English Woman's Journal - Agententätigkeit in russischem Auftrag: 30-Jähriger in Stuttgart verurteilt

Agententätigkeit in russischem Auftrag: 30-Jähriger in Stuttgart verurteilt


Agententätigkeit in russischem Auftrag: 30-Jähriger in Stuttgart verurteilt

Wegen Agententätigkeit im Auftrag Russlands hat das Oberlandesgericht Stuttgart einen 30-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, beteiligte er sich an der Ausspähung von Pakettransportwegen in Richtung Ukraine. Weil die Haftstrafe aufgrund von Untersuchungshaft bereits als verbüßt gilt, kam der Mann auf freien Fuß. Zwei Mitangeklagte, die mit diesem zusammengearbeitet haben sollen, sprach das Gericht frei.

Textgröße ändern:

Die Bundesanwaltschaft hatte alle drei Beschuldigten ursprünglich auch wegen der Verabredung zu einem Verbrechen in Form einer schweren Brandstiftung angeklagt. Von diesem Vorwurf sprach der zuständige Senat sie aber frei. Die Beweisaufnahme habe nur ergeben, dass sie an einem von einer staatlichen russischen Stelle veranlassten Versand von zwei Paketen mit GPS-Trackern über einen ukrainischen Versandlogistiker mitwirkten, um Möglichkeiten für Sabotageaktionen abzuklären. Nicht nachweisbar sei, dass es schon entsprechende konkrete Pläne gab und die Beschuldigten in diese eingeweiht oder daran beteiligt gewesen seien.

Nach den Feststellungen des Gerichts handelte der 30-Jährige im Auftrag eines Bekannten aus dem russisch besetzten Mariupol. Der in der Schweiz lebende ukrainische Staatsbürger wies seine zwei Mitangeklagten demnach an, die beiden Pakete mit den GPS-Positionstrackern von Konstanz über Köln in die Ukraine zu verschicken. Die Männer wurden im Mai 2025 in Deutschland und der Schweiz festgenommen und kamen in Untersuchungshaft.

Die beiden Mitbeschuldigten im Alter von 22 und 25 Jahren sprach das Gericht frei, weil ihnen nicht nachzuweisen war, dass sie wissentlich an einem Paketversand zwecks Vorbereitung möglicher Sabotageaktionen teilnahmen oder bewusst geheimdienstliche Agententätigkeiten ausübten. Nur im Fall des 30-Jährigen ging es von einer vorsätzlichen Beteiligung aus, er wurde wegen Agententätigkeit zu Sabotagezwecken verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig und kann vor dem Bundesgerichtshof angefochten werden.

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Anfang 2022 ist die sicherheitspolitische Lage in Europa extrem gespannt. Die Rede ist vielfach von einem sogenannten hybriden Krieg Russlands auf dem Gebiet der Mitgliedsstaaten von EU und Nato, welche die Ukraine unterstützen. Zu hybrider Kriegführung gehören unter anderem Desinformationskampagnen sowie Spionage und Sabotageaktionen.

L.MacDonald--EWJ

Empfohlen

US-Prozess gegen mutmaßliche Kindsmörderin Lindsay Clancy geplatzt

In den USA ist der aufsehenerregende Prozess gegen die mutmaßliche Kindsmörderin Lindsay Clancy geplatzt. Der Richter stellte am Freitag in Plymouth im Bundesstaat Massachusetts abschließend fest, dass sich die Geschworenen nicht über die Schuldfähigkeit der 36-Jährigen einigen konnten. Die frühere Krankenschwester hatte die Tötung ihrer drei Kinder zwar gestanden, laut ihrem Anwalt litt sie aber unter einer sogenannten Wochenbettpsychose und sei damit schuldunfähig.

UN: Vertreibung im Westjordanland könnte Verbrechen gegen Menschlichkeit sein

Die Vertreibung zehntausender Palästinenser aus Flüchtlingslagern im besetzten Westjordanland durch Israel könnte nach Einschätzung der Vereinten Nationen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen. Mehr als 33.000 Menschen seien Anfang 2025 aus den Lagern Dschenin, Tulkarem und Nur Schams vertrieben worden, erklärte die UNO am Freitag.

Anschläge auf Umspannwerke: Polizei fahndet unter Hochdruck nach Verdächtigem

Nach den Anschlägen auf Umspannwerke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen fahnden die Ermittler mit Hochdruck nach einem 48-jährigen Verdächtigen. Der Mann aus dem nordrhein-westfälischen Gevelsberg geriet als Verfasser von zwei als authentisch eingeschätzten Bekennerschreiben samt Täterwissen ins Visier, wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag in Düsseldorf sagten. Einsatzkräfte der Polizei fanden im Wohnhaus des Mannes in Gevelsberg demnach "sprengstoffverdächtige Gegenstände".

Zahl unerlaubter Einreisen im August auf niedrigstem Stand seit über fünf Jahren

Die Zahl unerlaubter Einreisen an den deutschen Grenzen ist im August weiter gesunken. Wie die Bundespolizei am Freitag in Potsdam mitteilte, versuchten im vergangenen Monat 3587 Menschen, ohne gültige Papiere nach Deutschland einzureisen. Dies waren rund 14 Prozent weniger als im Juli und 39 Prozent weniger als im August 2025. Es ist zudem der niedrigste Stand seit über fünf Jahren.

Textgröße ändern: