English Woman's Journal - Prozess um Dreifachmord in Deggendorf: Angeklagter kündigt Einlassung an

Prozess um Dreifachmord in Deggendorf: Angeklagter kündigt Einlassung an


Prozess um Dreifachmord in Deggendorf: Angeklagter kündigt Einlassung an
Prozess um Dreifachmord in Deggendorf: Angeklagter kündigt Einlassung an / Foto: INA FASSBENDER, - - AFP/Archiv

Vor dem Landgericht im bayerischen Deggendorf hat am Donnerstag ein Dreifachmordprozess gegen den 38 Jahre alten Martin L. begonnen, der unter Drogen zwei Nachbarinnen und einen Nachbarn getötet haben soll. Der Angeklagte kündigte nach Verlesung der Anklage über seine Verteidigung an, sich im späteren Prozessverlauf zu den Tatvorwürfen äußern zu wollen, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Zunächst machte er demnach aber noch keine Angaben.

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Die Taten waren im vergangenen Sommer begangen worden. Im Fall der getöteten Frauen führten laut Staatsanwaltschaft reine Zufälle zu den Morden. In einem ersten Fall soll das spätere Mordopfer Streit mit seinem Freund gehabt haben, der die Frau daraufhin nicht mehr in die Wohnung ließ. L. soll die Frau daraufhin in seine Wohnung geholt und getötet haben. Im zweiten Fall soll es bei der zweiten Frau zu einem Stromausfall gekommen sein, woraufhin diese den Nachbarn um Hilfe bat. Auch in diesem Fall soll L. den Zufall für einen Mord genutzt haben.

Im Fall der Frau, die nach dem Streit nicht in die Wohnung kam, soll L. mit seiner Nachbarin Drogen genommen haben. Als diese danach einschlief, soll er sie auf seinem Sofa durch Würgen und mit einem Ladekabel erdrosselt haben, um sich sexuell an ihr zu befriedigen. Erst nach drei Tagen sei L. aufgefallen, dass der Leichnam der Frau zu riechen begann. Er soll diesen dann zerstückelt haben. Die Beine der Frau brachte er mit dem Fahrrad in ein Waldstück und versteckte sie, die übrigen Körperteile versteckte er in seinem Kühlschrank und seiner Gefriertruhe.

Knapp drei Wochen nach dieser Tat kam es bei der anderen Nachbarin zum Stromausfall, woraufin L. die Frau in seine Wohnung eingeladen haben soll. Dort soll der erneut unter Drogeneinfluss stehende Angeklagte sexuelle Erregung beim Anblick der Frau verspürt und diese zur Befriedigung seiner Lust getötet haben.

Der vollkommen überraschten Frau soll er zunächst eine Bierflasche mit Wucht auf den Kopf geschlagen haben. Danach schlug er ihr laut Anklage außerdem mindestens 13 Mal mit einem Hammer auf den Schädel. Im Anschluss habe er den Kopf der Frau mit Frischhaltefolie umwickelt, um sie zu ersticken.

Zur dritten Tat kam es, als der Lebensgefährte der Frau sich auf die Suche nach dem Opfer machte. L. soll den Nachbarn ebenfalls mit einem Hammer mehrere schwere Hiebe versetzt, außerdem mit einer Schere und einem Messer auf ihn eingestochen und ihn mit einem Ladekabel gewürgt haben. Der Mann starb an den Folgen seiner massiven Verletzungen.

Der Angeklagte und die Opfer sind laut Gericht dem Drogenmilieu zuzuordnen. Wenige Tage nach der letzten Tat reiste der Mann nach Österreich, um sich dort der Polizei zu stellen. Im nun eröffneten Prozess sollen 34 Zeugen und fünf Sachverständige gehört werden.

K.R.Jones--EWJ

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