English Woman's Journal - Wundersame Rettung von zwei Verschütteten gut eine Woche nach Sturzflut in Nepal

Wundersame Rettung von zwei Verschütteten gut eine Woche nach Sturzflut in Nepal


Wundersame Rettung von zwei Verschütteten gut eine Woche nach Sturzflut in Nepal
Wundersame Rettung von zwei Verschütteten gut eine Woche nach Sturzflut in Nepal / Foto: Handout - NEPAL ARMY/AFP

Lichtblick inmitten der Katastrophe: Mehr als eine Woche nach der zerstörerischen Himalaya-Sturzflut mit mehr als 1300 Toten sind in Nepal zwei in einem Tunnel eingeschlossene Arbeiter gerettet worden. Nach dem Bergungserfolg am Freitag jubelten die Retter und sprachen von einem "Wunder". Einer der Geretteten hob die Hand zum Gruß, der andere, von Kopf bis Fuß mit Schlamm bedeckt, hatte bei seinem Abtransport die Hände zum Gebet gefaltet.

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Energieminister Biraj Bhakta Shrestha verkündete, ein Mensch sei "soeben wohlbehalten aus dem Tunnel" des Wasserkraftwerks Trishuli 3A gerettet worden. "Wir haben gerade erfahren, dass eine zweite Person gerettet wurde", fügte Innenminister Sudan Gurung kurz darauf hinzu.

Demnach handelte es sich bei den Geretteten um den 30-jährigen Sanjay Sah und den 45-jährigen Kabir Maharjan. Sie seien in ein Krankenhaus in Kathmandu gebracht worden und befänden sich in einem stabilen Zustand, erklärte das Energieministerium.

Rettungskräfte jubelten, als einer der Männer aus dem Schlamm gezogen wurde, wie auf einer vom Energieministerium veröffentlichten Videoaufnahme zu sehen war. Dem geretteten Arbeiter wurde von den Rettern auf die Beine geholfen. Er hob die Hand, während er zu einem Hubschrauber gebracht wurde.

Ein Foto zeigte den zweiten, völlig mit Schlamm bedeckten Mann, die Hände zum Gebet gefaltet, während ihn die Retter auf einer Trage wegbrachten. "Ich bin so glücklich, mein Herz ist leichter", sagte Amir Maharjan, der Bruder des geretteten 45-jährigen Arbeiters Kabir Maharjan, der Nachrichtenagentur AFP.

"Welcher Tag ist heute?", fragte der gerettete Sah in einem von nepalesischen Medien verbreiteten Video. Er überlebte nach eigener Aussage, indem er in der Dunkelheit hinduistische Gebete sang. Der 30-Jährige schilderte zudem, es seien 40 bis 45 Menschen in dem Tunnel gewesen, als am 26. August nach einem Gletscherabbruch eine Flut aus Wasser, Schlamm und Geröll niedergegangen war. "Ich habe allen gesagt, dass sie nach draußen rennen sollen", erzählte Sah.

Die nepalesische Armee betonte, die Such- und Rettungsaktionen liefen weiter. "Solange es Atem gibt, gibt es Hoffnung", gab Energieminister Shrestha als Losung aus.

Seit der Sturzflut werden hunderte Arbeiter vermisst, die in Wasserkraftwerken oder auf Baustellen für neue Staudämme gearbeitet hatten. Nepals Regierung war zunächst davon ausgegangen, dass mehr als hundert von ihnen in den verschütteten Tunneln überlebt haben könnten. Bis zu dem Rettungserfolg am Freitag waren aus den Tunneln aber keine Überlebenden geborgen worden.

Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg am Freitag auf 1318. In Nepal wurden inzwischen 1287 Leichen geborgen, wie die Katastrophenschutzbehörde in Kathmandu mitteilte. Chinesische Staatsmedien berichteten am Freitag über einen Anstieg der Totenzahl in Tibet von 21 auf 31. Der Zugang von Medien zum Katastrophengebiet in Tibet wird von den chinesischen Behörden strikt kontrolliert.

Die Sturzflut hatte am Mittwoch vergangener Woche im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet ganze Ortschaften zerstört. In Nepal werden nach Behördenangaben noch 5083 Menschen vermisst, chinesische Staatsmedien meldeten 531 Vermisste in Tibet. Unter ihnen waren mehr als 800 Ausländer aus mindestens 34 Staaten, von denen viele auf Trekking- oder Pilgerreisen im Himalaya unterwegs waren.

Ursache der Katastrophe, die vom nepalesischen Außenminister Shisir Khanal als "Himalaya-Tsunami" bezeichnet wurde, war nach Einschätzung von Fachleuten ein Gletscherabbruch am mehr als 7000 Meter hohen Berg Langtang Lirung in Nepal. Eine dadurch ausgelöste gigantische Flutwelle aus Wasser, Schlamm und Geröll schoss durch enge Flusstäler und riss auf beiden Seiten der Grenze Häuser, Straßen, Wasserkraftwerke und Menschen mit.

Die Versorgung der Überlebenden im Katastrophengebiet ist eine enorme Herausforderung. Der Zugang sei "sehr, sehr, sehr schwierig", erklärte die UN-Koordinatorin in Nepal, Lila Pieters Yahia. Die Vereinten Nationen starteten einen Hilfsappell, um knapp 50 Millionen Dollar für mehr als 84.000 Katastrophenopfer in Nepal zu erhalten. Die UN-Hilfsorganisationen warnten, durch verwesende Katastrophenopfer und Tierkadaver steige das Risiko für ansteckende Krankheiten. In Notunterkünften hätten sich bereits Fälle von Fieber und Durchfall ereignet.

L.Ross--EWJ

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