English Woman's Journal - Zahl der Erdbeben-Toten in Kolumbien auf 239 gestiegen - Rettungskräften läuft die Zeit davon

Zahl der Erdbeben-Toten in Kolumbien auf 239 gestiegen - Rettungskräften läuft die Zeit davon


Zahl der Erdbeben-Toten in Kolumbien auf 239 gestiegen - Rettungskräften läuft die Zeit davon
Zahl der Erdbeben-Toten in Kolumbien auf 239 gestiegen - Rettungskräften läuft die Zeit davon / Foto: Raul ARBOLEDA - AFP

Nach dem Erdbeben in Kolumbien befinden sich die Einsatzkräfte in einem Wettlauf gegen die Zeit. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich am Mittwoch nach Behördenangaben auf mindestens 239. Mehr als 2000 Menschen wurden verletzt. Derweil schloss sich das Zeitfenster der ersten 72 Stunden nach dem Unglück, die für die Bergung von Überlebenden entscheidend sind.

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"Wir treten nun in die letzte Phase der ersten 72 Stunden ein", sagte der Bürgermeister von Cali, Alejandro Eder. "Das bedeutet nicht, dass es danach keine Überlebenden mehr geben wird, aber es wird schwieriger", sagte er.

In der Nacht zum Mittwoch war es Rettungskräften in Pereira gelungen, eine Frau lebend aus Gebäudetrümmern zu retten. Die 32-jährige Daniela Largo wurde nach ihrer Rettung in eine blaue Decke gehüllt aus den Trümmern getragen. Rettungskräfte umarmten sich und Angehörige brachen vor Freude in Jubel aus.

Pereira ist die Hauptstadt des Departamento Risaralda und wie auch die Städte Cali, Manizales und Quibdó besonders stark von dem Erdbeben betroffen, das Kolumbien am Montag um 07.34 Uhr (Ortszeit, 14.34 Uhr MESZ) mit einer Stärke von 7,4 erschüttert hatte. Hunderte Gebäude stürzten ein.

Beatriz Arcos war eine Stunde lang zwischen Trümmern eingeschlossen und leidet jetzt unter Rückenschmerzen. Alles sei "so schnell" gegangen, beschrieb sie das Erdbeben. Ihr Sohn suchte unterdessen in den Haustrümmern nach wichtigen Dokumenten, den Handys der Familie und anderen Wertgegenständen. Viele andere Menschen suchten weiter nach Angehörigen und Freunden.

Die Menschen im Erdbebengebiet haben außerdem weiter Angst vor Nachbeben und dem Einsturz beschädigter Häuser. Viele schlafen unter freiem Himmel. "Wir haben alles verloren, aber wir sind am Leben", sagte der 23-jährige John Tabasco, der mit seiner Frau und seinem sieben Monate alten Sohn in einem Park in Pereira campierte.

Die kolumbianische Regierung rief am Mittwoch eine dreitägige Staatstrauer aus. Laut Dekret sollen während dieser Zeit die Nationalflagge an allen öffentlichen Gebäuden im Land sowie an den kolumbianischen Auslandsvertretungen auf Halbmast wehen zu "Ehren aller verstorbenen Menschen".

Der neue kolumbianische Präsident Abelardo de la Espriella hatte am Dienstag bei einem Besuch in Pereira den Menschen, die kein Zuhause mehr haben, finanzielle Hilfen zugesagt. Hinzu kommt die Hilfsbereitschaft vieler Bürger, die bei der Suche nach Verschütteten helfen oder Katastrophenopfer mit Essen versorgen.

Die Europäische Union stellte Kolumbien zwei Millionen Euro als Nothilfe bereit. "Während die Such- und Rettungsarbeiten weitergehen, unterstützt die EU Kolumbien, wo immer es möglich ist", erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Onlinedienst X. Am Montag hatte Brüssel bereits angekündigt, seinen Satellitendienst Copernicus zur Unterstützung der Rettungsmaßnahmen einzusetzen.

Das Auswärtige Amt (AA) in Berlin teilte mit, dass die kolumbianische Regierung den europäischen Katastrophenschutzmechanismus zur Aktivierung von Hilfen aus der EU bereits ausgelöst habe. Für die Suche nach Verschütteten habe das südamerikanische Land keine Hilfe aus dem Ausland angefordert, führte AA-Sprecher Martin Giese am Mittwoch aus. Die kolumbianischen Behörden hätten die Bundesregierung aber um einen Beitrag gebeten, "dass die Familien, die alles verloren haben, wieder Zugang zu sauberem Trinkwasser und Nahrungsmittel bekommen können".

K.Marshall--EWJ

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