English Woman's Journal - "Washington Post" muss geschasste Kolumnistin Karen Attiah wieder einstellen

"Washington Post" muss geschasste Kolumnistin Karen Attiah wieder einstellen


"Washington Post" muss geschasste Kolumnistin Karen Attiah wieder einstellen
"Washington Post" muss geschasste Kolumnistin Karen Attiah wieder einstellen / Foto: ISABEL INFANTES - AFP/Archiv

Die US-Zeitung "Washington Post" muss die Kolumnistin Karen Attiah wieder einstellen, die nach kritischen Beiträgen in Onlinemedien über den im vergangenen September erschossenen ultrarechten US-Influencer Charlie Kirk entlassen worden war. Ein Schlichter ordnete am Dienstag zudem an, dass die Zeitung Attiah alle ausstehenden Gehälter nachzahlen muss. Für deren Entlassung habe es "keine triftigen Gründe" gegeben.

Textgröße ändern:

Der ultrarechte Aktivist Kirk war am 10. September 2025 bei einer Diskussionsrunde auf einem Universitätscampus im Bundesstaat Utah erschossen worden. Der 31-Jährige galt als einer der einflussreichsten rechten Influencer und Sprachrohr von US-Präsident Donald Trump für die Jugend. Trump bezeichnete Kirk nach dessen Ermordung wiederholt als "Märtyrer" und verlieh ihm posthum die Präsidentenmedaille der Freiheit. Kritiker warfen Kirk hingegen Rassismus, Fremden- und Frauenfeindlichkeit und das Schüren von Hass gegen Minderheiten vor.

Kurz nach dem Mord hatte Attiah über private Accounts in Onlinemedien frühere rassistische Äußerungen Kirks über schwarze Frauen geteilt. So hatte Kirk unter anderem behauptet, schwarzen Frauen fehle es an "kognitiver Verarbeitungskapazität", weshalb sie auf Gleichstellungs- und Inklusionsprogramme angewiesen seien. Attiah erklärte damals außerdem, sie werde nicht um Kirk trauern. Die "Washington Post" hatte ihr daraufhin "schwerwiegendes Fehlverhalten" vorgeworfen und sie entlassen.

Im Onlinedienst X äußerte sich Attiah erfreut über die Entscheidung des Schlichters. Die Zeitung habe sie aus der Redaktion drängen wollen, weil sie "die Wahrheit ausgesprochen" habe. Die "Washington Post" erklärte wiederum, sie werde sich an die Anordnung halten, lehnte jede weitere Stellungnahme aber ab.

Seit der Übernahme der "Washington Post" durch den milliardenschweren Amazon-Gründer Jeff Bezos im Jahr 2013 hat sich der Tonfall im Meinungsressort der Zeitung stark gewandelt. Der Fokus liegt nun gemäß internen Vorgaben stärker auf "persönlichen Freiheiten und freien Märkten".

O.Wood--EWJ

Empfohlen

Trump: Habe Putin um Freilassung von US-Bürger Hubbard gebeten

US-Präsident Donald Trump hat den russischen Staatschef Wladimir Putin nach eigenen Angaben um die Freilassung des seit Jahren inhaftierten US-Bürgers Stephen Hubbard gebeten. Es sei an der Zeit, Hubbard zurückzuholen, sagte Trump am Dienstag in Washington. Der Lehrer im Ruhestand war im Oktober 2024 in Moskau wegen angeblichen "Söldnertums" für die Ukraine zu einer Haftstrafe von fast sieben Jahren verurteilt worden.

Italienische Regierung schickt nach Ausschreitungen 500 Soldaten nach Mailand

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Mailand schickt Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni 500 Soldaten in die Großstadt. Die Soldaten sollten bis Jahresende in Mailand bleiben und die Polizei unterstützen, erklärte Meloni am Dienstag nach einer Kabinettsitzung. "Es gibt das Recht zu demonstrieren, aber nicht, unsere Städte zu plündern", sagte die rechtsgerichtete Regierungschefin in einem Online-Video.

Tod von 53 Migranten in Texas: Schleuser zu 30 Jahren Haft verurteilt

Gut vier Jahre nach dem Tod von 53 Migranten in einem überhitzten Lastwagen im US-Bundesstaat Texas ist einer der Schleuser zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Der 39-Jährige aus Guatemala sei mitverantwortlich für den Tod der Menschen gewesen, die von Mexiko aus in die USA gelangen wollten, erklärte die Staatsanwaltschaft am Dienstag zu dem Urteil des Bundesgerichts in San Antonio.

Kreise: Erstes Abschiebezentrum von EU-Ländern in Drittstaat soll in Ruanda entstehen

Das erste Abschiebezentrum von EU-Ländern in einem Drittstaat wird voraussichtlich in Ruanda entstehen. Eine Vereinbarung zwischen dem afrikanischen Land und den fünf EU-Mitgliedstaaten, die die Einrichtung solcher Zentren vorantreiben, könnte bereits im nächsten Monat unterzeichnet werden, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen erfuhr. Ruanda wird seit langem als mögliches Aufnahmeland genannt und ist den Angaben zufolge inzwischen der klare Favorit.

Textgröße ändern: