English Woman's Journal - Geplante Jugendproteste: Innenpolitiker warnen vor Gewalt und Unterwanderung

Geplante Jugendproteste: Innenpolitiker warnen vor Gewalt und Unterwanderung


Geplante Jugendproteste: Innenpolitiker warnen vor Gewalt und Unterwanderung
Geplante Jugendproteste: Innenpolitiker warnen vor Gewalt und Unterwanderung / Foto: Aris MESSINIS - AFP

Vor den geplanten bundesweiten Jugendprotesten am kommenden Samstag warnen Innenpolitiker von Union und SPD vor der Unterwanderung durch extremistische Kräfte. Sie verwiesen am Montag auf die teils gewaltsamen Proteste in Frankreich und anderen europäischen Ländern. Grüne und Linke hoben die legitimen Anliegen junger Menschen hervor und forderten mehr demokratische Teilhabe.

Textgröße ändern:

In Deutschland ruft eine Initiative für 31. Oktober zu bundesweiten Demonstrationen auf. In 23 Städten gleichzeitig wollen junge Menschen auf die Straße gehen, um unter anderem für bessere Bildung und Gesundheit, mehr Klimaschutz und bezahlbares Leben zu demonstrieren. Die Proteste richten sich auch gegen die Wehrpflicht und gegen einen Sparkurs zu Lasten der jungen Generation.

Der Aufruf der Initatiive Gen Z regelt das folgt auf ähnliche Proteste in Frankreich und mehreren anderen europäischen Staaten. In Frankreich war es am Wochenende am Rande der friedlichen Großdemonstrationen erneut zu Ausschreitungen gekommen. Zahlreiche Menschen wurden festgenommen.

"Solche Zustände wie in Frankreich müssen unter allen Umständen verhindert werden", sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Alexander Throm (CDU), dem "Handelsblatt". Die Demonstrationen könnten nach seinen Worten von linksextremistischen Kräften und Kriminellen aus dem migrantischen Milieu "gekapert" werden. "Da bildet sich eine unheilvolle Allianz, gerade in Berlin."

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) äußerte sich ebenfalls besorgt. "Die Gewaltexzesse und Straftaten aus Frankreich dürfen kein Vorbild für Deutschland sein", sagte er dem "Handelsblatt". Poseck verwies ebenfalls auf die jüngsten Ausschreitungen in Frankreich. Besonders besorgniserregend sei, "dass die Proteste auch von Linksextremen unterwandert werden, die ihrer Gewalt freien Lauf lassen".

Der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums des Bundestags, Marc Henrichmann (CDU), äußerte sich ebenfalls besorgt. "Die Vernetzung der linksextremistischen Szene ist international und koordiniert", sagte Henrichmann dem "Handelsblatt". Gewaltbereite Linke überquerten inzwischen sogar Ländergrenzen, "um in einem anderen Land Plünderungen und Gewalttaten vorzunehmen".

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Fiedler, sagte der "Rheinischen Post", für gewalttätige Proteste gebe es "zu keinem Zeitpunkt und an keinem Ort irgendeine Legitimation". Nach seinem Eindruck hätten sich die deutschen Sicherheitsbehörden frühzeitig und professionell auf mögliche Proteste eingestellt. Zur Gefahrenanalyse gehöre aber auch, dass sehr genau geschaut werden müsse, wer diejenigen seien, die "im digitalen Raum die Lage anheizen".

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) rechnet in Deutschland nicht mit einer Lage wie in Frankreich. Hierzulande seien die gesellschaftlichen Verhältnisse andere, sagte Maier dem "Handelsblatt". Grundsätzlich sei die Polizei in Deutschland "sehr stark an einer Deeskalation orientiert". Ausschreitungen erwarte er nicht.

Junge Menschen hätten ein Recht darauf, "gehört zu werden und friedlich für ihre Zukunft auf die Straße zu gehen", sagte Grünen-Ko-Fraktionschefin Britta Haßelmann der "Rheinischen Post". Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gehe es ganz konkret um gut ausgestattete Schulen, um faire Bildungschancen, bezahlbares Wohnen und wirksamen Klimaschutz.

"Wir sollten auch über eine größere demokratische Teilhabe junger Menschen sprechen, die auch endlich das Wahlalter 16 bei der Bundestagswahl beinhaltet", betonte Haßelmann. Versuche, die Anliegen junger Menschen "für politische Zwecke zu instrumentalisieren", verböten sich.

Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Clara Bünger, warf Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) vor, junge Menschen "unter Generalverdacht" zu stellen und zu "kriminalisieren", die von ihrem demokratischen Recht auf Protest Gebrauch machen wollten. Konkrete Gefahren müssten jedoch "selbstverständlich ernst genommen werden", betonte Bünger. Aber wer vor extremistischer Unterwanderung warne, "sollte dafür belastbare Anhaltspunkte vorlegen".

N.Steward--EWJ

Empfohlen

Wahlplakat mit Hitlergruß: Urteil gegen Brandenburger AfD-Abgeordneten rechtskräftig

Das Urteil gegen einen Brandenburger AfD-Landtagsabgeordneten wegen eines Hitlergrußes auf einem Wahlplakat ist rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof (BGH) verwarf die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Frankfurt an der Oder vom Februar dieses Jahres, wie der BGH am Montag in Karlsruhe mitteilte. Die Überprüfung des Urteils durch den für Staatsschutzstrafsachen zuständigen Strafsenat habe keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben, hieß es.

Segelpartner auf offener See getötet: Lebenslange Haft für Berliner rechtskräftig

Die gegen einen Berliner wegen der Tötung seines Segelpartners auf offener See vor Schweden verhängte lebenslange Haftstrafe ist rechtskräftig. Der in Leipzig ansässige fünfte Strafsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) verwarf laut einer Mitteilung vom Montag die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Berlin I.

Kreuzfahrt nach Kollision in Bremerhaven abgesagt - Sturmflutwarnung für Nordseeküste

Nach der Kollision eines Kreuzfahrtschiffes beim Auslaufen in Bremerhaven während eines Sturms fällt die geplante Reise aus. Die Fahrt von "Mein Schiff 3" mit mehr als 2400 Gästen an Bord auf die Kanaren sei angesichts der Schäden abgesagt worden, teilte der Veranstalter TUI Cruises am Montag in Hamburg mit. Unterdessen gab das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie (BSH) eine Sturmflutwarnung für die Nordseeküste am Montagmittag heraus.

Mutmaßlicher IS-Anhänger am Frankfurter Flughafen festgenommen

Die Bundesanwaltschaft hat einen aus Berlin stammenden mutmaßlichen Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) festnehmen lassen. Joshua W. sei am Freitagabend bei seiner Rückkehr nach Deutschland am Frankfurter Flughafen festgenommen worden, teilte die Ermittlungsbehörde am Montag in Karlsruhe mit. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs habe den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet.

Textgröße ändern: