English Woman's Journal - Bericht bescheinigt Deutschland Defizite im Kampf gegen Geldwäsche

Bericht bescheinigt Deutschland Defizite im Kampf gegen Geldwäsche


Bericht bescheinigt Deutschland Defizite im Kampf gegen Geldwäsche
Bericht bescheinigt Deutschland Defizite im Kampf gegen Geldwäsche / Foto: MARCO BERTORELLO - AFP/Archiv

Ein internationaler Bericht bescheinigt Deutschland weiterhin erhebliche Defizite bei der Bekämpfung der Geldwäsche, auch wenn demnach in einigen Bereichen Fortschritte zu verzeichnen sind. Die Financial Action Task Force (FATF) mit Sitz in Paris stuft die Bundesrepublik international im Mittelfeld ein. Ein wesentlicher Kritikpunkt lautet, dass der Kampf gegen Geldwäsche in Deutschland politisch bisher nicht die ausreichende Priorität habe.

Textgröße ändern:

Deutschland habe in den vergangenen fünf Jahren "bedeutende Verbesserungen erreicht", heißt es in dem Bericht. Dies betreffe etwa Immobiliengeschäfte. Allerdings fehle es einigen der Reformen noch an Wirksamkeit. "Zusätzliche Maßnahmen sind erforderlich, um die Gefahren mit Blick auf Bargeldgeschäfte sowie 'Hawala' (informelle Zahlungssysteme meist auf Bargeldbasis) zu vermindern", mahnte die FATF.

Eine "Herausforderung" seien weiterhin die unterschiedlichen Zuständigkeiten in Bund und Ländern, heißt es weiter. Positiv wird aber die Stärkung der Financial Intelligence Unit (FIU) bewertet, die beim Zoll und damit indirekt beim Bundesfinanzministerium angesiedelt ist.

Gelobt werden auch die klaren Bekenntnisse der Bundesregierung zur Geldwäsche-Bekämpfung. Allerdings sei "nicht immer erkennbar, dass dies auch auf operationeller Ebene umgesetzt" werde. So sei die Zahl der aufgegriffenen Fälle kleiner als zu erwarten wäre. Defizite gebe es auch beim notwendigen Informationsaustausch zwischen deutschen Behörden. Dies behindere auch die internationale Zusammenarbeit.

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hatte am Mittwoch den Aufbau einer neuen, zentralen Behörde zum Kampf gegen Geldwäsche in Deutschland angekündigt. Dazu gehört der Aufbau eines "Bundesfinanzkriminalamts". Lindner sprach von einem "großen Wurf", nannte allerdings keinen konkreten Zeitplan. Auch muss über Details offensichtlich noch beraten werden.

"Deutschland hat ein großes Geldwäsche-Problem. Auch wenn die FATF vordergründig einzelne Verbesserungen bei der Bekämpfung von Geldwäsche feststellt, zeigt die vertiefte Analyse weiterhin erhebliche Defizite", erklärte der Geldwäsche-Experte der Organisation Transparency International, Stephan Ohme. "Schmutziges Geld von Organisierter Kriminalität und Autokraten weltweit findet in Deutschland einen sicheren Hafen", warf er den Verantwortlichen vor.

Zehn Jahre nach vorheriger scharfer Kritik von Seiten der FATF "fängt sich Deutschland erneut Kritik für seine schlechte Geldwäschebekämpfung ein", erklärte Konrad Duffy von der Organisation Finanzwende. Vor allem bei den komplexeren und größeren Fällen sei Deutschland noch zu schwach aufgestellt. "Zu einem wirklichen Paradigmenwechsel in der Geldwäschebekämpfung gehört mehr, als eine neue Behörde zu schaffen", warnte Duffy mit Blick auf die Pläne Lindners.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), die auch Gegenstand des FATF-Berichts ist, begrüßte die ihr attestierten Verbesserungen beim Risikoverständnis. Die Empfehlungen hinsichtlich von Verbesserungen bei der Präventions-Aufsicht im Nichtbanken-Finanzsektor sowie bei der Mängelbeseitigung in einigen, vor allem größeren Banken sollten umgesetzt werden, versicherte Bafin-Exekutivdirektorin Birgit Rodolphe.

A.Wallace--EWJ

Empfohlen

Geplanter Überfall in Bochum: Gericht verkündet Urteil gegen "Ausbrecherkönig"

In Brüssel wird am Freitag das Urteil gegen den in Frankreich als "Ausbrecherkönig" bekannten Kriminellen Antonio Ferrara erwartet (ab 09.00 Uhr). Ferrara wird in diesem Fall konkret vorgeworfen, zusammen mit mehreren Komplizen einen Raubüberfall auf ein Werttransportunternehmen in Bochum geplant zu haben. Die belgische Staatsanwaltschaft fordert 18 Jahre Haft. Der 53-Jährige ist zusammen mit neun weiteren Verdächtigen angeklagt.

Staatsmedien: Mindestens 16 Tote und 32 Verletzte bei Erdbeben in Tibet

Bei einem schweren Erdbeben in der autonomen Region Tibet in China sind nach Angaben chinesischer Staatsmedien mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des Sender CCTV vom Freitag wurden weitere 46 Menschen bei dem Beben der Stärke 7,0 verletzt, mehr als 300 Häuser stürzten ein oder wurden beschädigt. Die Nachrichtenagentur Xinhua meldete, die Rettungsarbeiten dauerten an, das Ausmaß der Schäden werde weiter ausgewertet.

Xinhua: Mindestens 16 Tote und 32 Verletzte bei Erdbeben in Tibet

Bei dem schweren Erdbeben in der autonomen Region Tibet in China sind nach jüngsten offiziellen Angaben mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf örtliche Behörden berichtete, wurden weitere 32 Menschen bei dem Beben der Stärke 7,0 verletzt, mehr als 300 Häuser stürzten ein. Die Rettungsarbeiten dauerten demnach an, das Ausmaß der Schäden werde weiter ausgewertet.

"Rückkehr zur Ruhe": Demonstrationsverbote und weitere Einschränkungen in Frankreich

Mit Demonstrationsverboten und der Einschränkung geplanter Proteste am Samstag will Frankreich Ausschreitungen wie am vergangenen Wochenende verhindern. Oberstes Ziel sei eine "Rückkehr zur Ruhe", sagte Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag. Er kündigte neue Ausgangssperren an; zudem dürften nur von Gewerkschaften organisierte Kundgebungen stattfinden, sagte er. Die Gelbwesten-Bewegung, die zu den Organisatoren der Proteste zählt, kündigte ihren Widerstand an. In Paris bleiben der Louvre und andere Museen am Samstag geschlossen.

Textgröße ändern: