English Woman's Journal - Datenanalyse: Teenager in Australien nutzen Onlinedienste fast so stark wie vor Verbot

Datenanalyse: Teenager in Australien nutzen Onlinedienste fast so stark wie vor Verbot


Datenanalyse: Teenager in Australien nutzen Onlinedienste fast so stark wie vor Verbot
Datenanalyse: Teenager in Australien nutzen Onlinedienste fast so stark wie vor Verbot / Foto: Ishara S. KODIKARA - AFP/Archiv

Nach der Einführung des weltweit ersten Onlinedienste-Verbots für Kinder und Jugendliche in Australien haben junge Menschen in dem Land Angebote wie Instagram und Tiktok zuletzt offenbar wieder verstärkt genutzt. Bei einigen Anwendungen nähern sich die Nutzungsraten dem Niveau vor dem Verbot im Dezember, wie am Mittwoch veröffentlichte Daten von Qustodio, einer Kontroll-App für Eltern, zeigten.

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Gut jeder Vierte der 13- bis 15-Jährigen nutzt den Angaben zufolge weiter die Videoplattform Tiktok. Das ist nur gut ein Prozentpunkt weniger als vor Inkrafttreten des Verbots. Bei den Zehn- bis Zwölfjährigen lag die Nutzungsrate nur 0,06 Prozentpunkte unter dem Niveau vor dem Verbot. Auch die Apps Instagram und Snapchat nutzten Kinder und Jugendliche zuletzt wieder vermehrt.

Nach dem Inkrafttreten des Verbots im Dezember waren die Nutzungszahlen zunächst zurückgegangen. Australien war mit seinem Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige weltweiter Vorreiter gewesen. Seitdem erließen mehrere weitere Länder ähnliche Vorschriften, auch in Deutschland wird über eine solche Regelung diskutiert.

Die Nutzungszahlen stiegen womöglich, "weil die Beschränkungen nicht funktionieren", führte Yasmin London von Qustodio aus. Die Kinder und Jugendlichen könnten die Alterssperre umgehen, indem sie VPN-Dienste nutzten oder ihr Alter falsch angäben.

Laut Qustodio wurden die Daten durch die anonymisierte Analyse der monatlichen Nutzung von Apps durch Kinder und Jugendliche in Australien erhoben. Sie zeigen den Prozentsatz derjenigen, die eine App in einem Monat mindestens einmal länger als fünf Minuten nutzten. Mit der App können Eltern die Nutzung von Angeboten durch ihre Kinder steuern.

Bereits im Juni war eine im Fachmagazin "British Medical Journal" veröffentlichte Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass das Verbot kaum Auswirkungen auf das Nutzungsverhalten australischer Teenager hatte. Minderjährige umgehen demnach die per Gesetz erlassenen Beschränkungen, indem sie beispielsweise Fake-Accounts erstellen oder Konten nutzen, die auf ältere Personen registriert sind.

Bei Verstößen gegen die Regelungen drohen Konzernen in Australien Geldstrafen von bis zu 99 Millionen australische Dollar (59,9 Millionen Euro). Die Aufsichtsbehörde kann die Unternehmen zu Nachweisen darüber verpflichten, welche Maßnahmen sie ergreifen, um zu verhindern, dass Unter-16-Jährige ein Nutzerkonto eröffnen. Zur Überprüfung der Angaben kann sie zudem Informationen und Unterlagen anfordern - von den Betreibern selbst, aber auch von Dritten wie den Anbietern für die Altersüberprüfung oder den App-Store-Betreibern.

T.Wright--EWJ

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