English Woman's Journal - Social-Media-Sucht: Instagram und Facebook führen Zeitsperren für Teenager ein

Social-Media-Sucht: Instagram und Facebook führen Zeitsperren für Teenager ein


Social-Media-Sucht: Instagram und Facebook führen Zeitsperren für Teenager ein
Social-Media-Sucht: Instagram und Facebook führen Zeitsperren für Teenager ein / Foto: Godofredo A. VÁSQUEZ - AFP/Archiv

Der Mutterkonzern von Instagram und Facebook hat in einem Prozess um die mutmaßliche Social-Media-Sucht von Minderjährigen einen Vergleich erzielt: Der Meta-Konzern von Mark Zuckerberg willigte in die Zahlung von 16,7 Milliarden Dollar (14,3 Milliarden Euro) ein, wie aus Gerichtsakten vom Mittwoch hervorgeht. Meta erklärte sich zudem zu Änderungen an seinen Online-Netzwerken bereit, um Kinder und Jugendliche besser vor Risiken zu schützen.

Textgröße ändern:

Der Konzern will unter anderem Zeitbeschränkungen für die Nutzung von Instagram und Facebook durch Minderjährige einführen sowie nächtliche Zugangssperren. So sollen Teenager die Apps nur noch zwei Stunden pro Tag nutzen dürfen. Zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens sollen sie gar keinen Zugriff mehr haben.

Der kalifornische Bundesanwalt Rob Bonta begrüßte das Einlenken des Unternehmens: "Meta hat zugestimmt, massive Veränderungen vorzunehmen, die das Risiko von Schäden durch seine Plattformen verringern werden - und das innerhalb weniger Monate", erklärte Bonta. In den Unterlagen heißt es, der Vergleich stelle kein Schuldeingeständnis durch Meta dar.

Insgesamt 29 US-Bundesstaaten hatten Meta vor einem kalifornischen Gericht wegen Suchtgefahren verklagt. Sie verlangten eine Geldbuße von 200 Milliarden Dollar und umfangreiche Änderungen an den Algorithmen. Das zuständige Bundesgericht im kalifornischen Oakland muss dem Vergleich noch zustimmen. Dann würde der zweiwöchige Prozess enden.

Bei Meta gilt ein Mindestalter von 13 Jahren für die Social-Media-Nutzung. Laut Kritikern ließ sich dieses in der Vergangenheit jedoch relativ einfach umgehen.

Instagram-Chef Adam Mosseri hatte am Dienstag als Zeuge in dem Verfahren eingeräumt, er habe interne Sicherheitsfunktionen für Jugendliche gelobt, obwohl diese laut Tests kaum wirksam seien. Andere Zeugen hatten in der vergangenen Woche ausgesagt, dass Meta diese Werkzeuge "zum Scheitern entwickelt" habe. In dem Prozess war auch Meta-Gründer und Vorstandschef Mark Zuckerberg als Zeuge vorgeladen. Ihm bleibt eine Aussage nun voraussichtlich erspart.

Der Prozess geht auf die sogenannten Facebook Files zurück, welche die ehemalige Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen Ende 2021 veröffentlicht hatte. Dabei handelt es sich um tausende Seiten mit den Ergebnissen einer konzerninternen Recherche zu den Auswirkungen der Online-Netzwerke von Meta auf die seelische Gesundheit minderjähriger Nutzerinnen und Nutzer.

Obwohl die schädlichen Auswirkungen des Social-Media-Konsums dem Konzern demnach bekannt waren, wies er in öffentlichen Stellungnahmen Bedenken und Warnungen zurück. Gleichzeitig soll er die Netzwerke absichtlich so konzipiert haben, dass sie Suchtverhalten hervorrufen - etwa durch das automatische Abspielen von Videos, häufige Benachrichtigungen und das Zählen von "Gefällt mir"-Reaktionen.

Nach diesen Enthüllungen leiteten dutzende US-Bundesstaaten eine gemeinsame Untersuchung der Vorwürfe ein, die schließlich in dem Prozess mündete. Die Kläger wandten sich explizit gegen die Art, wie die Online-Netzwerke konzipiert sind, und nicht gegen die Inhalte, die sie verbreiten - denn hier gesteht das US-Recht den Netzwerken weitgehende Immunität zu.

In den USA sind zahlreiche Klagen wegen mutmaßlicher Social-Media-Sucht anhängig. Die Betroffenen berichten unter anderem von Depressionen und Suizidgedanken.

T.Burns--EWJ

Empfohlen

"Rote Linie" Mekka: Saudi-Arabien wirft Huthis Angriff auf heilige Stadt vor

Saudi-Arabien hat der jemenitischen Huthi-Miliz einen Drohnenangriff auf die für Muslime heilige Stadt Mekka vorgeworfen und vor einer "roten Linie" gewarnt. Die von Riad angeführte Militärkoalition gegen die pro-iranischen Huthis erklärte am Mittwoch, die saudiarabische Luftabwehr habe die "feindliche" Drohne abgewehrt. Der Vorfall sorgte in der muslimischen Welt für Empörung und könnte den Konflikt in der Region weiter verschärfen. Die Huthis wiesen die Vorwürfe aber als "Lüge" zurück.

25 Jahre Haft für Kosovos Ex-Präsident Thaci wegen Kriegsverbrechen

Der im Kosovo weithin verehrte frühere Präsident und Guerillakämpfer Hashim Thaci ist wegen Kriegsverbrechen im Kosovo-Krieg zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Das Sondertribunal in Den Haag befand Thaci am Mittwoch unter anderem der "rechtswidrigen Festnahme, Folter, des Mordes und grausamer Behandlung" schuldig. Kosovos Regierungschef Albin Kurti bezeichnete das Urteil als "inakzeptable Ungerechtigkeit". In der Hauptstadt Pristina und in Den Haag kam es zu Konfrontationen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften.

Drei Jahre Haft in Prozess um tote Zwillinge auf E-Roller in Frankfurt am Main

Gut ein Jahr nach einem E-Rollerunfall mit einem toten Zwillingspaar und einem Schwerverletzten hat das Landgericht Frankfurt am Main einen 24-Jährigen zu drei Jahren Haft verurteilt. Schuldig gesprochen wurde er wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen, fahrlässiger Körperverletzung und versuchten Mordes, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch sagte.

Über 60 Millionen Euro Schaden durch Geldwäsche und Steuerhinterziehung - Razzia

Weil sie den Behörden durch Geldwäsche und Hinterziehung mehr als 60 Millionen Euro an Steuern vorenthalten haben sollen, ermittelt der Zoll in Hessen gegen insgesamt 50 Beschuldigte. Sie sollen über ein Netz aus Scheinfirmen Bargeld gewaschen und Steuern sowie Sozialabgaben hinterzogen haben, wie das Hauptzollamt Frankfurt am Main am Mittwoch mitteilte. Demnach arbeitete die Gruppe seit 2017 als Dienstleister.

Textgröße ändern: