English Woman's Journal - Frankreich: Crémant-Lese in Burgund beginnt wegen Hitzewellen so früh wie nie

Frankreich: Crémant-Lese in Burgund beginnt wegen Hitzewellen so früh wie nie


Frankreich: Crémant-Lese in Burgund beginnt wegen Hitzewellen so früh wie nie
Frankreich: Crémant-Lese in Burgund beginnt wegen Hitzewellen so früh wie nie / Foto: PHILIPPE DESMAZES - AFP/Archiv

Wegen der extremen Hitze der vergangenen Wochen hat in Frankreichs berühmter Weinanbauregion Burgund die Weinlese sehr viel früher als sonst begonnen. In seiner fast 40-jährigen Tätigkeit als Winzer habe er noch nie eine so frühe Weinlese erlebt, sagte der Präsident der Produktionsvereinigung Cave de Lugny im Département Saône-et-Loire, Marc Sangoy, der Nachrichtenagentur AFP. "Die Rekorde fallen. Es geht schnell", sagte er.

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Dabei liegt der letzte Rekord gerade einmal vier Jahre zurück: 2022 habe die Lese der Crémants am 13. August begonnen. In diesem Jahr werde mit der Lese dieser Schaumweine, deren Trauben traditionell als erste geerntet werden, bereits am 8. August begonnen. Was alle anderen Weine angeht, dürfte die Weinlese laut Sangoy "wahrscheinlich Ende nächster Woche" starten.

Aufgrund der Hitzewellen hatten Burgunds Winzer mit einer Lese von Weiß- und Rotweinen vor dem 15. August gerechnet. Allerdings machen den Reben die Hitzewellen zu schaffen. Die Trockenheit und die Hitzewelle hätten deren Wachstum gehemmt und die Reifung der Trauben verlangsamt, erklärte Thiébault Huber vom Verband der Appellationen und Winzer in Burgund gegenüber AFP.

Ursprünglich hätten die Weinbauern mit einer Lese vor dem 15. August gerechnet, gingen nun aber eher von einem Termin um den 25. August aus. Der historische Rekord von 1556 dürfte daher nicht gebrochen werden.

Auch in anderen Regionen Frankreichs fand die Weinlese so früh wie nie zuvor statt - am Donnerstag begann sie in der Champagne im Nordosten des Landes und im Bordelais im Südwesten für die Crémants. Im Languedoc-Roussillon im Süden hatte die Lese bereits im Juli begonnen.

Laut einer weltweit einzigartigen Studie, die auf 700 Jahren Weinlese im Burgund basiert, hat der Klimawandel zu einer "Explosion" von "extremen" Jahren geführt. Diese träten immer früher ein, sagte der Klimahistoriker Thomas Labbé AFP. In seiner in der Zeitschrift "Climate of the Past" veröffentlichten Studie hat der Historiker alle Erntedaten in Beaune von 1354 bis heute zusammengetragen, sie umfasst somit einen Zeitraum von mehr als 670 Jahren.

Demnach traten die Jahre mit extremer Hitze - und damit einer frühen Weinlese - zwischen 1354 und 1719 alle 17 Jahre und von 1720 bis 1987 alle 53 Jahre auf. Seit 1988 verringerten sich die Abstände deutlich: Alle fünf Jahre habe es demnach extreme Hitze gegeben. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts gab es dem Forscher zufolge bereits zehn Extremjahre - also etwa eines alle zweieinhalb Jahre.

P.Smid--EWJ

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