English Woman's Journal - Rückversicherer: Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr gesunken

Rückversicherer: Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr gesunken


Rückversicherer: Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr gesunken
Rückversicherer: Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr gesunken / Foto: Federico PARRA - AFP

Geringere Schäden, aber wachsende Risiken: Die weltweiten Zerstörungen durch Naturkatastrophen sind nach Angaben des Rückversicherers Munich Re im ersten Halbjahr weniger kostspielig ausgefallen als im langjährigen Durchschnitt. In den ersten sechs Monaten des Jahres zerstörten Naturkatastrophen Werte von etwa 112 Milliarden Dollar (98,5 Milliarden Euro), wie Munich Re am Donnerstag mitteilte. Davon versichert waren demnach lediglich Werte in Höhe von 44 Milliarden Dollar.

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Verglichen mit dem zehnjährigen Durchschnitt (inflationsbereinigt 113 Milliarden Dollar) blieben die Schäden des ersten Halbjahres 2026 leicht darunter, den Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre (136 Milliarden Dollar) unterschritten sie sogar deutlich. Das erste Halbjahr habe "eine Atempause von Vorjahren mit sehr hohen Naturkatastrophenschäden" gebracht, erklärte Munich-Re-Vorstandsmitglied Thomas Blunck. "Aber der Klimawandel und der Wertezuwachs gehen weiter und erhöhen das Risiko höherer Verluste in der Zukunft."

Angesichts des Klimaphänomens El Niño, das zusätzlich zum Klimawandel tendenziell höhere globale Durchschnittstemperaturen verursacht, sei bereits in der zweiten Jahreshälfte mit weiteren Wetterextremen zu rechnen, erläuterte Munich Re. "Die Auswirkungen werden in der zweiten Jahreshälfte wahrscheinlich deutlich zu spüren sein", prognostizierte der Chef-Klimatologe des Rückversicherers, Tobias Grimm.

Die zerstörerischste Naturkatastrophe im ersten Halbjahr war laut Munich Re das verheerende Doppel-Erdbeben in Venezuela am 24. Juni. Der Gesamtschaden werde auf etwa 30 Milliarden Dollar geschätzt - weniger als eine Milliarde Dollar davon versichert.

Der größte Schadenstreiber für die Versicherer waren demnach Schwergewitter in den USA. Sie führten zu Schäden in Höhe von 30 Milliarden Dollar, von denen 22 Milliarden Dollar auf versicherte Schäden entfielen.

Mit Blick auf die jüngsten Hitzewellen unter anderem in Europa erklärte Munich Re, dass die finanziellen Folgen hier schwer zu beziffern seien, "weil sie meist keine direkten Sachschäden nach sich ziehen". Schäden entstünden jedoch durch "sinkende Produktivität und Produktionsausfälle, aber auch durch Infrastrukturschäden, Transportunterbrechungen und Ernteausfälle". Zudem würden Hitzewellen als die Naturgefahr gelten, "bei der die meisten Menschen ums Leben kommen".

Grundsätzlich seien die besten Maßnahmen für weniger Schäden, "Hochrisikogebiete nicht mehr für Menschen und Unternehmen zu erschließen", erklärte Munich-Re-Vorstandsmitglied Blunck. Nötig sei zudem, "weiter in Prävention zu investieren".

P.Mitchell--EWJ

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