English Woman's Journal - Proteste an französischen Schulen weiten sich aus - Lehrer streiken

Proteste an französischen Schulen weiten sich aus - Lehrer streiken


Proteste an französischen Schulen weiten sich aus - Lehrer streiken
Proteste an französischen Schulen weiten sich aus - Lehrer streiken / Foto: Sameer AL-DOUMY - AFP

In Frankreich haben sich teils gewaltsame Schülerproteste gegen schlecht ausgestattete Gebäude und zu lange Schultage ausgeweitet. Bei Unruhen an etwa 340 Schulen im ganzen Land wurden zehn Menschen verletzt, wie das Bildungsministerium am Dienstag mitteilte. Etwa 40 Schulen wurden blockiert, die Polizei nahm 40 Menschen in Gewahrsam. Die Bewegung war vor einigen Tagen im Großraum Paris entstanden und hatte sich auf andere Landesteile ausgebreitet.

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Die Region Ile-de-France schätzte die Schäden auf etwa 200.000 Euro. In Lyon wurden Polizisten mit Wurfgeschossen und Feuerwerkskörpern beworfen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Schülerinnen und Schüler protestieren unter anderem wegen fehlender Mittel und gegen häufige Unterrichtsausfälle.

Auch Studierende mehrerer Universitäten beteiligten sich an den Protesten, etwa in Paris, Toulouse und Nizza. Die linkspopulistische Partei La France Insoumise unterstützt die Proteste.

Schülergewerkschaften hatten zu einem Aktionstag am Dienstag aufgerufen, weil davon unabhängig bereits Protestaktionen im öffentlichen Dienst gegen zu niedrige Gehälter geplant waren. Landesweit waren etwa 170 Demonstrationen angemeldet. Mehrere Gewerkschaften riefen zu Arbeitsniederlegungen im öffentlichen Dienst auf.

Im öffentlichen Dienst sind die Gehälter seit 2017 insgesamt um etwa fünf Prozent angestiegen, während die Inflation im selben Zeitraum bei rund 24 Prozent lag. "Wenn der Index eingefroren wird, dann bedeutet es eine Gehaltssenkung für Millionen von Menschen, die unter den OECD-Ländern bereits zu den am schlechtesten bezahlten zählen", sagte sie CGT-Gewerkschaftschefin Sophie Binet dem Sender BFM. Sie appellierte an die Regierung, dies bei den anstehenden Haushaltsverhandlungen zu berücksichtigen.

Nach Angaben des Bildungsministeriums beteiligten sich etwa 14 Prozent der Lehrer an den Streiks, bei Grundschullehrern waren es 40 Prozent. Ein Lehrer verdient in Frankreich zu Beginn seiner Karriere etwa 2100 Euro. Erst nach etwa 30 Berufsjahren steigt das Gehalt deutlich an.

Die Feuerwehrleute beklagen ihrerseits zu niedrige Gehälter, insbesondere nach dem Extremsommer und der Bekämpfung von Großbränden in mehreren Landesteilen. "Frankreich verbrennt und die Feuerwehr auch", hieß es auf einem Transparent bei einer Demonstration im westfranzösischen Nantes. In Paris rechneten die Behörden mit etwa 20.000 bis 40.000 Demonstranten.

Die Regierung will in der kommenden Woche ihren Haushaltsplan vorstellen. Premierminister Sébastien Lecornu hat Sparmaßnahmen im Umfang von 54 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Ch.Anderson--EWJ

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Nach den gewaltsamen Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich haben erste Städte nächtliche Ausgangssperren verhängt. Wie das Büro von Premierminister Sébastien Lecornu mitteilte, gelten diese unter anderem in der nördlichen Großstadt Lille von Montagabend um 20.00 Uhr bis Dienstagmorgen um 6.00 Uhr. Weitere Kommunen in der Region verhängten ähnliche Maßnahmen. Laut Lecornu sollen durch die lokalen Ausgangssperren Geschäfte vor Plünderungen geschützt werden.

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