausgestrahlt wurde. "Das Wichtigste ist doch: Jeder wird akzeptieren, dass sie hier herkommen. Aber sie werden unsere Regeln akzeptieren müssen."

Schwulsein sei "haram" und damit verboten, fügte Salman hinzu. "Es ist ein geistiger Schaden." An dieser Stelle wurde das Interview nach ZDF-Angaben durch den Pressesprecher des WM-Organisationskomitees abgebrochen.

Faeser sagte, solche Äußerungen seien "natürlich furchtbar". "Und das ist auch der Grund, warum wir daran arbeiten, dass sich die Dinge in Katar hoffentlich perspektivisch auch verbessern", fügte die auch für den Sport zuständige Ministerin hinzu.

Katar steht als WM-Gastgeber wegen der Menschenrechtslage in dem Land schon lange in der Kritik. Homosexualität ist in dem Emirat strafbar. Faeser hatte bei einer Reise nach Katar vor einer Woche nach eigenen Angaben aber eine Zusage für die Sicherheit aller anreisenden Fußballfans erhalten.

"Alle Menschen, egal woher sie kommen, wen sie lieben und woran sie glauben, müssen bei der WM sicher sein: Jeder Fan muss sich frei und ohne Angst bewegen können", hatte Faeser zum Abschluss ihrer Reise gesagt. Diese "Sicherheitsgarantie" habe ihr Katars Regierungschef Chalid bin Chalifa bin Abdulasis al-Thani gegeben.

Faeser geht auch nach den Äußerungen des WM-Botschafters davon aus, dass die "Sicherheitsgarantie" des Regierungschefs weiter gilt. Sie habe "keine neuen Anzeichen von ihm selbst, dass sich daran etwas geändert haben sollte", sagte die SPD-Politikerin am Dienstag.

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) forderte dagegen eine ausdrückliche Reisewarnung des Auswärtigen Amts für Lesben, Schwule und andere queere Menschen. Die Aussagen des katarischen WM-Botschafters seien "verstörend und dennoch keine Überraschung", da sie die "homosexuellenfeindliche Grundhaltung des Regimes in Katar" offenbarten. Die Bundesregierung solle nun konsequent alle diplomatischen Reisen während und zur WM in Katar abzusagen, forderte der LSVD. Fußball-Fans sollten die WM boykottieren.

Auch der Sprecher für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LGBTI) der FDP-Fraktion im Bundestag, Jürgen Lenders, erklärte, Salmans Aussagen zeigten, "dass Katar ein homophobes Land sei, in dem die Rechte von queeren Menschen missachtet werden." Sie würden in Katar "kriminalisiert und verfolgt". "Wir sollten die WM dafür nutzen, um auf die höchst problematische Lage der LSBTI-Community in Katar hinzuweisen und die Community vor Ort unterstützen", forderte Lenders.

Faeser hatte nach ihrem Besuch in Katar angekündigt, zum ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Japan wieder in das Emirat zu reisen. Sie wolle den Reformprozess im Land "auch während der WM weiter begleiten".

St.Ch.Russell--EWJ

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