English Woman's Journal - Gericht fordert von Niederlanden menschenwürdige Unterbringung von Asylbewerbern

Gericht fordert von Niederlanden menschenwürdige Unterbringung von Asylbewerbern


Gericht fordert von Niederlanden menschenwürdige Unterbringung von Asylbewerbern
Gericht fordert von Niederlanden menschenwürdige Unterbringung von Asylbewerbern / Foto: Vincent JANNINK - ANP/AFP

Ein Gericht hat die niederländische Regierung verbindlich dazu aufgefordert, die Bedingungen in Aufnahmezentren für Asylbewerber zu verbessern. Der Staat sei "verpflichtet, Asylbewerber menschenwürdig aufzunehmen", urteilte am Donnerstag ein Richter am Bezirksgericht in Den Haag. Im Sommer hatten besonders die Zustände im niederländischen Erstaufnahmezentrum im nahe der deutschen Grenze gelegenen Ter Apel internationales Aufsehen erregt.

Textgröße ändern:

In Ter Apel hatten im Sommer teilweise mehr als 700 Menschen außerhalb der Eingangstore übernachtet. Gegen die Zustände dort und in anderen Aufnahmezentren hatte die Flüchtlingshilfeorganisation Vluchtelingenwerk Nederland geklagt. Die Bedingungen für Asylbewerber in den Niederlanden verstießen gegen Menschenrechte und völkerrechtliche Bestimmungen, führte sie ins Feld.

Dem nun gefällten Urteil zufolge entsprechen die Bedingungen in den Zentren "teilweise nicht" den Standards einer würdigen Unterbringung. "Wiederholt" hätten Menschen im Freien, auf dem Fußboden oder auf Stühlen geschlafen und keinen ausreichenden Zugang zu sanitären Einrichtungen gehabt.

Der Vluchtelingenwerk-Vorsitzende Frank Candel sprach von einem "deutlichen und nötigen Urteil". Seine Organisation werde aber nicht zufrieden sein, "bis kein Asylbewerber mehr in einem Zelt, einer Turnhalle oder einem Flur schlafen muss".

Das Urteil verpflichtet die Regierung in Den Haag nun dazu, allen Menschen in Aufnahmezentren einen "sicheren Schlafplatz, Essen, Wasser und Zugang zu sanitären Einrichtungen" zur Verfügung zu stellen. Dieser Aufforderung müsse die Regierung "unverzüglich" nachkommen, Verzug könne nur im Falle eines "erheblichen und unerwarteten Zustroms von Ausländern in der Zukunft" gerechtfertigt sein.

Neben Personalmangel bei der Asylbehörde COA gilt der allgemeine Wohnungsmangel in den Niederlanden als Ursache der Probleme bei der Unterbringung der Flüchtlinge. Die Verhältnisse in dem Flüchtlingszentrum in Ter Apel waren ins Rampenlicht gerückt, nachdem dort im August ein drei Monate alter Säugling gestorben war.

P.Smid--EWJ

Empfohlen

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Medienbericht: Weitere Anklage im Fall Wirecard

Im Wirecard-Skandal hat die Staatsanwaltschaft München I einem Medienbericht zufolge eine weitere Anklage erhoben. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Freitag berichtete, handelt es sich dabei um eine frühere Mitarbeiterin, die von Dezember 2019 bis zur Wirecard-Insolvenz im Juni 2020 im Zuständigkeitsbereich von Vorstand Jan Marsalek arbeitete. Zuvor war sie demnach in der Konzernbuchhaltung beschäftigt.

Viele Opfer nach Einsturz von mehrstöckigem Gebäude in Nairobi befürchtet

Nach dem Einsturz eines im Bau befindlichen mehrstöckigen Gebäudes in Kenias Hauptstadt Nairobi werden mehrere Todesopfer befürchtet. Das Unglück habe sich am Freitag in dem Stadtteil Eastleigh ereignet, teilte das Rote Kreuz im Onlinedienst X mit. Örtliche Medien berichteten von möglichen Opfern unter den Trümmern. Auf Bildern vom Unglücksort war eine große Menschenmenge zu sehen. Örtlichen Medien zufolge kam es nach dem Einsturz zu Plünderungen.

Anklage in Rheinland-Pfalz: Bürgermeister soll Beamtem keine Aufgaben gegeben haben

Weil er einem Beamten über Jahre hinweg trotz voller Bezüge keine Arbeitsaufträge gegeben haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Koblenz Anklage gegen einen ehemaligen Verbandsbürgermeister aus Rheinland-Pfalz erhoben. Ihm wird Untreue im besonders schweren Fall vorgeworfen, wie die Behörde am Freitag mitteilte. In dem Zusammenhang erhob sie eine weitere Anklage gegen einen zwischenzeitlich suspendierten leitenden Beamten der Verbandsgemeinde wegen Untreue.

Textgröße ändern: