English Woman's Journal - Verkehrsverbünde wollen Nachfolge für Neun-Euro-Ticket und mehr Investitionen

Verkehrsverbünde wollen Nachfolge für Neun-Euro-Ticket und mehr Investitionen


Verkehrsverbünde wollen Nachfolge für Neun-Euro-Ticket und mehr Investitionen
Verkehrsverbünde wollen Nachfolge für Neun-Euro-Ticket und mehr Investitionen / Foto: STEFANIE LOOS - AFP/Archiv

Der Verband der deutschen Verkehrsunternehmen (VDV) ist zufrieden mit der Bilanz des Neun-Euro-Tickets. "Das Ticket war sehr erfolgreich und es lohnt, sich über die Fortsetzung Gedanken zu machen", sagte VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff in Berlin. Er forderte ebenso wie mehrere Landesverkehrsminister und -ministerinnen zugleich mehr Investitionen, um das Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu verbessern.

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Wolff präsentierte am Montag Zwischenergebnisse einer Studie, bei der wöchentlich 6000 Menschen ab 14 Jahren zu dem Ticket befragt worden waren. Eine wesentliche Erkenntnis sei, "dass wir viele Umsteiger haben", sagte Wolff.

Dem VDV zufolge wurden zehn Prozent der Fahrten mit dem Neun-Euro-Ticket für eine Strecke genutzt, die sonst mit dem Auto gefahren worden wäre. Insgesamt liege der Anteil der aus anderen Verkehrsmitteln verlagerten Fahrten bei 17 Prozent. Die Menge an eingespartem Treibhausgas schätzt der VDV auf 1,8 Millionen Tonnen.

Es seien insgesamt rund 52 Millionen Tickets verkauft worden; weitere zehn Millionen seien an Menschen gegangen, die ohnehin schon ein Abonnement für ein Monatsticket hatten, führte Wolff aus. Er wies zugleich darauf hin, dass Menschen auf dem Land das Ticket oft nicht verwenden konnten. Der Hauptgrund, der von Menschen auf dem Land für den Nicht-Kauf des Fahrscheins genannt wurde, war demnach mit 37 Prozent der "fehlende Nutzungsanlass".

Dies zeige, dass man Preis und Qualität des Öffentlichen Personennahverkehrs "dringend zusammen diskutieren" müsse, sagte Wolff. Es sei klar, "dass Kundschaft kommt, wenn das Produkt stimmt".

Die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz der Länder, die Bremer Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne), sagte bei der gemeinsamen Pressekonferenz ebenfalls, es müsse in die Qualität investiert werden. Viele Menschen hätten wegen des Neun-Euro-Tickets Angebots erstmals den Nahverkehr genutzt. Letztlich sei das aber nur ein wirklicher Erfolg, "wenn es dann auch eine Nachfolgeregelung gibt".

Deren Kosten könne aber "nicht alleine auf die Länder abgewälzt werden", forderte Schaefer ein finanzielles Engagement des Bundes. Sie erwarte Vorschläge von Seiten der Bundesregierung - von dort komme bisher nur eine "Blockadehaltung".

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) verlangte ebenfalls ein gemeinsames Engagement, um eine bessere ÖPNV-Qualität zu erreichen. Es sei klar, dass "ein billiges Ticket nichts taugt, wenn das Angebot schlecht ist", sagte er auf der Pressekonferenz.

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) forderte Bund und Länder auf, für Ausbau und Betrieb von Bus und Bahn jährlich mindestens 15 Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung zu stellen. Damit solle eine Nachfolgeregelung für das Neun-Euro-Ticket finanziert werden, der Großteil solle aber in den Angebotsausbau fließen.

Das Neun-Euro-Ticket hatte für Juni, Juli und August für jeweils neun Euro Monatsgebühr die Fahrt in allen öffentlichen Nahverkehrsmitteln in Deutschland ermöglicht. Der Fahrschein war eine von mehreren Maßnahmen der Bundesregierung zur Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher angesichts der hohen Energiepreise.

D.W.Robertson--EWJ

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